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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 203

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Zwei alte jüdische Beschreiungsformeln
Date
1922-01-01
Page
Seite 203 (sequence 4)
Language
German
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203 nachprüfen können. Ohne diese Kontrolle, die nach dem, was A. Müller a. a. O. bietet, dringend nötig erscheint, lohnt es nicht, den Text des interessanten Zauberspruchs, der spätestens aus dem 14. Jahrhundert stammen wird, hier abzudrucken. Es sei nur darauf hingewiesen, daß wir es offenbar hier und in dem erwähnten Spruch über die bermuoter mit vereinzelten Zeugnissen aus einer einst weitverbreiteten unliterarischen Gattung im Judentum zu tun haben, vgl. noch den von K. Bartsch (Germania 18 [1873] 52) mitgeteilten Segen gegen Kolik (von einer Hand des 14. Jahrhunderts): ich beschwer dich bermuoter / bi dem vil hailigen bluote / bi dem vil hailigen tag / und bi dem vil hailigen grab / und bi den hailigen gölten stunden / und bi den hailigen fünf wunden / und bi den hailigen dri naglen / die unserm herren ikesu crist durch sin hende und durch sin fueß wurden geschlagen / daz du dich nider legest / und dich niena regest / und regest du dich me / daz du disem menschen N duost we / doedest du sinen lib, sam mir der vil hailig tag / man lait üch bedi m ain grab j in gottes namen. amen. Der Gebrauch solcher und ähnlicher Beschwörungsformeln hat sich durch all die Jahrhunderte im Judentum und Christentum als volksmedizinischer Aberglaube erhalten. So bringt z. B. das weitverbreitete ״W eiberbuch״in der Ausgabe Prag 1629 am Schluß eine Reihe wirkungskräftiger Gebete, Sprüche und Zauberriten für Frauen in Kindesnöten; darunter auch folgende Beschwörung : ein an sprach vor der per muter leg di hand auf den bauch un’ sag das du per muter ich beschwer dich mit siben maVakhim un’ mit siben Seraphim un’ mit siben יophanim un’ mit siben ’aboih an’ mit siben immahoth und mit siben mizbahoth und mit siben reqi oth urd mit siben sppharoth urd mit siben menoroth urd mit der son un’ lebhana urd mit nomen den lebendigen got jithbarekh semo, daß dy, dich solst legen anider auf dein stat wo du gelierst zu ligen un’ solst nit wider von dein stat auf sien un’ solst dich auch nit ruken von dein stat aso dik as ein hör mag sein do mit solstu beschworen sein das sei wor in gotes nomen omen omen omen sela: sag das drei mol. Kartenspiel und Spielkarten im Jüdischen Schrifttums Von Dr. V. Kurrein in Karlsruhe. Die erste Kunde vom Kartenspiel tauchte in Italien im Jahre 1299 auf. Im 14. Jahrhundert sind die Karten in Italien bereits bekannt und beliebt In Deutschland werden sie zuerst im Jahre 1384 in Nürnberg erwähnt. Die Spielkarten stellen eigentlich den Kampf der Stände dar. 14*

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