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Esra · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 1
Article
Das Problem einer jüdischen Kunst
Date
1919-01-01
Page
Seite 16 (sequence 9)
Language
German
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Waffen aus der Hand gegeben haben und nun tritt es wieder in die Weitgefchichte ein, aber in einer anderen Form, als ein Beweis für die Unzerftörbarkeit von Raffen, die den Glauben an fich noch nicht verloren haben, als ein Beweis für die Unfterblichkeit einer höheren Glaubensmiffion, Neben einem zeitgemäßen politifchen und fozialen Ideal befinnt es fich auf die Macht feines geiftigen Kapitals. Es will fich konzentriert, geformt fehen und da feine Heroen nodi nicht lebendig gemacht wurden, will es fich geiftige, äfthetifche Denk* mäler fetzen. Die jüdifche Kunft als reinfte Trägerin und Beherrfcherin aller Kulturelemente wird ihm den Spiegel vorhalten, damit er erkenne, ob fein Blick fich verzerrt oder erhellt hat Denn hier gilt es nicht bloß den überfchuß an Vitalität in einen Strom abzuleiten, fondern zugleich auch ein Neues, Weiteres zu fchaffen, nicht bloß eine Ergänzung des Dafeins, fondern die Verkörperung des Dafeinsinhaltes. Aus diefer knappen Analyfe möge erfehen werden, wie die Kräfte der Schaffenden nach einem Zentrum hinftreben, wie fie ihre Exiftenz als produktives Element in ewig fich erneuerndem Ringen bezeugen. Will die jüdifche Kunft die Kontrolle haben über die Entwicklung, dann muß fie beides zugleich fein, Wirk* keit und Symbol. Und ihr höchftes Gefetz muß lauten: Du follft dir ein Bild und ein Gleichnis machen* Es ift das wunderbare Wefen der jüdifchen Natur, fich in den dunklen Mantel der eigenen Seele zu hüllen und fich durchs leuchten zu laffen von den tiefen Schönheiten einer geträumten Welt Der große einzige Weg des jüdifchen Geiftes ift die Sehn* fudrt, die niemals ftille fteht, weil fie fich niemals erfüllen kann. Zu immer neuen Sehnfüchten fteigt er hinan. Und darin liegt auch der Sinn der gegenwärtigen Erneuerung. \ MAX_B R 0 D NAIVITÄT IM JUDENTUM (Äus öcm nod) unvollenöeten Bud) „Heidentum, C^nftentum, Judentum") Das ift das allertraurigfte: wir haben die Organe für unfere eigenen Befonderheiten verloren, wir verftehen unfere Seele nicht mehr. Mehr und mehr blicken wir mit fremden, ftumpfen Augen 16

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