Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aufruf zum Sozialismus
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Geist geschmiedet, uns und der Menschheit Bindung sein soll. Und sein wird, bis wir uns gehören. Zu diesem Menschheitssozialismus ruft Landauer auf. SIEGFRIED SCHMITZ Jawne und Jerusalem Es ist als wertvoll für die gedankliche Vertiefung des Zionismus zu begrüßen, daß der jüdische Verlag bis nun zerstreute Aufsätze Hugo Bergmanns in einem Bande herausgegeben hat Denn erst ihr Zusammenhang erschließt dem Leser die einheitliche und konsequente Grundeinstellung dieses, namentlich in unseren jungen Kreisen viel zu wenig gewürdigten Denkers zu den Zentralproblemen des Zionismus, als Gedanken und als Realitäten betrachtet Den parteimäßigen Ausgangspunkt gleichsam bildet die Einsicht, daß es mit leerer Organisationsarbeit nicht getan sei. Einem größeren Zionismus darf sich nichts Jüdisches entziehen. Seine wahre Form ist nicht die Partei, sondern die aus jüdischem Geiste zu erneuende Lebensgemeinschaft Bergmanns Forderung ist die nach Realität, sowohl der Partei gegenüber, welche von nationalistischer zu wahrer, alle Zweige des Lebens umfassender Volksarbeit kommen müsse, als auch im Gegensatze zum offiziellen Judentum, welches den Zusammenhang ebensowohl mit jüdischer Geistigkeit als mit jüdischer Wirklichkeit bereits verloren hat Denn — und dies ist der Zentralgedanke des Buches, der zugleich auch zentrale Richtung bedeutet — das Jüdisch-Geistige und das Jüdisch-Wirkliche können nicht mehr als getrennte Dinge nebeneinander gehen, Dies gilt für das Kleinste wie für das Größte. Gesunde Volkswirklichkeit sei bestimmend für das Verhältnis zu Palästina, zur jüdischen Sprache, zum ganzen Gorsleben. Auch der Palästinagedanke darf nicht als Abart idealistischer Abstraktion, deren Lebensfremdheit sich an der Überrumpelung durch den Kriegsausbruch in welthistorischen Dimensionen gezeitigt hat, neben dem Leben einhergehen. Sowohl Palästina als auch die jüdischen Lebenserfordernisse von hier und heute müssen — Bubers Forderung der Verwirklichung erscheint hier ins Konkretere übersetzt — in unserem Einzelleben Wirklichkeiten bedeuten, Durchdringung des ganzen Jüdischen mit allem Menschlichen überhaupt und Erneuerung des jüdischen Geistes in national gelebter Wirklichkeit bilde, aber auch die Zentralrichtung des Zionismus und namentlich des Kulturzionismus. Von diesem Gesichtspunkte aus würdigt Bergmann die — zu Achad-Haam in einem gewissen Gegensatze, stehende — Forderung des hebräischen Schriftstellers Berdiczewsky auf völlige Verweltlichung des Judentums (Jerusalem gegen Jabne!). Für Berdiczewsky bedeutet 30