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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 226

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
Date
1921-01-01
Page
Seite 226 (sequence 6)
Language
German
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226 Die Stellung der Juden in den 1793 und 1796 von Preußen das ,,Gratialoffert“ der Schockener Juden war 1 Stein Zucker, 1 Stein Kaffee, 4 gute Viertel Rindfleisch, 6 Stein guter Talg und 50 (Viertel) Schaffüße1). Auf ähnlicher Stufe standen die Zwangsgeschäfte, zu denen die Gemeinden veranlaßt wurden. 1750 wurden die Juden ältesten in Lissa gezwungen, ,,an den Herrn jungen Grafen 200 Dukaten zu verborgen“, die sie selbst nur durch eine mit 10% verzinsliche Anleihe beschaffen konnten2). In Kurnik waren die Juden zur Abnahme von 6 Tonnen herrschaftlichen Salzes zu je 16 Tympfen, von 6 Tonnen Heringen zu je 50 Tympfen, von 3 Stück Brackvieh zu je 20 Fl., und von 50 Schöpsen zu je 6 Tympfen verpflichtet3); in Wreschen mußten die jüdischen Fleischer den gesamten herrschaftlichen Viehbestand abnehmen und ,,ein mageres Stück vor fett bezahlen“4). In Jarotschin hatte der Grundherr von Radolinski der Gemeinde russische Ochsen und 1 Zug Pferde aufgezwungen, woran sie 8344 Fl. Schaden gehabt haben wollte5). In stattlicher Höhe bewegten sich die Abgaben, die für die Bestätigung der Rabbiner, der Ältesten und der Privilegien zu zahlen waren. So betrugen sie in Bialystok für die Anerkennung des Rabbiners 200 Dukaten6), in Krotoschin zur Zeit, als es nach dem Sturz des Ministers V. Göme7) im Besitz der preußischen Seehandlung war, 300 Dukaten8), in Lissa, vor dem Brande von 1790, für die Bestätigung der Ältesten 50 Dukaten, in Schmiegel ebendafür an Kaffee und Zucker ca. 21/2 Dukaten und in Kurnik ף A. VIII. 5 Bl. 116 f. 2) Lewin 130. 3) A. VIII. 26 BI. 2. 4) Ortsch. Nr. 1581. ף A. VIII. 12 BL. 6. 6) Schmidt I. 436. 7) Koser a. a. O. III. 355. 8) Es wurde dann.allerdings die Hälfte erlassen. Ms. LI. (Preßbürg 1907) 37. Eggeling a. a. O., S. 17.

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