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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen der Menschen
Date
1921-01-01
Page
Seite 178 (sequence 15)
Language
German
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178 Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen. die so groß geworden war wie eine Taube und zwei Pfund wog1). —' Ausführlicher und etwas verschieden im babylonischen Talmud. Hier heißt es unter anderem, daß Titus den Vorhang des Allerheiligsten im Tempel mit seinem Schwerte durchbohrte und als (durch ein Wunder) Blut aus demselben floß, glaubte Titus, den Gott der Juden, getötet zu haben. Darauf legte er alle Tempelgefäße ׳ auf den Vorhang, rollte diesen zusammen und begab sich damit zu Schiffe, um sich in seiner Stadt seines Sieges zu rühmen. (Bekanntlich figurieren mehrere Tempelgefäße auf dem Triumphbogen des Titus.) Wie an den bereits angeführten Stellen fordert auch hier, während eines Seesturmes, Titus den Gott der Juden zu einem Kampfe zu Land heraus, worauf die Himmelsstimme ihn zu einem Kampfe gegen das kleinste Landgeschöpf, die Mücke, herausfordert. Kaum hatte er das Land betreten, als ihm auch in der Tat eine Mücke in die Nase kroch und sieben Jahre lang an seinem Gehirne nagte. Es wird nun ferner erzählt, er sei einst an einer Schmiedewerkstätte vorübergegangen, und da habe die Mücke geruht; darauf habe er sich jeden Tag einen Schmied kommen lassen, der vor ihm hämmerte. Dieses Mittel bewährte sich aber nur 30 Tage lang; von da an war die Mücke das Hämmern schon gewöhnt und kümmerte sich nicht weiter darum2). Die Motive dieser Sage in ihrer Fassung im Talmud hat die muhammedanische Legende herübergenommen und vielfach verwendet, aber nur in Erzählungen über andere, ג) Gen. r. X 7. 2) Gittin 56 b. Mit geringen Abweichungen in beiden Tanchumas 1 § חקת, Lev. r. XX 2, Num. r. XVIII 22. Eine Vereinigung beider Versionen in Aboth R. Nathan II. Rez. Kap. 7 und Koh. r. zu 5, 8. Kurze Erwähnung der Sage in Sifre Deut. § 328, Pes. ed. Buber 172 a, Ley. r. XX 5, Tanch. 4 § אחרי, ed. Buber § 5, Mid. Ps. 121 § 3, Pirke R. Eliezer Kap. 49.

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