Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Rochade und Notation bei Ibn Esra
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Rochade und Notation bei Ibn Esra. 369 Wir übergehen von dem Königssprunge zur Notation., Die holprigen Verszeilen 14, 15, 16 in unserem Gedichte versucht Steinschneider durch Emendierungen verständlich zu machen, wobei er dem Texte entschieden Gewalt antut, so setzt er in Zeile 15 statt der Worte ומומות (hinterlistige Gedanken) und Zeile 16 וחתימות (siegeln, eingravieren) die besser klingenden Worte ואותות (zeichnen) und דחרותות (prägen). Wir glauben den Text unangetastet lassen zu können und übersetzen: ומלחמתם מלאכת מחשבת 14 Ihr Streit ist ein Werk der Gedanken] ונכרים בסמנים 15 Sie sind durch Zeichen (Farben) zu erkennen. (Se. Ehrw. Rabbiner Dr. M. Frankfurter Vinkovci (Slavonien) schlägt mir vor, סמנים Farben zu lesen, was auch dem Folgenden viel besser entspräche) רשימות DlfffiSD וחתומות• (Wir lesen כפגריהם statt wie im Texte בפגריהם) 16 Die hinterlistigen (Züge) wie auch die Figuren (Diagramme) werden auf Holzschnitten eingezeichnet und eingraviert. (In alter Zeit wurden nämlich die Schachpartien auf Holzschnitte behufs Vervielfältigung eingraviert.) Wie dem auch sei, ist hier von der alten schwerfälligen Notation ohne Numerierung, wie wir dies in der Vorrede zu Damianos Partien und Endspiele (Rom 1561) finden, die Rede. Ist unsere Deutung richtig, so wäre damit Linde, der die Notation in das XIV. Jahrhundert versetzt, widerlegt, da sie schon Ibn Esra als etwas Bekanntes beschreibt. Monatsschrift, 65. Jahrgang. 24