Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Notizen zur Archäologie
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 9)
- Language
- German
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talmudischen Zeit mehrfach auch bedeckten Hauptestrugen“. * *Erst in diesem Rückzugsgefecht tat er dies. Man ,wird es daher auch nicht sehr ernst nehmen, wenn Krauss in seinen! Nachtrag zu denselben Notizen behauptet: ,,Trotzdem habe ich ja in einemfort ziw gegeben, daß man bei der jüdischen Frau auch eine Kopfbedeckung findet“. b) Dem unglücklichen Einfall Krauss’ stehen alle historischen Quellen entgegen: LXX, Philo, Josephus, Mischna, Talmud und Midrasch — nicht zu erwähnen alle Autoren des Mittelalters und der Neuzeit bis zu den jüngsten Dezisoren —, die teils voraussetzen,, teils ausdrücklich sagen, daß die jüdische Frau ihr Haupt bedeckt trug und tragen mußte. Krauss aber meint, daß ״ d i e Leute die seinen Einfall ablehnen, ״von (!) einem Vorurteil befangen und in der Gewalt einer magischen Vorstellung sind“!! Da muß man kapitulieren. Gegen einen Autor von der Ueber- Zeugung, daß seine Einfälle mehr sind als Tatsachen und Quellen und daher nur ,,Vorurteil und abergläubische Vorstellung“ ״die Leute“ dazu bestimmen können, seine Einfälle abzulehnen, bleiben alle literarischen Waffen wirkungslos. Ich muß also zugeben, dafr jüdische Frauen ihr Haar entblößt trugen — die aus besonderer Frömmigkeit modesüchtigen Frauen jener Schuster, die mit Glas- und Schilfrohrsplittern Schuhe nähten. Drei Ortsnamen in Galiläa. Von S. Klein in Nov6 Zämky (ÖSR). 1. Nazareth — נצרת. - : T Nazareths Name erscheint bekanntlich in der altjüdischen Literatur bloß in dem Verzeichnis der in Galiläa wohnhaften Priesterabteilungen und ihrer Orte, das von Elazar Kalir in seinen für den 9. Äb bestimmten Dichtungen benützt und verwertet wurde 1. Der Genannte lebte — wie die neuesten Forschungen ergaben — wohl sicher im s i e b t e n 2 Jahrhundert in Palästina, und zwar indem aus der Bibel bekannten קרית ספר in Südjudäa3. — Kalir schreibt den Namen נצרת. Wie soll aber die Vokalisation lauten? — In meiner Schrift : Beiträge zur Geographie und Geschichte Galiläas (1909), S. 74, wagte ich das Wort nicht zu vokalisieren und führte bloß die in den gewöhnlichen Ausgaben der ״Kinoth“ enthaltene :'rVokalisatipn, נצרת an. E. Sa p h ie r: 5671) הארץ), S. 88, Nr. 1233 bringt diese, wie auch die der Form Nazareth ungefähr ent- .1ל S. meine ״Beiträge“. Nicht im 9., wie ich Beiträge S. 8 schrieb (ebenso B alm an , Orte und Wege Jesu. 2. Aufl. S. 52); vgl. die bei M a r m o rs t e i n REJ 1921, 82: genannten Forschungen J a w i t z ’ und Eibogens. ® Vgl. meine hebräische Geogr. Palästinas: אריזךישראל (Wien 1922)י S. 39. Die früheren Deutungen des Namens des Heimatsortes Kalirs ergaben poetische Bezeichnungen für Kaliirrhoe-Edessa oder Tiberias (!) B. Epp e n ~ s t Ai n MGWJ 1908, S. 593 L