Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jeschualegenden
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 55 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Menschen, ihr ähnlich, sah, daß ihrer viele waren und einer dem anderen glich und sagte sich, daß es nicht der Maschiach selbst sei, sondern seine Boten. Und er wartete auf den Maschiach. Und ehe noch Hunger ihn peinigte, war einer der Boten da, beugte sich über den Raum und ließ an dünnem Faden einen wohlschmeckenden Wurm und immer wieder einen herunter, solange der Maulwurf fressen mochte. Und das Tier, nicht gewohnt so leicht zu Nahrung zu kommen, fraß sich die Seele taub, daß er aller Erwartung, Erlösung und des Maschiach vergaß. So ging dies mit vielem Fressen geraume Weile. Die Seele des Maulwurfs schmeckte die Erlösung und nur die Krallen seiner Füße erinnerten sich zuweilen seines Suchens und schaufelten wenige Takte in der Erde unter sich. Dann aber lag er wieder faul da und wie tot, bis die Würmer ihm von oben gereicht wurden, die fraß er träge. Doch, die er für des Maschiach Boten gehalten hatte, die ihn im Käfig hielten und sorglich nährten, erkannten Said, daß er sich so sehr verfette, daß er zugrunde gehen müsse Es faßte sie Erbarmen und damit er lebe, setzten sie ihn in den Gärten, frei in die Sonne, Sie meinten, daß er sich wieder in die Erde graben und sein Leben wie ehedem weiterleben werde und daß dies so besser für ihn sei. Aber der Maulwurf blieb träge liegen, vom Licht geblendet, daß er nicht sehen konnte. Lag und wußte nichts als sein Fett. Doch es verging eine Zeit, daß seinen fetten Leib Hunger ankam. Und da er geblendet nicht gemerkt hatte, daß er nicht mehr im Käfig sei, reckte er'seinen Kopf hoch, daß er gegen die Sonne wies und sperrte sein Maul auf. Sonst hatte das genügt, daß ihm die Würmer zum Maul gereicht wurden, nun aber war niemand da, der ihm etwas zugeschoben hätte. Das wunderte den Maulwurf, aber er blieb in Geduld, reckte sich hoch und sah in die Sonne, sperrte sein Maul weit auf, hungerte und wartete auf Maschiach. Nun suchte er den Maschiach nicht mehr, uun wartete er auf ihn. Und es kam die Frau, die ihn vordem gefangen hatte und sah das unverständige Tier dasitzen und sein Maul in die Sonne recken und sie verstand. Da holte sie Würmer und fütterte ihn und kam so immer von Zeit zu Zeit als wäre er noch im Käfig, denn die Seele des Maulwurfs hatte alles Suchen verlernt und wartete auf den Maschiach, 55