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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 6 · p. Seite 249

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 6
Article
Sind die Falaschas Juden?
Date
1923-01-01
Page
Seite 249 (sequence 6)
Language
German
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249 Körper eines Mannes im Grabe auf die rechte Seite, denjenigen einer Frau auf die linke. Man kann nicht annehxnen, daß die Falaschas, weil sie nur von der Zerstörung des e r s t e n Tempels wissen und den Namen Jeremias kennen, Abkömmlinge jener Juden seien, die nach der Zerstörung des ersten Tempels nach Aegypten gewandert sind. Denn die Auffassung der Falaschas von dem Kommen des Messias, welche sich mit der erst seit dem 2. Jhdt. v. Chr. vorherrschenden jüdischen Messiasidee deckt, spricht dagegen. Außerdem war bereits im 6. Jhdt. das Priestertum auf die Priestergeschlechter beschränkt, dasEunuchen wesen verpönt und ist die Excision der Mädchen selbst in urisraelitischer Zeit nicht zu belegen und das Pesachfest niemals Neujahrsfest gewesen. Warum ist weder ein aramäisches noch ein hebräisches Wort in der Ueberlieferung festgehalten worden? Wir haben dargelegt, daß die Falaschas viele Negerbräuche üben. Es ist nun ganz ausgeschlossen, daß die jüdische Religion, die wegen ihrer erhabenen Sittenlehren und ihres geistigen Gehaltes gerade auf die gebildeten Heiden in den ersten Jahrhunderten n. Chr. eine ungeheure Anziehungskraft ausübte, von primitiven Negerstämmen beeinflußt werden konnte. Die Geschichte lehrt, daß auf das Judentum nur hochwertige Kulturen einen Einfluß haben ausüben können. Die Religion der Falaschas ist von jüdischen Missionaren in Anlehnung an die Bibel künstlich geschaffen worden und darf durchaus nicht mit dem Judentum identifiziert werden, wenn sie zwar von allen aus dem Judentum hervorgegangenen Religionen ihnen am nächsten steht. Ihre Bekehrung zum Monotheismus wird wahrscheinlich noch im 1. Jhdt. zur Zeit des Bestandes des jerusalemischen Tempels stattgefunden haben, als noch im Judentum das Pesach-Opfer und die Asche der roten Kuh eine wichtige Rolle im Kultus spielten. So ist es auch verständlich, daß die Bauweise ihrer Gotteshäuser in ihrer An- Ordnung der dreifachen Einteilung des jerusalemischen Tempels folgt. Zur hebräischen Wortforschung. Von J os ef Mi es es. (Fortsetzung1)!2. כלום Hes דבר =־ כלום. T TT Dieses Wort kommt zuerst in der Mischna in den mannigfachsten Verbindungen, in der Regel mit einer Negation vor. Die Phrasen, wie:,לא עעלה כ (Ter 22, Joma 5ד) er hat nichts (sc. Wirksames, juristisch Relevantes), getan; 'לא אמר כ (Chal 19, Aru 52, Tem 56, Tbul 44) er hat nichts (sc. Wirksames) gesagt; הרי זה אינו כ, (Sanh 3S) es ist nichts (sc. giltig) — sind gar häufig und kommen auch sonst in der tannaitischen Literatur vor. Mitunter findet sich auch eine doppelte Negation, so z. B.'ללא כ!TOT לא (Erub 57/Nidda 87) er hat nichts (sc. Wirksames) getan. Der Genauigkeit halber seien hier noch einige andere Beispiele für den 1 Siehe MGWJ., Jahrgang 66, S. 305 ff.

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