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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 230

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Die jüdische Militärpflicht in der Provinz Posen
Date
1922-01-01
Page
Seite 230 (sequence 20)
Language
German
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IRI
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Wehrpflicht sein könne, denn sie kam tatsächlich einer Nichtzulassung gleich. (Denkschrift des Ministeriums des Inneren.) Vor dem einmütigen Wunsche seiner Minister und seines Volkes gab auch Friedrich Wilhelm IV. nach und stellte durch Kabinet t s befehl vom 21. Dezember 1845 (Ges.-Samml. f. 1846 22) die allgemeine Weh r p f 1 ich t unter Aufh.ebung des Rekrutengeldes für die Juden ganz Preußens her, auch in den ehemals Warschauer Landesteilen, wo 2/5 der Gesamt] udenschaft der Monarchie zusammengedrängt saßen. In Verbindung damit wurde genehmigt (Kabinettsordre an das Staatsministerium 31. Dezember 1845), daß den zu Unteroffizieren beförderten Soldaten mosaischer Konfession, die sich durch Ableistung der vorgeschriebenen Dienstzeit Zivilversorgungsanrechte erworben hatten, gleich den übrigen anstellungsberechtigten Unteroffizieren der Eintritt in Subalternposten gestattet wurde, freilich mit der früher erwähnten. Voraussetzung. Sonach war im Punkt der Militärpflicht den alttestamentarischen Glaubensgenossen in der Provinz Posen die volle Gleichberechtigung mit ihren Mitbürgern verliehen worden, kurz bevor das Gesetz von 1847 ihnen eine weitere Emanzipation und dem naturalisierten Teil die Gleichberechtigung mit ihren Genossen der sonstigen Provinzen brachte, und kurz bevor das Jahr 1848 die letzten Schranken fallen ließ. Damit war die wichtigste Voraussetzung für ihre bürgerliche .Vollwertigkeit geschaffen und der in den niedrigen Sätzen des Rekrutengeldes liegenden Begünstigung ein Ende bereitet. Genau 30 Jahre nach Posens Wiederinbesitznahme war dieses Ergebnis erzielt worden, ein Beweis für die erschreckende Langsamkeit der Gesetzgebungsmaschine in jenen Jahren des Schwankens undTastens ohne einheitliche Zusammenfassung durch einen verantwortlichen Ministerpräsidenten und damit ein Beweis für die Notwendigkeit einer gewissen Konzentration in einem so bunt zusammengewürfelten Staatsgebilde, wie es das damalige Preußen war und in noch viel höherem Grade das heutige Deutschland ist, also auch eine Warnung vor dem sich heut allenthalben regenden territorialem Individualismus. Die ״Kochkiste“ der Jaden bei Javenal. Von Rabb. A. Pos n er in Halle. In seinem. 3. Gedichte, das die ,,Gefahren der Großstadt“ zum Thema hat, kommt der römische Dichter Juvenal, wie noch öfter in seinen Satiren auf die Juden zu sprechen.

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