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Esra · 1919-01-01 · Heft 5 · p. 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 5
Article
Das Martyrium der Sieben
Date
1919-01-01
Page
148 (sequence 3)
Language
German
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zugesagt, daß er dein Gott sei und der Herr hat 'dir zugesagt, daß du sein eigen Volk seist. Adrianus sprach: Willst du dich vor dem Gotte nicht bücken? Siehe, ich werfe dir meinen Siegelring zu; du bückst dich um ihn aufzuheben, die Umstehenden aber sollen von dir glauben, daß du auf die Worte des Kaisers gehört und dich vor dem Götzen gebückt habest. Darauf entgegnete der Knabe: Wehe dir, o König, für deine Worte! Wenn du, ein Mensch, vor deinesgleichen Scham empfindest, wie soll ich vor dem König aller Könige nicht Scham empfinden? Da sprach der Kaiser: Hat denn die Welt einen Gott? Der Knabe antwortete: Dünkt dich die Welt gar herrenlos? Der Kaiser fragte : Hat euer Gott einen Kopf?. Der Knabe erwiderte: Wohl hat er einen, wie es auch im Hohen Liede heißt: Sein Haupt ist das feinste Gold. Der Kaiser fragte weiter: Hat euer Gott auch Ohren? Der Knabe sagte; Auch davon spricht die Schrift: Der Herr merket es und höret es. Adrianus sprach: Hat er auch Augen? Der Knabe vernetzte: Heißt es doch: Die Augen des Herrn schauen umher. Der Kaiser sprach: Hat er auch eine Nase? Der Knabe entgegnete: Steht es doch geschrieben: Und der Herr roch den lieblichsten Geruch. Adrianus fragte weiter: Hat er auch einen Mund? Der Knabe antwortete: Sagt nicht der Psalmensänger: All sein Heer ist durch den Geist seines Mundes gemacht. Der Kaiser fragte: Hat er auch eine Kehle? Der Knabe erwiderte: Lesen wir doch im Liede Salomos: Seine Kehle ist süß und voller Lieblichkeit. Der Kaiser sprach: Hat euer Gott auch Hände? Der Knabe entgegnete: Heißt es denn nicht: Seine Hand hat das Erdreich gegründet und seine Rechte hat den Himmel gedehnt. Der Kaiser fragte : Hat euer Gott auch Füße? Der Knabe versetzte: Der Prophet spricht: Des Herrn Füße standen auf dem Ölberge. Der Kaiser fragte: Hat denn euer Gott Kraft? Der Knabe gab zur Antwort: Auch darüber läßt sich die Schrift aus; es heißt: Des Herrn Hand ist nicht zu kurz, wo es gilt, Hilfe zu bringen. Da sprach der Kaiser* Wenn nun euer Gott so mächtig ist, wenn seine Augen sehen und seine Ohren hören, warum ist er jetzt nicht erschienen und hat euch nicht aus meiner Hand gerettet? Der Knabe erwiderte: Du Tor,'du bist es nicht wert, daß durch deine Hand Wunder vollbracht würden. Wir aber sind des Todes schuldig. Tötest du uns nicht, so hat der Herr noch andere Boten die den Tod bringen können. Hat er doch Bären, Panther, Schlangen, Skorpione und Löwen, welche uns alle heimsuchen 148

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