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Esra · 1919-01-01 · Heft 5 · p. 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 5
Article
Das Martyrium der Sieben
Date
1919-01-01
Page
149 (sequence 4)
Language
German
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können. Alsbald erlit ß Adrianus einen Befehl, daß man den Knaben töte, In dieser Stunde sprach die Mutter der Söhne zu dem Kaiser: Bei deinem Haupte, du König, laß mich meinen Sohn noch einmal küssen. Das wurde ihr gewährt Das Weib streichelte ihren Sohn, hielt ihn in ihren Armen und küßte ihn; sie reichte ihm ihre Brust, daß er sauge und Milch und Honig Überflossen den Mund des Kindes und fielen auf die Erde. So kamen die Worte in Erfüllung: Milch und Honig sind unter deiner Zunge. Und weiter sprach die Mutter der Kinder: Bei deinem Haupte, o König, bei deinem Haupte, o König! Lege dein Schwert an meinen und an meines Sohnes Hals zugleich. Der Kaiser erwiderte: Bewahre, daß ich solches täte! Das Gesetz sagt: Es sei ein Ochse oder ein Lamm, so soll man es nicht mit seinem Jungen auf einem Tag schlachten. Daraufsprach der Knabe: Törichter König! Hast du denn sonst alles befolgt, was das Gesetz befiehlt, daß du dem einen Gebot nicht Abbruch tun magst? Alsbald wurde ein Schwert genommen und dem Knaben der Kopf abgehauen. Die Weisen versuchten das Alter dieses Knaben festzustellen und fanden, daß er zwei Jahre, sechs Monate und sieben und eine halbe Stunde alt gewesen war. In dieser Stunde rauften sich die Heiden die Haare, zerrten an ihren Barten und weinten laut. Sie sprachen: Was muß ihr Beschützer Großes getan haben, daß sie um seinetwillen den Tod auf sich genommen haben. Auf diese Stunde deutet die Schrift hin, wenn sie sagt: Wie ist doch dein Freund herrlicher denn die anderen, du schönste unter den Weibern. Die Mutter der Knaben aber sprach zu ihren Söhnen: Meine Kinder, geht hin und sagt eurem Vater Abraham: * Dein Sinn überhebe sich nicht; du hast von dir gesprochen: Ich habe dem Herrn einen Altar errichtet und auf ihm meinen Sohn dargebracht. Ich aber habe sieben Altäre erbaut und habe meine sieben Sohne hingegeben. Und sie sprach weiter zu ihren Söhnen : Wohl euch, ihr Kinder, daß ihr den Willen eures Vaters im Himmel getan habt. Seid ihr doch nur dessenthalben auf die Welt gekommen, daß ihr seinen großen Namen heiliget, wie er es selber gesagt hat: Durch meine Lieblinge will ich geheiliget werden. Und sie richtete sich auf, bestieg das Dach des Hauses, warf sich - hinunter und war tot. Da erscholl eine himmlische Stimme und sprach: Dich meint die Schrift, wenn sie sagt: Es frohlocket die Mutter der Kinder! (Übersetzt von R. R.) 149-

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