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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 3 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 3
Article
Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien
Date
1922-01-01
Page
Seite 180 (sequence 12)
Language
German
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180 Pheuma1, dessen Wirkungen ihren extatischen Charakter bei ihm nicht verleugnen: sucht die rabbinische Exegese aus den Verzückten Num ll26f. ruhig weissagende Propheten zu machen2, so wandelt Philon Mose im Widerspruch zur Bibel in einem Extatiker. Demgemäß kann es zur Synthese des Heiligen Geistes nicht kommen3; Philon redet von ihm an keiner Stelle. So zeigt sich auch an dieser Stelle, daß für Philon 4, weil er die Fühlung mit dem Sprachg e i s t e seines Volkes verloren hat, wesentliche Inhalte des Volksdenkens ungenutzt bleiben müssen und an Stelle ihrer organischen Fortbildungen sich unversehens Begriffe fremden Ursprungs einschieben, die ihm den Beifall der Zeitkultur eintrugen, an religiösem Wert aber weit hinter den eigentümlich jüdischen zurück- Stand6n• (Schluß folgt) Mose am Dornbusch. Die beiden Hauptbeweisstellen der Quellenscheidung im Pentateuch, Ex 3 und 6, aufs Neue exegetisch geprüft von B. Jacob in Dortmund. (Schluß) 11. Ex 62ff. וידבר אלהים אל משת ויאמר אליו אני יהוה: וארא אל אברהם אל יצחק ואל יעקב באל שדי ושמי יהוד, לא נודעתי להם: Dies übersetzt man (z. B. Kautzsch): ,,Da redete Gott mit Mose und sprach zu ihm: ich bin Ihvh. Ich bin einst als El Schaddaj (d, i. Gott, der Allmächtige), Abraham, Isaak und Jakob erschienen, aber mit meinem Namen Ihvh habe ich mich ihnen nicht offenbart/' 1 Von L. I nachgewiesen; vgl. namentlich 150 fl. über Mose als Extatiker, dazu Heinemann, MGWJ 64, 14 ff. 2 Nach Sifre z. St. weissagten Eldad und Medad, Mose werde sterben und Josua werde Israel nach Palästiha bringen. Die Pointe der sehr feinsinnigen Deutung liegt natürlich darin, daß.der ,,Knabe“, der den Vorgang mit höchster Entrüstung meldet, mit Josua (V. 2s) gleichgesetzt wird. 3 Dazu kommt, daß für ihn der Offenbarungsbegriff manchmal stark zurücktritt: Heinemann, Schriften der jüd.-hell. Lit. II 7. 4 Auch Josephus redet nie vorn Heiligen Geist, doch steht sein Geistbegriff dem rabbinischen wesentlich näher: Schiatter, Wie sprach Josephus von Gott? (1910) 28 ff.

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