Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die "Kochkiste" der Juden bei Juvenal
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 3)
- Language
- German
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232 Voss. 18 Ui 64), in dem es also heißt: cophinus est vas vimineuin'. . ., quod et corbis dicitur. Judaei sabbatizabant et secunduin legis praeceptum pridie praeparabant sibt cibos et reliqua necessaria; Zu 3, 13: qui uno die ante sabbatum in cophinis edulia sua calida ponebant involventes in feno post involutionem linteaminum et mapparum, ut sabbato calida haberent (vgL Jahrbücher f. cl. Phil. 123 [1881] S. 694 f. und 131 [1885] S* 552;, ähnlich beim Scholiasteri zu Juvenal, sat. VI, 542) quod his pulmentaria sua et calidam aquam die sabbati serare consueverunt. Der Erklärer bringt hier, wie man sieht, zum Ausdruck, daß die Juden, denen (nach Ex 353) verboten ist, am Sabbath Feuer zu machen, ihre schon tags zuvor zubereiteten Speisen im warmen Zustande in den cophinus, dies ist ein Behälter aus Flechtwerk, auch Korb genannt, taten und darauf noch Leinenzeug und Tücher legten, so daß die Eßwaren am Sabbattage wirklich noch warm waren. Dieser cophinus ist das Hausgefät der Juden, das sie nach Juvenal beinahe kenntlich macht, d. h. ihr Merkmal; die Tücher aber, von denen der Scholiast spricht, finden bei Juvenal keine Erwähnung; er nennt einen anderen die Wärme erhaltenden Stoff, nämlich das faenum. Nach der Mischnah 1 ,4 שבת kann zum Warmstellen ,,auch Gras“ dienen, doch nur wenn es trocken, nicht wenn es feucht ist (בבה טובנץ ובבה אין טועונין.., ולא בעשבים מעון שהן לחים אבל טומנין *בהן כשהן יבשים). Dieses ״trockene Gras“ heißt lateinisch faenum (Heu); vgl. Plin. Naturalis historia XIX, 74 und die Erklärung: fenum proprie est herba resecta et arefacta, d. h. getrocknetes Gras hat den spezifischen Namen fenum. Wie ich vermute, läßt sich auch das Wort cophinus durch einen mischnischen Ausdruck erklären; Sabbath 18, 1 heißt es nämlich: man darf 4 oder 5 קופות, in denen Stroh oder Getreide sich befindet, leeren (am Sabbat, wenn man den Raum braucht); für dieses Wort קופה weist Krauß (Lehnwörter 2, 516) auf xütttj cupa Kufe, Tonne, überhaupt Gefäß hin; dieses Wort gilt nach vielen als semitisch, es bezeichnet jedenfalls einen Behälter in so allgemeinem Sinne — das zeigen die mannigfachen Verbindungen, in denen dieser Ausdruck im Talmud vorkommt —, daß män darunter sehr wohl auch einen Korb verstehen kann; ich möchte nun glauben, daß auch cophinus in dem Hauptbestandteile coph auf dieses קל־פ hier zurückgeht. (Gegen die Erklärung des cophinus bezw. xo<p1vo<; als etymologisch mit חפן Handvoll, Höhlung, die H, Lewy gibt [Die semitischen Fremdwörter im Griechischen 1895, 115], wendet sich m. E. mit vollem Recht Boisacq, dictionnaire etymologique de la langue grecque S. 504.)