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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 4 · p. Seite 268

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 4
Article
Zur Religionsphilosophie der Gegenwart
Date
1922-01-01
Page
Seite 268 (sequence 20)
Language
German
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268' . heilige G o 11 ist das Ziel des Lebens, in ihm findet der Mensch Unsterblichkeit.. In Simmel vollzieht sich auf dem Wege individuellen Suchens der Durchbruch zum Absoluten, zu Gott. Seine Wurzelung im Intellektualismus der Zeit, ihrem aristokratischen Individualismus, hindert ihn zur letzten Entscheidung zu gelangen. Er öffnet das Tor zur Religion. Ein Rückblick auf die Lebensphilosophie der drei Denker, Darwin, Bergson, Simmel, dürfte zeigen, wie der moderne Geist die Einengung des W i r k 1 i c h k e i t s b e w u ß t - seins auf das Weltbild der Physik sprengt. Neben den r a t i onalistischen Wirklichkeitsbegriff der Physik, der zur Erkenntnis der anorganischen Natur hinreicht, treten die intuitiven Begriffe des Lebens, der schöpferischen Entwiclclung als Denkmittel zur Erkenntnis der organischen Wirklichkeit, vollzieht sich die Wendung zur Erkenntnis kulture 11 er Werte als autonomer Formen des Lebens, in denen sowohl die Aktivität des Geistes wie der metaphysische^Geh a 11 des Lebensgrundes deutlich wird. Voller, reicher, tiefer, schwingt die S e e 1 e in der Welt der W irklic.hkeit, erfaßt sie ihr schöpferisches Sein als der lebendigen Natur entstammt, die Formen des Lebens als seine Schöpfungen und Symbole, Gott1 als das Geheimnis des Lebens. - Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien. Von I. Heinemann in Breslau. (Fortsetzung) II* Rabbinlscher und mystischer Geistbegriff• Um zu prüfen, ob auf die Evangelien, wie L.1 annimmt, auch die griechischen Mysterienreligionen gewirkt haben, bedarf es der Gegenüberstellung des rabbinischen und des mystischen Geistbegriff es. An einem solchen Vergleich hat aber die jüdische Theologie ohnehin ein sehr lebhaftes Interesse. Der hellenistisch durchsetzte Volksglaube hat in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten (z. B. in Astrologie und Dämonologie) auf den jüdischen so stark gewirkt, daß die Frage nach seinen Einwirkungen auf die Inspirationslehre durchaus gestellt werden darf, zumal die mittel alte r- 1 L. Leisegang, Pneuma Hagion; L. t =־ Leisegang, Der Heilige.Geist*

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