Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 17)
- Language
- German
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Der Kuß. 269 Wie auf dem Berg des Abschieds Isaks Spur, Wo er die Freunde küßt, die. ihn verließen, Der Füße Spur, den Staub der Tritte küssen, Wie Honigseims Geschmack und Duft, er läßt Aus toten Leibern neues Leben sprießen. (II 261.) Mose Ibn Esra: Es waren Fürsten meine Gönner, Der Sklave trug die stolzen Streifen, Und dräut die Zeit — ich küß die Hand ihr — Bis Tränen mir die Wangen streifen. Ich geh fürbaß zu dem Palaste Wohin die Augen spähend schleifen: Vielleicht gewährst du, bis der Sklave Dir küßt die Spur von Schuh" und Schleifen. (Tarsis 42.) Den Staub der Füße küssen wird beliebte Formel für den Ausdruck der Bescheidenheit. Sohar chad. 90c: Wir wollen den Staub ihrer Füße, den Ort ihres Wohnens, die Mauern des Heiligtums küssen. Jechiel Chajim Viterbo (S.Vajechi vajitten 92b) drückt seine Bescheidenheit folgendermaßen aus: nach tausendfacher Entschuldigung und nachdem ich die Sohlen seiner heiligen Füße geküßt habe, denn wert und teuer sind sie in den Augen des Volkes. R. Mendel Dees (GA Jore Dea Nr. 175) sagt: nach dem Küssen des Goldstaubes meines seligen Lehrers. Wegen unzüchtiger Küsse der Eltern werden die Kinder stumm: sie haben den sprechenden Mund, der zum Küssen bereit ist, verschmäht und das Verschlossene gewählt, darum verschließt sich der Mund ihrer Nachkommen (M Kalla p. 2aCoronel, I n. 34 Romm. M V 719. Bote Midr. 3, 21, Jeb. 55b f, Sota 26b. Ned. 20a). Abraham b. Natan ha-Jarchi (12 Jh 2. Hälfte) erklärt dies in seinem von Baruch vToledano in Tiberias heraus-