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Esra · 1919-01-01 · Heft 7 · p. 215

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 7
Article
Er und sein Diener
Date
1919-01-01
Page
215 (sequence 5)
Language
German
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Nur ein einziger Soldat untei denen, welche opfermutig gegen die Kanone stürmten, ein blutjunges Milchgesicht ohne Schramme, ohne Wunde — der war plötzlich auf der Erde sitzen geblieben und biß sich die Finger blutig und weinte und schrie in Kummer und Harm. Es zog ihn wohl zu Mutters Schürze .... IV. Der Kranke saß und schaute auf die Kanone. Nicht weit von ihm, unter dichtem Gezweig, küßte der junge, stämmige Diener das rothaarige Mädchen . . . (Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz.) ELIJAHU RAPPEPORT AUS DEN LOBLIEDERN Die Erdenrichter scheiden das Unrecht der Menschenwelt Und finden das Unrecht mit scharfem Griff, Sie strafen die Menschen des Unrechts wegen Und dies nennen sie Recht Warum sind nicht auch Erdenrichter, Das Rechte zu lohnen? Aber Gerechtigkeit hält nur Unrecht umarmt. Menschenaugen sind stark, Unrecht zu sehen, Doch das Rechte ist ihnen sehr verborgen. Aber wo Unrecht zu groß ist dem Auge des Erdenrichters, Da bleibt sein Rechtspruch unbewährt, Doch Gottes Recht wird da sehr offenbar. Gott richtet nicht mit Rache, Sondern mit Richtung. O Gott, wann noch haben Menschen Dein Recht so sehr verraten? 215

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