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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 152

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
Date
1921-01-01
Page
Seite 152 (sequence 2)
Language
German
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152 Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen ein kräftiger Stamm fremdländischen, meist deutschen Kaufmannstums sich erhalten hatte1). Im Posener Kammerdepartement waren allein 22 Städte ohne Juden2), in ganz Südpreußen sogar 423) — wie auch im Netzedistrikt in 18 Städten Juden nicht geduldet oder nicht vorhanden gewesen waren4). In einigen Städten war es den Juden gelungen, entgegen den Ausschließungsbestimniungen, Fuß zu fassen oder die nur für Jahrmarktszeit erteilte Aufenthaltserlaubnis5) zu erweitern, beispielsweise in Warschau6), Meseritz, Schwersentz Fraustadt, Lissa, Schlichtingsheim, Schmiedel, Rawitsch, Zduny und Schrimm7), wo die betreffenden Privilegien entweder geradezu aufgehoben oder stillschweigend übergangen wurden. Es ist bemerkenswert, daß die Juden gerade die wichtigsten und größten Städte zurückeroberten, und daß sie hierbei eine ganz wesentliche Unterstützung durch die adeligen Großherren und die königlichen Beamten8) erfuhren. 1•j ״In Westgalizien gibt es eine Reibe kleiner Städtchen, in denen heutzutage trotz der österreichischen Konstitutionen ein Jude nicht einmal übernachten darf. Die Einwohner, die ehemals Deutsche gewesen sind, ziehen vergilbte, deutsch geschriebene Dokumente hervor, in denen geschrieben stand, daß sie von polnischen Königen oder Grundherren das Recht erkauft haben, keine Juden in ihren Mauern zu dulden/4 Ost- und West. XIII. (Berlin 1912) 1092 f. 2) G. T. passim. 1825 waren in der Provinz Posen noch sechs Städte — 4 unter 1000, 2 unter 2000 Einwohnern — judenfrei. Z. XXI. 149 (Manfred Laubert: Die letzten städtischen Privilegien de non toi. Jud. in der Prov. Posen). s) Krug 48. 4) Z. VII. 261. s) Coxe I. 100. 6) Fournier 444. 7) Meseritz bis Schrimm — G. T. passim. Siehe auch den charakteristischen Paragraphen des Zdunier Privilegs von 1637. Z. V. 205 (A. Henschel: Gesch. d. evang. Gern, zu Zduny). 8) D. J. 1793, S. 84. Wuttke a. a. 0״ S. 205.

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