Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 2)
- Language
- German
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245 die. (vpm Mythos und von der Religiosität scharf geschiedene) Religion, über Kant hinausgehend, im Kulturwillen zu ,,bewurzeln“. Bei der Besprechung der Eigenart jüdischer ,,Religionsbildung“ im Gegensatz zur ,,arischen‘* und zur christlichen läuft manches sehr Bedenkliche unter; so fühlt er sich S. 136 durch Cohens Ethik des reinen Willens und Aesthetik des reinen Gefühls an die ,,hebräische Tradition von reinen Gegenständen, reinen Tieren u. dgl.“ erinnert. t ספד שבתי הבע ש״מ, ערוך ומפורד מחדש בצירוף מבוא והערות מאת ש׳ א׳ הורוד צקי מפורי מעשיות מר׳ נחמן- מבדצלב בצירוף מבוא מאת ש׳ א׳ ד״ורודצקי. Berlin-Charlottenburg, Verlag Ajanoth G. m. b. H., 5682, 150 bezw. 170 S. Der Neudruck der beiden wichtigen Dokumente chassidischer Literatur kann nur aufs freudigste begrüßt werden, zumal Ausstattung und Buchschmuck alles Lob verdienen; mindestens für die Erzählungen des R. Nachman wäre die Herstellung einer Volksausgabe mit besserer Papierausnützung erwünscht. Horödetzkys Einleitungen geben das zum Verständnis Wünsehenswerte und berichten über die zum Abdruck gelangten Ausgaben; für 1 ist die Ausgabe des ספד שבחי חבעש״ש, Kopyst 5575, zugrunde gelegt; Rabbi Nathan, den Nacherzähler der Geschichten des R. Nachman, hält.H., stark abweichend von Buber, für den ,,hebräischen Eckermann“. Die grenzenlose Verehrung des Herausgebers für den Baal Schern, den er hoch über den Rabbinismus erhebt, mit Jesus und Isaak Luria in eine Reihe stellt, erfährt freilich durch die Einleitung zu den Erzählungen seines Enkels, die die schweren Mißstände im Chassidismus bloßlegt, eine unwillkürliche und deshalb sehr überzeugende Korrektur; aber der religiöse, dichterische, folkloristische Wert der Dokumente aus seinem Einflußkreise ist von jedem Standpunkte aus unbestreitbar. Dr. Caesar*Seligmann, Geschichte der jüd. Reformbewegung. Frankfurt, Kauffmann, 1922, 189 S. . Der bekannte Führer des liberalen Judentums entwickelt S. 11—35 Wesen und Bedeutung der Reform aus dem Streben nach Ausgleich zwischen Universalismus und Partikularismus (beides in wesentlich anderem Sinne verstanden als sonst in der religionswissen־ schaftlichen Erörterung) und stellt dann die Entwicklung der Reform und ihre Auseinandersetzung mit Gegnern von rechts und links bis 1914 dar; im wesentlichen beschränkt er sich auf Deutschland; auf Frankreich, England, Amerika fällen Streiflichter. Wie nach der Einleitung zu erwarten, verteilt der Verfasser Licht und Schatten; durchaus vom Standpunkt der eigenen Richtung aus; besonders interessant ist (S. 154) die Unzufrieden- ־ heit mit Beschlüssen des allg. Rabbinerverbandes. Gerade darin, daß wir aus berufener Feder die Auffassung des Liberalismus von seiner eigenen Vergangenheit erfahren, liegt der Wert der Schrift; Uebertreibungen, wie S..96 (S. R. Hirsch habe jeden Gebrauch für inspiriert gehalten), und Einseitigkeiten in der Stoffauswahl, wie S. 156 (es wird nur der Protest von orthodoxer Seite gegen die ,,Richtlinien“ erwähnt), finden sich in jeder Parteischrift; wenn freilich Seligmann S. 9 seinen Vorgängern Graetz und Dubnow zum Vorwurf macht, daß sie ,,nicht als Historiker, sondern als Parteigänger“ schreiben, fühlt man sich an das Goethesche Wort erinnert: Aber unsre ■Partei freilich versteht sich von selbst. Warum "gingen wir zum ersten Zionistenkongreß? Herausgegeben vom Berliner Büro der Zionistischen Organisation, Berlin, Jüdischer Verlag, 111 S. . Gibt Auszüge aus Herzls Tagebüchern und Zuschriften von 32 noch lebenden