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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 231

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Die "Kochkiste" der Juden bei Juvenal
Date
1922-01-01
Page
Seite 231 (sequence 2)
Language
German
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231 , .13 (Hic . . . ) nunc sacri fontis neirms et delubra locantur. ׳ Judaeis, quorum cophinus f aenumque supellex (omnis enim populo mercedem pendere iussa est arbor et eiectis mendicat silva Camenis) in vallerh Egeriae descendimus ... ,,Hier werden jetzt der Hain der heiligen Quelle und geweihte Stätten den Juden vermietet, zu deren Hausgerät Korb und Heu gehören (denn jeder Baum muß dem (römischen) Volke Zins eintragen, und es bettelt dei Wald, den die Kamenen verlassen haben)/‘ Der Dichter will hier kontrastieren: die Habsucht und Gier nach Gewinn der römischen Kaiser, die heilige Haine und Plätze an die Juden vermieten, die dort ihre Synagogen errichten wollen, die also gleichsam jeden Baum sich nutzbar machen, wird der Einfachheit und auch der Armut der Juden gegenübergestellt. Die Erklärung des v. 13 wird seit einem Hinweis Mommsens (in Sybels Hist. Zeitschrift 64, 425, 3) allgemein angenommen, ' den Juden wird die Anlegung einer Synagoge im Hain der Egeria ־— sie wird ■V. 1? genannt — gegen eine Abgabe an den römischen Fiskus — so verstehe ich populo V. 15 — gestattet; daß Juden in dieser Gegend wirklich gewohnt haben, beweist ein dort entdeckter Begräbnisplatz (Nik. Müller, Die jüdische Katakombe am Monteverde zu Rom [1912] p. 10; Friedländer-Wissowa, Darstellungen * aus der Sittengeschickte Roms III, 207). Umstrittener ist die Erklärung des V. 14. Juvenal sägt: zum Hausgerät der Juden gehört Korb und Heu. Aehnlich wie schon früher Weidner in seiner erklärenden Juvenalausgabe (Teubner 1873) in diesen Worten eine gehässige Bemerkung Juvenals gegen die Juden sehen wollte (״das Judenweib läßt den Bettelkorb draußen stehen") glaubt nun Sturtevant (American Journal of Philology 32 [1911] S. 322-3), Juvenal habe hier die handeltreibenden jüdischen Krämer zeichnen wollen, die im Korbe ihre Waren herumtrugen und das Heu zum Sitz und Lager benutzten; seine Worte lauten: The ,cophinus‘, then, was used to hold their wares, and the hay served as a seat. Der Fehler dieser Deutung liegt schon darin, daß St. ״mendicat" V. 15 auf die Juden bezieht, was sprachlich und sachlich unmöglich ist; dazu würde der Korb ja wirklich einen ganz kleinen Krämer charakterisieren, und daß ein solcher Hausierer Sitz- und Schlafgelegenheit — etwa gleich dem Diogenes der kynischen Legende — stets bei sich trüge, wer wollte dies wirklich ernstlich glauben? Auch können und sollen hier nicht spezifische Merkmale der Armut genannt werden, vielmehr supellex das Hausgerät. Die richtige Erklärung bietet ein Scholion zu Juvenal (cod. Leid.

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