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Esra · 1919-01-01 · Heft 2 · p. 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 2
Article
Die neue Erziehung als Weg zur nationalen Wiedergeburt
Date
1919-01-01
Page
62 (sequence 3)
Language
German
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wollte, dann wird seine „Utopie** Wirklichkeit werden und etwas Neues, Großes, für die Menschheitentwicklung Bedeutendes auf dem Boden Palästinas zur Tat werden und das jüdische Volk in Wahrheit eine „Wiedergeburt" aus dem Geiste erfahren. ADOLF BÖHM Max Brods .Das große Wagnis" Zwischen Flaubert und Dostojewskij liegen die Möglichkeiten des europäischen Romans. Flauberts Quelle ist die Freude an der Verschlungenheit des Seins, an den irdischen Abenteuern Gottes; Dostojewskijs Enthüllungen reißen das Leben auf und halten die unschuldigen Schwären stumm der Gottheit hin. Flaubert schrieb für die Menschen, Dostojewskij gegen Gott Die große Nuance zwischen Westen und Osten hegt hier beschlossen, Max Brods Entwicklung treibt immer mehr dem Qsten zu Ja, sein jüngster Roman «Das große Wagnis» (Kurt Wolff-Verlag, Leipzig und Berlin), wächst über die Breiten der europäischen Form hinaus. Noch baut er auf europäischem Grunde aber schon ruht asiatischer Geist auf seinem Abschluß. In der Welt Flauberts oder Dostojewskijs brauchte kein Raum zu sein für die Erkenntnis, daß die menschliche Seele, so wie sie das Objekt des göttlichen Willens ist, doch auch wunderbarerweise zum Träger eines Gott bestimmenden Prozesses werden kann. Ihnen kam es auf das unabwendbare Abrollen oder die grausamen Zusammenhänge der Geschehnisse an, nicht aber auf die Kraft unmittelbarer Aufrichtung und Neuerschaffung, Dies aber ist asiatischer Geist; Verschmelzung des Menschen mit Gott sein Anteil am weitschaffenden Sein, eine Art physischer Monismus. Asiens Antithese heißt nicht: Gott — und Welt, sondern Gott, Mensch — und die Materie. Der asiatische Dichter schreibt darum nicht aus Darstellungssucht oder Selbstbespiegelung; er will die Menschen für ein Ziel bereiten, unwandeln, werben; er bleibt sozial, auch wenn er einsam ist und jenseits der Wirklichkeit. Denn für ihn geht es um das Göttliche, das im Zusammenleben des Menschen mit der Welt nicht entstellt werden soll. Aus solchem sozialen Geiste heraus ist »Das große Wagnis« geschaffen. 62

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