Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Weitertreiben des Nationalismus
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Konnte man diese Übergänge schon früher immer in der Theorie feststellen und benandeln, in dem Augenblick, in dem der jüdische Nationalismus beginnt, praktisch zu werden, treten sie offen zu Tage, verlangen sie ein offenes Bekenntnis. Wenn wir die nationale Gemeinschaft als Schöpferin der neuen nationalen Kultur verlangen, so ist eine selbstverständliche Folgerung daraus, daß diese Gemeinschaft auf das Äußerste dazu befähigt, alle Kräfte dafür freigemacht werden müssen. Im Augenblick nun, wo wir praktisch an die Ausgestaltung des neuen Gemeinwesens gehen, ist es unaufschiebbare Pflicht, darüber Klarheit zu gewinnen, wie dieses Gemeinwesen beschaffen sein muß, damit es diese Aufgabe erfüllen und gleichzeitig eine wiikliche Heimstätte für jeden Juden sein kann. So verschiedenartig die sozialistischen Denker die neue Gesellschaft skizzieren und so vorsichtig sie sich in ihren positiven Vorschlägen ausdrücken, so sehr stimmen sie in ihrer Kritik und in ihrer Verurteilung der augenblicklichen Gesellschaftszustände überein. Sehen vyir ihr nur gerade ins Gesicht, dieser bürgerlichen Weltordnung, schauen wir sie uns in ihrer ganzen Nacktheit an. Und dann wollen wir sehen, ob dies die Weltordnung ist, die wir nach Palästina mitnehmen wollen, die nur den Aufbau der nationalen Gemeinschaft gestattet Sehen wir genauer zu. Wir leugnen nicht, daß das kapitalistische System eine gewaltige Steigerung der Produktionskraft im Gefolge hatte, daß es wie keine Einrichtung vorher die Menschen gezwungen hat, ihr Letztes herzugeben. Und doch ist der Wert der produzierten Güter nicht so groß, wie man vermuten würde. Dies rührt her von der unglaublichen Anarchie der Produktion, die auch nicht durch den Gegendruck der Marklverhältnisse ausgeglichen wird. Sie kommt dadurch zustande, daß die Produzenten nicht in gegenseitiger Unterstützung und Ergänzung das produzieren, was die Allgemeinheit braucht, sondern das, was ihnen den höchsten Eigengewinn abwirft* Anstatt durch Massenproduktion von Nutzgegenständen diese zu verbilligen, wird ein großer Teil der Produkfionskräfte durch die Herstellung von Luxusgegenständen gebunden, und die (verhältnismäßig) wenigen Nutzgegenstände verteuert. Dies alles rührt davon her, daß die Produktionsmittel sich im privaten Besitz von Einzelpersonen befinden. Und doch, wie ungerechtfertigt ist dies. Was würde die schönste Fabriksanlage 135