Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 2)
- Language
- German
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161 als Lehrer der Halacha und Agada von Dr. Isaak U n 11 a - Mannheim, b) Sprachliches und . Sachliches aus dem Talmud von Dr. Ehrentreu- München. Es ist dies der allgemeine Titel einer Serie von talmudischen Forschungen und Glossen verschiedenen Inhalts, die durch mehrere Jahrgänge des Jahrbuchs laufen. Der Anfang wurde im IV.f Jahrbuch (1906) gemacht. S. jedoch ibid. S. 141 Anm. — Im neuesten Jahrgang gehen die Studien Ehrentreus von LXXX bis XGY. c) Die Partikel כי nach der Auslegung des Talmuds von Dr. M. Weinberg - Neumarkt, d) Ein angeblicher Wider- Spruch zwischen dem babylonischen und jerusalemischen Talmud von Dr. F u n k ־ Wien. e) Die fünfte und sechste Mischna in Edujoth von Dr. B 0 n d i - Mainz, und schließlich kann noch hierher gezählt werden f) Scheeltoth, Halachoth Gedoloth und Hala'choth Pesukoth von Dr. Frankl- Halberstadt. Gehört dieser Artikel nicht unmittelbar zu den Talmudstudien, so ist er doch dem nahe verwandten Gebiet der halachischen Kodifikationsliteratur entnommen. Besondere Hervorhebung verdient die Arbeit des Dr. Isaak Unna. Es ist eine inhaltsreiche, in sich abgeschlossene Monographie, die einen der ersten und bedeutendsten palästinischen Amoräer zum Gegenstand hat. Es ist wohl immer etwas Gewagtes begründen zu wollen, warum ein Autor dieses oder jenes Thema zum Gegenstand seiner Forschung und Untersuchung gewählt hat. Das alte talmudische Wort אין אדם לומד תורה אלא ממקום שלבו דזפץ A. z. 19a dürfte heute noch die beste Antwort auf derartige Fragen sein. Doch fällt es auf den ersten Blick auf, daß von den zwei Kontroversisten: R. Simon b. Lakisch und R. Jochanan b. Nappacha, der Schüler, und nicht der weit bedeutendere Meister gewählt wurde. Die einfachste Antwort wäre natürlich die, daß R. Jochanan seinen Bearbeiter schon früher gefunden habe. Dr. Jordan widmete ihn! eine wertvolle Monographie, die in Budapest im Jahre 1895 erschienen ist. Ich finde indes bei Unna keine Anhaltspunkte dafür, wenigstens so weit meine Aufmerksamkeit beim ersten Lesen reicht, daß er die Monographie Jordans gesehen hätte. Ich muß noch hinzufügen, daß sich Unna ganz andere Ziele gesteckt hat als Jordan. Unna befolgt in seiner Arbeit eine streng induktive Methode. Er hat das ganze talmudische Material vor sich, und aus diesem heraus gestaltet er seinen Aufsatz. Die agadischen Stellen gibt bereits Bacher in seiner Agada der pal. Anioräer, auf welche Unna in der Einleitung zu der Sonderausgabe seines Aufsatzes verweist. . Die halachischen Stellen hat Unna von neuem gesichtet, was an sich schon sehr schätzbar ist. S. sein Verzeichnis der halachischen Ans- Sprüche von R. Simon b. Lakisch in beiden Talmuden S. 152 ff.; außerdem Bacher, Tradition und Tradenten nach meinem Stellenregister, ferner J. S. Zuri Schesak, Geschichte der Methodologie in den Hochschulen Judäas etc., und sein תילדת הדרומיים ובו, Paris, 1914. Von den drei Abschnitten des Werkes ist der erste ,,Das Leben R. Simon b. Lakischs“, der kürzeste. Dies ist schon daraus erklärlich, daß U. für seine Arbeit bloß den talmudischen Stoff heranzieht und die neuere Fachliteratur fast ganz unberücksichtigt läßt. Außer Halevy findet kaum noch jemand Erwähnung, und auch dieser nur vereinzelt und mehr in quellenkritischer Hinsicht herangezogen. Unna scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, die ganze Monographie nur aus talmudischen Daten zu konstruieren, mit Ausschluß alles dessen, was spätere Forschung ist. Die für den halachischen TeiL in Betracht kommenden rabbinischen Autoritäten konnten natürlich