Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jeschualegenden
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 53 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht finden, den seine Seele suchte. Rabbi Gamliel hatte einen einzigen Sohn Jehonatan. Den unterwies er in allem Suchen, Schauen und Sehen, von dem er wußte, erzog ihn in aller Frömmigkeit und erhoffte in seinem Alter, daß Jehonatan fortsetzen werde, was er begonnen hatte. Aber ehe er dessen noch Gewähr hatte, ward er gerufen und gesammelt und trat in die Räume der Vollendeten. Da sah er: und siehe der Maschiach hatte tausenderlei Gestalten, die er aber jetzt auf Erden trug, das war die Gestalt seines einzigen Sohnes Jehonatan, den Rabbi Gamliel also liebte. Aber er sah und erkannte, daß es Jehonatan nicht wußte. Da weinte Rabbi Gamliel und schrie dem Engel des Herrn, daß er ihn lasse seinem Sohne ein Zeichen geben, denn er klagte: , „Ich habe ihn mißleitet mit meinem Suchen, daß er nicht zu erkennen vermag, wer in ihm zur Gestalt will." Doch der Engel des Herrn entgegnete Gamliel, daß es vergeblich wäre, wenn er Jehonatan ein Zeichen gebe.*Doch da Gamliel klagte^ und bat, willigte der Engel des Herrn darein, daß er ihm erscheine zu dreien Malen im Traume. Und Jehonatan sah seinen Vater Gamliel zum ersten im Traume und Gamliel schrie seinem Sohne: „Du bist, der da berufen ist und ausgesandt!* Da erschrak Jehonatan, daß er erwachte und fastete und entsetzte sich drei Tage lang. Hernach erschien ihm Gamliel zum zweitenmale und Jehonatan tat, wie er zuerst getan hatte. Doch als Gamliel zum drittenmale vor seine Seele trat, da erwiderte Jehonotan im Traume: „Nun vermagst du nichts mehr über mich, denn nun weiß ich, daß du Satan bist, mich zu versuchen." Rabbi Gamliel klagte, doch des Herrn Engel antwortete ihm: „Ich habe dir gesagt, Jehonatan werde deine Stimme nicht hören. Jehonatan glaubt sich nicht und glaubt Gott nicht, wie sollte er dir glauben, der du vordem ihm nicht glaubtest?" Ich sage euch aber, es wird der Maschiach nicht kommen, bis nicht einer im andern ihn sieht! * , * * Und Jeschua wandte sich abermals an Jehuda und sagte ihm dies Gleichnis: 53