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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
Ein neues Dokument zur Geschichte der Judenvertreibung aus Schlesien im Jahre 1453
Date
1922-01-01
Page
Seite 304 (sequence 6)
Language
German
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304 , jn allen geredt, wer das saget, dem wolten sy tuen als sy dem weib ge ton hie ten, darnach haben sy das heiligist Sacrament hinauf in das haus getragen und auf ayn chlains tischel gelegt und Habens (fol. 233b) mit aynem messer in vier tayl gehakcht und ayn petczle genandt. Also hat es gar ser geplüett, das das heiligist Sacrament, der tisch und das messer pluetig seynn gewesen; Nun hiet er mit dem Messer das pluet geren abgeschaben von dem tisch, da hat es sich nicht wellen abschaben lassen. Also hat der Jonas iud das heiligist Sacrament, das tischl und das messer alles mit eynander under den man dl genummen und das alles in das wasser genant die Bobra1 geworffen, das da zu Lamberg fuer rindt und darnach auf ayn ander zeit, da het derselb jud ain kind aynen chnaben ym dritten Jar von ainem pauren gechaufft, der hat jm es in ainen eharb und darauf ayn gannss gelegen ist, das man des chindts nicht gesehen hat mugen, zue getragen, da hat der jud das selb kindel in den selben cheller getragen, und in ayn potigel geseczt und dem kindel gar guetleich getan mit ezzen und trinken und hat darnach ayn neus vässel zu dem kind lazzen machen und mit negeln durich slahen, dy dan lankch sein gewesen und darnach dy juden ׳aber gesamet und vhaben das kindel genummen und das hälsel gedrukcht, das es nicht schreyn mocht, und also lembtig in das vässel verslagen und vermacht, das dye negel dem kind allen seinen leichnam verbundt und also getött haben. Darnach haben sy das vässel geöffent und das kind daraus genummen und des pluets in weisse tuecher gefangen und mit wein das pluet ab dem leichnam des kindleins gewaschen, auch das vässeL mit wein ausgewaschen und also den wein mit dem pluet in gleser gossen und die mit wakchs wol vermacht und behalten und das kindel in dem selben cheller auch pegraben. Und als die fraw irem vatter das also sagt, “der laugnat vasst, also schikcht[en] wier da hin etleich burger von Bressla und die frawn mit in, das sy die stat anczaigen soldt, dar an sich die sach begeben hiet. Da sy da hin komen, da ist der selb cheller eingeuallen und das haws vormal ausgeprungen; do man rawmat, do vandt man die fewrstat und dy gepayn von der frawn und von dem kind und dy gepayn halten wier hie und dem geistleichen vatter2 geantwurtt. Also hat man uns an dem heyntigen abendt ayn alten juden pracht, genant Cayphas3, der yeczund Rabi in Lamberg ist und auch da pey gewesen ist, dem schol es pösleich genueg erpoten werden, wan wier haben unsäliger pözer volkch nye gesehen, wen die alten iuden seynn7׳. Sy lazzen sich ee zu tod martrn oder sy totten sich selbs ee wann sy sagen4. Ich verchünd euch guete newe mär das umb mein potenprat5. Der geistleich vater wierd sich kürczleich6 gan Wien heben, darumb gedenkt das ir wierdikleich vor hin verchundet, damit er erwirdikleich emphangen werd, 1 Löwenberg liegt an dem Bober. 3 Nicolaus von Fara berichtet, daß er selbst die gefundenen Knochenreste in den Händen Capistranos gesehen habe. 3 Nach Brann LXII Nr. 8 verließ ein Caiphas 1424 Löwenberg und zog nach Zittau. 4 Eine Erfahrung, die man auch bei der Wiener Geserah machen konnte (siehe Krauss, S.: Die Wiener Geserah 1920, pag. 103 und 104). 3 Botenbrot. 6 Capistrano reiste aber am 21. August nach Krakau, wo er bis zum. 15. Mai 1454 blieb.

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