Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension] / E.
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Besprechungen. 189 Tag von vier Trägern bekleidet worden. Jeder war der Schwiegersohn seines Vorgängers. Die schöne Schrift von Rothschild bietet viele interessante Mitteilungen, sie ist eine wertvolle Quelle für die Kulturgeschichte der jüdischen Gemeinden und ihres inneren synagogalen Lebens. Und alles wird in schöner, flüssiger Sprache und stellenweise mit viel Humor vorgetragen. Herr Rothschild, der vorzügliche Kenner der Vergangenheit und Gegenwart der jüdischen Gemeinde Worms, hat sich mit dieser seiner neuesten Veröffentlichung Anspruch auf den vollen Dank weiter Kreise erworben. E. Hermann L. Strack: Einleitung in Talmud und Midras, fünfte ganz neu bearbeitete Auflage der Einleitung in den Talmud. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck, München 1921. Zur großen Freude aller, die sich mit talmudischen Studien befassen, ist Stracks Einleitung in den Talmud, die seit Jahren völlig vergriffen war, in neuer Auflage erschienen. Und die Freude ist um so größer, als das Buch in'seiner neuen Gestalt große und wertvolle Bereicherungen aufweist. Abgesehen davon, daß, die Literatur der letzten 12 Jahre erschöpfend nachgetragen und bei den Einzelheiten vieles ergänzt und hinzugefügt worden ist, ist noch als ganz neuer Teil ein Kapitel über die Tosephta und eine Einleitung in die Midraühm hinzugekommen. Der neue Teil zeichnet sich in gleicher Weise wie der alte durch alle erreichbare Vollständigkeit und wissenschaftliche Genauigkeit und Vorsicht im Urteil aus. Der Verfasser sagt in dem Vorwort zur Neubearbeitung: ,,Zwar erkenne ich sehr wohl, daß an diesem Buche auch jetzt noch, ja gerade jetzt; vieles der Ergänzung, manches der Verbesserung bedarf, andererseits bin ich gewiß, daß es keinen Gelehrten, auch innerhalb des Judentums, gibt, der nicht aus ihm lernen oder doch mannigfache Anregung schöpfen kann.“ Das ist sehr bescheiden ausgedrückt. Das Buchsteht in jeder Beziehung auf der Höhe, auch in Bezug auf die Fülle der Belehrung und Anregung, die es bietet. Es wird in seiner neuen Gestalt noch mehr, als es bereits bei der letzten Auflage der Fall war, dem jungen Studierenden ein unentbehrlicher Wegweiser und dem Gelehrten ein ebenso unentbehrliches Nachschiagebuch sein. Ueberdies ist es ein Buch, das jeder Gebildete lesen sollte. Wir wünschen dem greisen Gelehrten, dem das Judentum und seine Wissenschaft neben diesem vorzüglichen Buche noch sehr viel anderes zu verdanken haben, daß es ihm vergönnt sein möge, mit der gleichen jugendlichen Unermüdlichkeit und mit dem gleichen Erfolge wie bisher noch recht lange zu arbeiten und zu wirken. J. Krengel.