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Esra · 1919-01-01 · Heft 7 · p. 193

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 7
Article
Zum jüdischen Kulturproblem
Date
1919-01-01
Page
193 (sequence 1)
Language
German
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DR AKTUH ZANK ER ZUM JUDISCHEN KULTURPROBLEM II Judischer Teleogismus (opportunistische Zielstrebigkeit) Im gleichen Gedankenkreise der \ orhergehenden Auseinandersetzungen liegen weitere einzelne jüdische Kulturdefekte, die letzten Endes von den bisher hervorgehobenen Eigenschaften abgeleitet werden konnten Das Überwiegen der spekulatnen gegenüber der kontemplativen Lebensweise, die aus dem jüdischen Rationalismus Sombarts entspringende Zweckbedachtheit und Zielstrebigkeit dürfen zwar nicht einfach als spezifisch jüdische Wesenmerkmale hingenommen werden, \erpfltchten aber anderseits zu einer kritischeren Stellungnahme Denn dieser Teleogismus ist es, der zu der nicht abzuleugnenden vorwiegenden Einschätzung aller Lebenserschemungen nach ihrem Zwecke und nicht nur zu der im Kampf ums Dasein selbst\ erstandhchen Beurteilung des Vorteilhaften fuhrt, sondern auch m das Gebiet tieferer heiliger Lebensfragen ubergreift, zur Berechnung und Zweckbedachtheit selbst in Fragen der L ebe und Ehe fuhrt, einer Venrrung des Geistes die traurige Perspektiven für die Zukunft des Volkes eröffnet Liegt auch wohl m der Kritik unseres Teleogismus \on nichtjüdischer Seite mehr Haß und Übelwollen, jedenfalls ist es vielfach berechtigter Widerwille gegen eine Eigenschaft, deren Auswüchse in der mit der Sombartschen angeblich spezifischen ludischen Handels- und Erwerbsidee doch in tieferem Zusammenhang stehenden, allzu opportunistisch auf Wohlleben und Vorteil gerichteten Anschauungsweise der herrschenden judischen Gesellschaft markant m Erscheinung treten Nicht genug kann daher auf dem Wege zur Veredlung und Umwertung des Judentums zu \olliger Zweckbefreitheit innerster Unbekümmertheit und Werkfreudigkeit aufgerufen werden Denn die bereits gewohnheitsmäßige Einschätzung der Lebenserschemungen nach dem Gesichtspunkt des Zweckes und Zieles, nicht das Dasein an sich, haben besonders nachteilig auf den Geist der jüdischen Jugend abgefärbt, m der sich allzu früh die Schatten sorgenvoller Zweckssetzung und qualenden Ehrgeizes 193

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