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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 2 · p. 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Juden in Terracina
Date
1922-01-01
Page
149 (sequence 1)
Language
German
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149 Zur Geschichte der Juden in Terracina. Von Ermanno Loevinsonin Rom. Die alte Volskerstadt Anxur hatte bereits im Altertum durch ihre bevorzugte Lage auf halbem Wege zwischen Rom und Capua, an der ersten Stelle, wo die 812—309 angelegte Appische Straße nach Verlassen des Albanergebirges und unter Vermeidung der unwegsamen Volskerberge, das Tyrrhenische Meer berührt, sowie durch die Fürsorge der ersten Kaiser und der Antonine nicht geringe Bedeutung erlangt, war dann allerdings seit der zweiten Hälfte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts durch die Versandung des Hafens, den Verfall der Via Appia und die Ausbreitung der Pontinischen Sümpfe allmählich in ihrer Entwicklung zurückgegangen, woran auch der zeitweise Aufschwung unter Theodorich dem Großen auf die Dauer nichts ändern konnte. Schon die für Handel und Verkehr so günstige Lage der Stadt rechtfertigt das Urteil des besten Kenners ihrer Geschichte1, daß der Apostel Paulus sicherlich daselbst auf seiner Reise nach Rom, im Jahre 61, Juden vorfand; zumal sich solche in dem nördlichdavon gelegenen Ostia, dessen Hafen zur Hauptstadt eine ähnliche Stellung einnahm, wie der Terracinas, in römischer Zeit nachweisen lassen2. Hätten wir auch sonst keine Kunde von ihnen, würden uns auch die noch heute in Italien als jüdische Familiennamen vorkommenden Terracina, Terracini und ähnliche nicht auf diese Stadt als auf den Wohnort der Vorfahren ihrer Träger hinweisen, so müßte schon ein Blick auf die Landkarte genügen, um nagh der Analogie so vieler anderer Orte in ähnlicher, für Handels- und Geldverkehr wie geschaffenen Lage, auf das Vorhandensein von Juden daselbst auch während des Mittelalters zu schließen. Und tatsächlich finden wir es bereits in den ersten Zeiten desselben sicher beglaubigt. Im März 591 verfügte nämlich Papst Gregor I., welcher auch sonst von Uebergriffen gegen die Anhänger des alten Glaubens ־ nichts wissen wollte, Bischof Petrus von Terracina, über den die dortigen Juden durch einen der Ihrigen, Josef, Klage geführt hatten 1 De la Blanchere, R., Tefracine. Essai d’histoire locale. Biblioth&que des ecoles frangaises d’Athenes et de Rome, Paris, 1884, fase. 84, besonders p. 147, 172, 176—177. 2 Inschrift im Thermenmuseum zu Rom.

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