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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 2
Article
Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft
Date
1922-01-01
Page
Seite 90 (sequence 2)
Language
German
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d e r J u d en“ und kann nur im Zusammenhänge mit diesem gewürdigt werden, Wesen und Geschichte des Vereins sind durch Heinrich Heines herrliche Denkworte für Ludwig Markus und durch Strodtmanns ,,Heinrich Heines Lehen und Werke“ genügend bekannt und sollen hier nicht von neuem dargestellt werden, obwohl sie auf Grund der erhaltenen Protokolle1 eine erneute Wissenschaftliehe Untersuchung verdienten. Zu den ,,hochfliegenden, großen, aber unausführbaren Idealen“ des Vereins gehörte ein ״Wissenschaftliches Institut“, in dem sämtliche Mitglieder Vorträge zu halten verpflichtet waren, und im Zusammenhang damit die Herausgabe einer Zeitschrift. Ueber die Notwendigkeit, dieser Zeitschrift einen wissenschaftlichen Charakter zu verleihen, bestand nie der geringste Zweifel. Leopold Z u n z , die Seele des Vereins und der spätere Herausgeber der Zeitschrift, drückt sich in einem bisher nicht veröffentlichten Briefe2 vom 18. April 1823 auf die Klage eines Lesers hin ebenso derb wie deutlich darüber aus: ״Die Zeitschrift ist allerdings keine Jugendzeitung und auch nicht berechnet, die Braun- Schweiger Juden zu bilden. Der Bildungsmittel haben wir jetzt genug; aber dem Judentum die ihm gebührende Stellung und Würdigung zu verschaffen und allmählich alle besseren Kräfte in Israel zu wecken und zu vereinigen, dies kann lediglich durch die Wissenschaft geschehen, auf deren Höhe die Zeitschrift sich streng halten wird.“ An den Beratungen über die Zeitschrift (Anfang 1821) nahm auch J. M. Jost noch Teil, der am 14. Mai 1821 aus dem Verein ausschied, vielleicht auch mit aus dem Grunde, weil seine Anträge betreffs der Zeitschrift wenig Anklang fanden. Als man an ihre Begründung ging, lautete die erste Frage: ״Ist die Materie über alle Fächer vorbereitet?“ Das Protokoll berichtet wörtlich: ״Jost verwirft philosophische3 * * * * 8 Untersuchungen über grammatische Gegenstände der Bibel“, während Zunz erklärt: ״Nichts darf ausgeschlossen werden, sobald die Behandlung angemessen ist“, und demgemäß wird beschlossen. Die Wissenschaft kann Zunz für seine Festigkeit nicht dankbar genug sein. Ursprünglich waren zwei Herausgeber 1 Im Besitz der Zunz-Stiftung. 2 An Samuel Meyer Ehrenberg, den Inspektor der Samsonschule in Wolfenbüttel. Mit ihm und seinem Sohne Philipp Ehrenberg stand Zunz jahrzehntelang in vertrautem Briefwechsel, der von Ludwig G’eiger s. A. für die Veröffentlichung vorbereitet worden ist. Frau Geheimrat Geiger sowie dem Kuratorium der Zunz-Stiftung sage ich für die Erlaubnis zur Benutzung der Briefe aufrichtigen Dank. . 8 Wir würden philologische erwarten, aber die Schriftzeichen sind unverkennbar; auch sonst in den Protokollen begegnet man diesem seltsamen Sprachgebrauch.

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