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Esra · 1919-01-01 · Heft 4 · p. 114

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 4
Article
Der Sündenfall
Date
1919-01-01
Page
114 (sequence 8)
Language
German
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Nach unserer Gunst, nach unserer — Gottesgabe! (Zu den Ungetümen aui dem Boden] Bewegt euch, fühlt euch, herrliche Dämonen, Jeder ein Würger, — Adam: (mit großer Kraft) Ich ertrag nicht mehr! Nichts von allem, was um midi geschieht, Erfasse ich. Nur dumpf und düster tönt Ein schwerer, banger Sang in meine Seele, Ein blindes Aufbegehren und Versinken. Ich weiß nicht, was die Schlange spricht und jubelt, Nicht, was der Aufruhr um mich her bedeutet, Auch nicht, was Eva starrt und will. Eva: Das ists ja, Adam, du bist so dumm wie s Tier. Ich aber Bin anders. Sieh her, wie ich lache, Adam, Nie wirst du lachen, wenn du nicht den Mund Mir herbeugst, Mann und Mund der Kräfte, Sonst wein ich, wie ich lache. Hüte dich! Ich falle dich wie eine Löwin an! Ich töte dich! (zu den Schlangen) Ihr wahnsinnigen Geister, Umwirbelt seinen Leib, reißt seine Seele In meine Seele wild und* fromm hinein. Sie suchen sich, und er, er steht und schaut In stummen Himmelsraum — und sieht mich nicht. (Ein Ungetüm bewegt sich zu Adam hinauf und beugt dessen Haupt zu Eva nieder.) Jetzt hab ich dich und halt ich dich und sauge Mich voll von Lust und Flammenseligkeit, Jetzt speise ich die Herrlichkeit der Welt! (Sie küßt Adam .auf den Mund) Adam, du fühlst mich nicht! Ich weiß warum Du seellos bist Ich bringe dir die Frucht, Die in mir rast als Weisheit und als Wonne. Du mußt es kosten, mußt es, Adam, dies nur. Nichts mehr, damit du meinen Leib fühlst, sonst Kannst du nichts anderes als starren, nichts Als preisen* Bleib, ich hole dir die Frucht (Sie eilt zum Baum und reißt eine Frucht ab.) Hier, Adam, du kannst mich allein nicht selig In deiner Nähe werden lassen. Nein, nein, Du darfst es nicht Sieh mir ins wilde Antlitz!

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