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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 241

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1922-01-01
Page
Seite 241 (sequence 3)
Language
German
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241 י ' Ich breche ab, soviel auch noch zu sagen wäre. Die Proben haben ge- , zeigt, daß L. trotz seines großen Fleißes (785 Anmerkungen!) weder die Kenntnisse noch das Gerechtigkeitsgefühl besitzt, um den geschichtlichen Hintergrund der Wirksamkeit Jesu zutreffend darzustellen. I. Heinemann. Prof. Dr. Fiiedr. Job. Hildenbrand, Das romanische Judenbad im alten Synagogenhofe zu Speier. D. A. Koch, Speier 1920. 18 Seiten und 15 Abbildungen. In einer kleinen Broschüre wird hier ein Kunst- und Ritual gebiet aufgerollt, das wohl zu dem eigenartigsten gehört, das die Kunstgeschichte kennt. Indessen handelt es sich hier keineswegs um eine neue, originale Forschung, vielmehr um Benutzung und Erweiterung einer Veröffentlichung über das gleiche Bauwerk, die bereits 1885 im Zentralblatt der Bauverwaltung er״ schienen ist, dem Organ des preußischen Ministeriums der öffenlichen Arbeiten, das seine Spalten wiederholt in den letzten Jahren auch den Forschungs-, berichten über jüdische Kunst dem Unterzeichneten zur Verfügung gestellt hat. Die von gleicher Stelle herausgegebene ״Denkmalspflege“ hat übrigens in den Jahrgängen 1902—1914 auch eingehend über die teils schon vor Speier bekannten, teils neuerdings erforschten Judenbäder berichtet, die sich in Deutz, Andernach und Friedberg (Oberhessen) befinden. Wir erfahren somit, daß sich hier in der Rheingegend, und das Flußwasser dem rituellen Zweck indirekt dienstbar machend, in einzelnen alten deutschen Kulturstätten ein Typus der Mikweh ausgebildet hat in den Zeiten des 12. und 13. Jahrhunderts (Speier um 1100, Andernach 1220). Friedberg schafft seine Anlage etwa um 1260, während Deutz, auf den 3 Vorbildern fußend, vermutlich erst 1425, nach der Vertreibung der Juden aus Göln, das Bad zugleich mit der bis 1784 bestehenden Synagoge errichtete. Sonach ist in Speier die älteste Anlage einer Mikweh zu suchen; sie zeigt uns ein Bauwerk von recht beachtlicher formaler Gestaltung, das bereits 1885 von dem Regierungsbauführer H. Weisstein in klaren Maßaufnahmen a. a. O. eingehend veröffentlicht wird und allem Anscheine nach die Grundläge zu den Skizzen bot, die Hildenbrand hier vorführt, diese z. T. wertvoll ergänzend und mit Zeichnungen von Bauresten der ehemaligen Synagoge bereichernd. Die jüdische Ansiedelung wird bereits. vereinzelt Mitte des 11. Jahrhunderts erwähnt, urkundlich zuerst 1084 und im Zusammenhang mit dem judenfreundlichen Bischof Rüdiger von Speier (Hutzmann, auch Huozmann), der 1073—1090 den Krummstab führt und seinen Juden im Jahre 1084 Privilegien ungewöhnlicher Tragweite verleiht. Diese werden durch Kaiser Heinrich III. am 19. Februar 1090 bestätigt, verhindern jedoch nicht 6 Jahre später die Judenverfolgung seitens der Kreuzfahrer, denen erst Bischof Johannes I. ein Ende bereitet. Ebenso finden die Juden 1145 durch Bernhard von Clairvaux Schutz, als die Rüstung zum 2. Kreuzzug in Speier wie allerorts jüdische Opfer fordert. 1381 erwähnen die Urkunden ein Dantz- oder Brüte- (Braut-)Haus; ebenso ein Lehrhaus. Diese Baulichkeiten sind verschwunden, ihre Ruinen zu ,,Steinbrüchen“ benutzt worden. Die Synagoge, von deren altertümlichen Eingangspforte noch 1855 berichtet wird, dürfte ein Bau mit Mittelpfeiler nach dem Wormser (auch Prager und Egerer) Typus gewesen sein, ist wohl also dieser in meiner Arbeit besonders gekennzeichneten Type einzureihen. Sie ging mit der Zerstörung Speiers 1689 zugrunde. Um so

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