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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 201

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Zwei alte jüdische Beschreiungsformeln
Date
1922-01-01
Page
Seite 201 (sequence 2)
Language
German
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201" ״ •■־ ■; ' י; " im Himmel sein, undt hei all den reinen Zadicim daß du nit solst scheinen über berg noch über ta[l] du bießt denn diesem Hertz gespannt Hertz von dem (?) Hertz Klamm schneidt dich Leber von der Lung als der mön von der sonn, daß sej war in gottes namen amen. Das Verhältnis der beiden Textformen, in denen der 1. Spruch vorliegt, ist wohl so zu erklären, daß die in deutscher Schrift gebotene Form eine V a r i ante der alten Zauberformel ist. Die Auslassung der für die jüdische Herkunft besonders bezeichnenden Wendung bei nün sepher thorath, der Benediktion nach Gott und die Uebersetzung des Ausdruckes mal’akkim. spricht jedenfalls nicht dafür, daß der deutsche Text eine bloße Umschrift des hebräisch geschriebenen Spruches ist. Der 2. Spruch enthält zwei auffällige Schreibungen, nämlich swehel, was doch nur schwelle sein kann, u. schneiddet. Das unbegründete Dehnungs-h ist allenfalls bei einem deutschen Juden des 16. Jahrhunderts erklärlich, denn die Schreibweise Wohne im 1. Spruch zeigt, was für orthographische Inkorrektheiten damals möglich waren. Aber die Verdoppelung des d ist allerdings merkwürdig, da bekanntlich das Jüdisch-Deutsche in der hebräischen Umschrift niemals Doppelkonsonanz ausdrückt. Der Verdacht, es handle sich hier um Schreibübungen eines Christen, kann indessen nicht auf kommen, denn ohne Zweifel stammen die Zauber- Sprüche von derselben Hand, wie sämtliche übrigen rein j ü d isehen Stücke der Sammelhandschrift. a. fgutejn morgen fr au vor son du bist ale der weit ein won [i]ch vor biten dir bei dem dl mechtigen got jth9 un9 bei nün sepher torath un9 bei zwei un9 sibenzig maVakhim di besten di im himel sin un9 bei dl den reinen saddiqim daß du nit solt scheinen über berg noch über tal du büßt den dem peloni das herz gespan} herz von herz kl am schneid dich leber von der hing as der mon von der sonen das sei wor in gotes nomen omen selahh Das Eingeklammerte ist in der Handschrift nicht mehr zu lesen. Zu nün sepher t o r a t h verwies mich Prof. Freimann s. Zt. auf den Zauberspruch, der in den Mitt. der Gesellsch. f. Jüd. Volksr künde Heft 19 S. 86 abgedruckt ist: 1 Die hebräischen Ausdrücke dieser Texte sind natürlich nach der im* Mittelalter üblichen Aussprache des Hebräischen bei den deutschen luden zu behandeln. Da wir darüber nicht genügend unterrichtet sind —- nur Dichtungen und Reimprosa geben darüber gelegentlich Aufschluß, wenn ein hebräisches Wort in das Reimschema tritt — so ist hier die traditionelle wissenschaftliche Sprachform beibehalten worden. Monatsschrift, 66. Jahrgang. 14

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