Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Der Sündenfall
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 113 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Schlange: Ich bleibe hier und freue mich. Eva: Und nicht Das Leben um mich her. (zu Adam gewendet) Nur du, nur du, (knieend bewegt sie sich zu Adam hin nnd umfaßt ihn zärtlich) Mein Mann, sieh, wie ich wonnig mein Gesicht Und meinen heißen Mund ins Fleisch dir grabe, Ins süße, liebliche? Hier möcht ich nun Für ewig ausruhn. Adam, ach, was ist Die Frucht, die jenes Ungeheur mir gab, So schön und köstlich! Fast ists mir, als war ich Wie Gott so selig und so heiter. Adam! So komm und neige deinen Mund herunter. Ich will ihn küssen. Er sei meine Speise Fortan, nur er und keine Frucht mehr, er Mein Hunger, Adam, sieh, ich fleh dich an: Laß deine roten Lippen mich mit meinem Geschmacke fühlen, mit der großen Glut, Die in mir zitternd weint und tobt, mit meiner Unendlichkeit an Lust und Kraft! Steh nicht So leblos und verwirrt. Gott selber wollte Nur dieses, ja, nur dies, sonst hätt ers nicht Geschehen lassen. (zur Schlange blickend) Weh mir, wie das Scheusal Mich angreint Willst du fort, — ich speie dir Ins Angesicht! (es geschieht) Schlange: Du bist mein Lohn, du schönstes, Lieblichstes Herz auf Erden und im Himmel! Wir beide, du und ich) wir werden die da, Die Adame der Welt, die — Hochgesinnten, Die — edlen Männer schon herunterrufen, Mit Macht, die zieht und* redet und am Ende Auch Wort hält.- Ha, wie weide ich midi schon An deinen Freuden, die sich greifen lassen, Die Mut erschleicht und hinnimmt, vollster Fülle, Mit allem Ach der Müdigkeit und Liebe, Mit allem Licht — und Ewigkeitsvergessen, Mit allen meinen, meinen, — deinen Wonnen. Eva, was werden wir uns noch erbauen Am Lustgestank der Welt, am heißen Röcheln 113