Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Feldgebetbuch für die jüdischen Soldaten und Matrosen in der englischen Armee und Marine
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 10)
- Language
- German
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106 Das Feldgebetbuch f.d.jüd. Soldaten u.Matrosen i. d. engl. Armee u.Marine. für Rausch Haschono, jaum Kippur (hier die Schernaus in der in Deutschland üblichen Anordnung) — aus der Peßach- Hagada, aus der Gebetordnung für die drei Wallfahrtsfeste — alle diese Stücke wieder mit englischer Uebersetzung und die Hagada-Auszüge mit knappen, aber bezeichnenden Ueber- Schriften, die die in unseren deutschen Hagadas üblichen Anweisungen völlig ersetzen. Dann folgen für die Vorlesung am ersten und siebenten Tage des Peßachfestes Ueber־ Setzungen des 12. Kapitels beziehungsweise des '14- und 15. Kapitels des zweiten Buches Moses, während für die Vorlesung am Schowuaus auf die unmittelbar folgende Uebersetzung der Zehngebote (the Ten Commandements) und für Sukkaus auf die Psalmen 23, 103, 145 (anstelle der Tora Vorlesung!) verwiesen wird. Der Bearbeiter des Gebetbuches rechnete also nur mit einem Feldgottesdienste an den ersten und siebenten Tagen der Feste und verzichtete auf eine Vorlesung aus den Propheten, oder überließ diese den Feldrabbinern. Aehnlich dürfte es ja auch wohl bei den jüdischen Feldgottesdiensten im deutschen Heere gewesen sein, da sich offenbar in den weitaus häufigsten Fällen nur der Feldrabbiner im Besitze einer hebräischen Bibel befand. Es folgen die Gebete beziehungsweise Einschaltungen für Chanukka und Purim sowie die Chanukka-Hymne, alles wieder mit englischer, das Moaus Zur mit metrischer Uebersetzung. Auf den letzten drei Seiten des Gebetbuches finden sich endlich der Festkalender für die Jahre 5678 und 5679 (1917/18 und 1918/19) — auch hier sind wieder für Sukkaus und Peßach nur der erste und achte Tag berücksichtigt — die Königliche Botschaft an die englischen Streitkräfte vom 9. August 1914, die hierzulande wohl so gut wie unbekannt ist und von der uns insbesondere der zweite Satz interessiert: Belgium, whose country we are pledged to defend, has been attacked and France is about to be invaded by the same powerful foe — und die letzte Botschaft des englischen Feldmarschalls Lord Kitchener, der bekanntlich selbst ein Opfer des Krieges geworden ist.