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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 6 · p. 373

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1921-01-01
Page
373 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen Wieweit liat Delitzsch Recht? Beantwortet durch kritische Beleuchtung des zweiten Teils von Delitzsch’ ״Die große Täuschung“. Von Eduard König. Berlin 1921. 39 Seiten. 3,60 Mark. Unter den protestantischen Theologen, die sich trotz Delitzsch das ״Alte Testament“ als Grundlage des Christentums nicht rauhen lassen wollen, steht Eduard König voran. Er widmet auch dem 2. Bande der ״Großen Täuschung“ eine gehaltreiche Widerlegungsschrift, in welcher er die Resultate und namentlich die Methode seines Gegners kritisch beleuchtet. Wir müssen uns darauf beschränken, einiges herauszuheben. Vor allem macht König seinem Gegner den Vorwurf, daß er unbequemes Material einfach unter den Tisch fallen läßt. So stellt er in seiner Gegenschrift S. 26 fest, daß Delitzsch die von ihm4 zusammengestellten prophetischen Aus- Sprüche, in welchem der Gott Israels als der Einzige verkündet wird einfach ignoriert. Den — allerdings nicht wegzuleugnenden — Unterschied zwischen der Bilderverehrung der Babylonier und dem Eintreten der Propheten für einen bildlosen Kultus sucht Delitzsch freilich unglaublicherweise zu einem Vorwurf gegen die Propheten zu benützen, die den Bilderkult nicht hätten tadeln dürfen; denn ״die denkenden Babylonier“ hätten nie ein Gebet an ein Götterbild gerichtet. Mit Recht weist aber König darauf hin, daß ״die babylonischen Könige beim Neujahrsfest mit dem Bildnis des Marduk Handschlag austauschten und daß sie nach babylonischem Glauben die anderen Götter, deren Bildnis man gleichfalls kommen ließ, mit ihrem Oberherrn in das Schicksaisgemach zurückzogen, um dort in gemeinsamer Beratung die Geschicke für das neue Jahr festzustellen“, daß ferner ״nach der Lehre der Priester die Götterbilder die ihnen Vorgesetzten Opfer in der Tat verzehrten“ (S. 25). Dia Propheten hatten also allen Anlaß, die Einwirkung derartiger Vor״ Stellungen auf ihre Volksgenossen zu befürchten, ganz abgesehen davon, daß es nach ihrer Anschauung überhaupt nicht angängig ist, in einem Bild den ״Repräsentanten“ des Weltgeistes zu sehen. Glaubte ferner Delitzsch, daß die Psalmen ״auf dem Gesetz beruhen“, versuchte er so die Opposition des Christentums gegen die jüdische ״Gesetzesreligion“ auch gegen die Psalmen zu verwerten, so verweist König S. 28 auf bekannte ergreifende Mahnungen der Psalmen zu religiöser Innerlichkeit, die allerdings beweisen, daß auch auf dem Boden des ״Gesetzes“ und im Zusammenhang mit ihm wahre und tiefe

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