Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 2)
- Language
- German
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254 Der Kuß. Litztg. 1911 Nr. 40, 2512. Bemerkungen zu Wünsche bietet RE J 67, 138). Auch sonst ist aus jüdischen Quellen manches über den Kuß zusammengestellt worden (Hamburger, R. Enc., J. Enc. sv Kiss, Ozar Jisrael sv nesikä, Krauss, Talm. Arch. 3, 246 Note 67 ff. Preuß, Bibl.-talm. Medizin 94). Im allgemeinen ist ja die Literatur über Kuß und Küssen nicht arm. Jan Nicolai Everard (Joannes Nie. Secundus 1511—1536 in Utrecht) hat unter dem Titel Basia 19 Gedichte über den Kuß geschrieben, die Passow 1807 ins Deutsche übersetzt, Weidmann 1899 neu aufgelegt hat. Auf Passows Übersetzung verweist Goethe (Über Kunst und Altertum, I, 3 [1817]: Deutsche Sprache. Jub.-Ausg. 37, 92), der den Geist des Johannes Secundus in folgenden Worten apostrophiert:. Lieber, heiliger, großer Küsser, Der du mir’s in lechzend atmender Glückseligkeit fast vorgetan hast! Wem soll ich's klagen? Klagt ich dir’s nicht! Dir, dessen Lieder wie ein warmes Küssen Heilender Kräuter mir unters Herz sich legten. Daß es wieder aus dem krampfigen Starren Erdetreibens klopfend sich erholte. (2: XI. 1776. Weim. Ausg. I, 2, 317. Jub.-Ausg. 2, 295). Im 17. und 18. Jahrh. wurden dem Kuß gelehrte Dissertationen gewidmet. Von völkerkundlichem und literarischkulturgeschichtlichem Standpunkte hat der Däne Kristoffer Nyrop 1897 die Frage behandelt (The Kiss and its History by Dr. Christopher Nyrop, translated by W. F. Harvey, London, 1901). Die deutschen schriftsprachlichen und mundartlichen Bezeichnungen des Kusses hat Th. Siebs in ein gewisses System zu bringen gesucht (Mitt. d. Schles. Ges. f. Volksk. — X, 1908 — Nr. 1, 2). Einleitende ־ Betrachtungen und Proben aus deutschen Schriftstellern bietet v. Schönthan, der Kuß (Univ. Bibi.