Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 3)
- Language
- German
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162 ׳;-;:/:ן nicht ־amgangen ,werden. Viel ausführlicher und vollständiger ist der zweite Teil, ״R. Simon b. Lakisch als Lehrer der Halacha“. Hier bewegt sich U. auf einem Gebiete, wo er das Datenmaterial vollständig beisammen hat. Nicht zu unterschätzen ist auch der dritte Teil, ״R. Simon b. Lakisch als Lehrer der Agada. Hier würde indes eine eingehendere Berücksichtigung der Bachersehen Arbeit dem Aufsatz größere Vollständigkeit gegeben haben. Außerdem hat das Jahrbuch zwei Aufsätze aus anderen Gebieten. Die Arbeit Dr. L ö w e n s t e i n s ־ Mosbach, ,,Das Rabbinat in Hanau nebst Beiträgen zur Geschichte der dortigen Juden“, wurde bereits erwähnt. Einen ebenfalls wertvollen geschichtlichen Aufsatz gab Dr. L e w i n - Kattowitz über die jüdischen Studenten an der Universität Frankfurt an der Oder. Der Aufsatz ist noch nicht beendet. Michael Guttmann. Dr. Siegmar Baron v. Schnitze־ Galißra : Die Juden zu Halle im Mittelalter. Halle a.S. 1922. Wir würden dem vorliegenden Schriftchen zu viel Ehre antun, wollten wir es in einer wissenschaftlichen Zeitschrift ausführlich würdigen. Es ist nicht wissenschaftlich, dafür aber desto mehr antisemitisch. Es sagt dasselbe, was Tykocinsld in dieser Monatsschrift (1913, S. 32—43) und meine ״Halleschen Juden im Mittelalter“ (Berlin 1915) bringen, und weiß sachlich nichts hinzu** zufügen. Quellen, die ich in Magdeburg und Wernigerode in Archiven benutzt habe, schreibt es genau nach meiner Vorlage unter Weglassung derselben Stellen, die auch ich weggelassen habe, ab, ohne an diesen Stellen meine Arbeit zu nennen (vgl. S. 33, 38, 60 und 63 Anm. 49 mit meiner Anm. 143, S. 51, S. 39 Anm. 111, 112, S. 55 Anm. 160); da Verfasser mit hebräischen Worten nichts anzufangen weiß, läßt er sie einfach aus (S. 4, 7, 11); aber mit alten deutschen Quellen weiß er auch nicht recht Bescheid (S. 43). Seine Beschuldigungen gegen den Wucher der Juden, betr. die angebliche Brunnenvergiftung usw. finden sich schon vor ihm bei antisemitischen Schriftstellern und sind längst von Stobbe, Süßmann u. a. widerlegt. Er weiß vielleicht von diesen Widerlegungen, will aber nichts von ihnen wissen. Schmähungen der ostgalizischen Juden, die ihm ״dem redlich Arbeitenden“, das letzte abgepreßt haben (S.-56), die Geld nach dem Ausland verschieben usw., passen sehr gut in diese Arbeit und vervollständigen das Bild der Unwissenschaftlichkeit. Insterburg.' Siegbert Neufeld. Bismarck und die Juden. Im allgemeinen ist man mit Recht derartigen Formulierungen gegenüber etwas skeptisch geworden, da man unter ihnen oft künstliche Zusammenstellungen von Dingen findet, die innerlich nichts miteinander zu tun haben! Wenn trotzdem an dieser Stelle eine solche Ueberschrift gewählt ist, so muß dies einen besonderen Grund haben. Er liegt in dem Erscheinen des Buches von Otto Jöhlinger: Bismarck und die Juden (unter Benutzung unveröffentlichter Quellen) [Berlin, Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), 1921, Preis geheftet 32 Mk., gebunden 38 Mk.]. Der Verfasser ist in der Lage, bisher unveröffentlichtes Material vorzulegen, das den ganzen Fragenkomplex wieder aufzurollen zwingt und Urteile, die als feststehend galten, auf eine neue Basis zu stellen. Er weist mit Recht daraufhin, man sei es gewöhnt, den Satz: ״Bismarck ist ein Antisemit gewesen“