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Freie Tribüne · 1921-11-15 · 24 (15.11.1921) · page 4

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Journal
Freie Tribüne
Volume
3 (1921)
Issue
24 (15.11.1921)
Date
1921-11-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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SEITM I^IBetripOne Hfl U 4-- .BfItf-PMS;^ftl|Utllt«.^c> Dit Ko«raunl9UnTerfoltun|§a, dl% ■ach d«a traurlt»« Mal-Er«ifnits»n •lm«tzttn, tili* »««Mehr im «liem Sy*t«m gtwordtik DI* f«riagit» Verdtchtlguftf, •Iner, wann auch noch si •ntferiten YwUndMf mit dar Partei rtlchtn hli, um rarkattet sft wt4%: — Untara Partti hat noch immer kein« MOfliehkalt Irfand 4faer legalen Wlrkeis; noch immer »chmachtai unsere /Genossen im Kerker. Letzthin ist's der Refierung, mit der ausschliesslichen Hilfe der jüdische« Polizei gelungen eines unserer bestem, fahrenden Genossen, Chalm Katz, habhaft zu werden. Er wurde Im Spital zu Sichron- Jakob, vom Krankenbette geholt, — obwohl er dort inkognito lag — u«d nach Haifa gebracht. Hier fällte der Gouverneuer sein villkBrllch Urteil wemit Genosse Katz landesverwiesett wird. Nun erwartet er In In der Festung zu Akko die Vollstreckung des Urteils. Die gesellschaftliche und polizeiliche Reaktion gegen die Kommunisten-,Mopsen*, die sich zunächst verhülltes Wohlgefallen der hiesigen sonderbaren Arbeiter- Vertreter erworben hat, läßt nun auch diesen „Arbeiterführern* Ihre gestrenge Hand fühlen. Wie gewöhnlich eröffnete die erst vor kurzem selbststindlg gewordene «rein-jüdische* Stadtverwattung von Tel-Awlw den Reigen. Die ven ihr erhaltene Polizei von Tel-Awlw ■ hat Im Auftrage der Stadtverwaltung verordnet, dass jede Versammlung — auch eine Mitgliederversammlung eines Vereines 2 Tage vorher angemeldet werden müsse. Bisher waren selbst in Jaffa, wo doch Kriegszustand ' herscht, nur öffentliche Massenversammlungen — und auch diese blos einen Tag vorher — anzumelden. Kurz darauf forderte die Polizei von allen registrierten Arbeiter-Parteien und Vereine deren Mitgliads- . listen, was In den Kreisen der Arbeiterschaft Jaffa's grosse Entrüstung hervorrief. Die „Histadruth* veranstaltete ein Meeting, bei welchem schön« Reden gehalten, In denen als Allheilmittel, die Beteiligung der Arbeiter an den Stadtverwaltungswahlen angepriesen wurde. Bisher sassen dort nur Hausbesitzer. Sie wollen eben oder können noch nicht begreifen, daß dies ein Symptom eines zielbewussten, reaktionären Regimes anzusahen ist Die schrecklichen Geschehenisse der letzten Zeit, die sogar viele ihrer eigenen, ehrlichen Genossen abgegossen haben, besonders aber der Eindruch, den die Berichte wegen dieser Schändlichkeiten im Auslande, selbst auf die Arbeitschaft, die sich um die 27a-te Internationale gruppiert, hervorgerufen hat, übte einen, wenn auch geringen, Einfluss auf die Leitung der .Achduth Haawodah*. Man hörte hier schon mehr links orientierte . Gedanken und Worte. Da sich aber alias, was radikal .'ist, nicht mit der Achduth Haawodah vertragen kann, kann und wird dies immer nur leere Phrase bleiben; nichts als eine Maske um ihre Verrätherreien zu verbergen, In diesem Sinne ist auch, das von Ben-Gorion Im „Kuntres" publizierte Projekt, einer Zusammenarbeit mit der arabischen1 Arbeiterschaft, das wirklich radikale und auch richtige Vorschläge enthält; zu verstehen; wer aber, selbst von seinen eigenen Genosse^ wird ihm glauben, dass die »A.-H." fähig Ist, auch nur den kleinsten Teil dieser Vorschläge durchzuführen? Hier ein kleines Beispiel der »sozialistischen* Tätigkeit der A.-H., dass in Palästina Aufsehen erregte. Der Nationalfond hat bei einem Effendi in Emek-lsrael ein Stück Land erworben, das schon seit Jahrhunderten von arabischen Fellachen (Bauern) bewohnt ist. Nun hat man beschlossen den Boden zu »besetzen* die Fellachen fortzujagen und eine »Arbeitersiedlung* zu begründen. Um die Araber zum Verlassen des Dorfes zn zwingen, beschloss man den Boden vor ihren Fenstern zu pflügen und drohte ihnen, jeden Widerstandsversuch mit Waffengewalt zu unterdrücken. Diese, heilige »nationale Arbeit" ist bereits in Angriff genommen, ohne dass seitens der A. H. ein Protest erhoben, ja ohne dass sie diesen Fakt durch blosse erwähuung würdigte. Hingegen beteiligen 6lch viele, gar viele ihrer Mitglieder an dieser Arbelt trotz Ben-Gorion's schönen Projekte. Nicht minder rühmlich benahm sich die A. H. .anlässlich der Hilfsaktion für Russland. Durch ihre Zugehörigkeit zur 2Vj Internationale gezwungen und Im Bestreben, ihren. sozialistischen guten Ruf wieder herzustellen, bewog sie die Histadruth, eine Hilfsaktion für Russland einzuleiten, In Jaffa wird ein Arbeitermeeting einberufen in welchen nach einer revolutionären Rede Tabenklns der Beschluss gefasst wurde, einen Tagelohn zu widmen mit der provokatorischen Bemerkung Russland aufzufordern, nicht der hungernden Juden zu vergessen. Die Arbeiterversammlung in Petach-Tikwa be- * schloss, blos Juden in Russland zu helfen. In Wirklichkeit aber sind selbst diese Beschlüsse am Papier geblieben, denn odwohl schon eine geraume Zeit verflossen ist, haben die Initiatoren auf diesem Gebiete noch nichts geleistet. Die Hilfsaktion, die unsere Partei eingeleitet hat und die leider infolge der jetzigen Lage geheim geführt werden muss, erfreut sich der lebhaften Sympathie der komm, gesinnten Arbeiterschaft und wird unseren Verhältnissen entspechend einen guten erfolg zeitigen, Die HIstadruth-haklalith nähert sich laugsam aber sicher ihrem vollständigen Bankrott. Nach der letzten Konferenz der mit gesellschaftlichen Arbelten beschäftigten Arbeiter hoffte man, die Histadruhth auf eine gesunde flnanzlelökonomische Basis stellen zu können. Es kam anders. Anstatt besser zu machen hat Ale neugawiilt« Zentrale Irger gawatkt. — Sie hat im tMft) <Msfe% elÄt1|W lUitti*, dkl ffnirttt grosse Deficit «ni dte Summe von 3000 Pfnnd vergrössert, — flr die jetzige« Verhältnisse ein enorme Summe. Sie k ann Ale Arbeiter nicht mehr bezahlen, und diese messt en oft Hunger leiden. Das Ende Ist leicht vorauszusehen, Man spricht von einem Strelck auf der Chaussee von Haifa und man beschuldigt die Zentrale, dass Sie durch Herabdrflcknng der Löhne das Defizit verringern wil Und doch hat man bisher nichts gelernt und nichts vergessen. Alle Hoffnungen sind jetzt auf den Zionisten- Kengress gerichtet. Doch auch dies kann den Zerfall des lebensunfähigen Organismus, der sich »Histadruth- Haklalith' nennt, nicht mehr aufhalten. Nach den Ostern bildete sich in Jabuch eine Kooperative unserer Genossen, die selbständig Arbeiten übernehmen sollte. Die Kooperative bestand aus 50 Mitgliedern. In der ersten Zeit war sie gezwungen von der »Histadruth* Arbeiten anzunehmen. Die Histadruth benütz die schwere Maiereignisse um die Kooperative in der sie mit Recht eine ernste Gcfal:r für sich sah, zu vernichten Die K. wurde gezwungen sich In zwei Teile zu trennen, jedoch bei den Genossen bestand der feste Wille die Koop. wieder aufzurichten. Dies ist auch letztens gelungen. Die K. wurde wieder vereinigt und fibernahm aufeigene Rechnung ein wichtiges Stück Arbeit. Diese Kooperative ist sehr wichtig für die Partei - Arbeit, obwohl sie mit ihr nicht offiziell verbunden ist. Sie muss auch der < Grundstein unserer ökonomischen Arbeit im Lande bilden. Das wichtigste Problem der Kooperative sind die für den Reserve-Fonds erforderlichen Geldmittel. Wir hoffen die nötigen Beträge von unseren ausländischen Oenossen und vom Palästna-Arbeiter-Fond zu erhalten. Die Arbeit für den Wiederaufbau unserer Partei geht vorwärts. Trotz aller Verfolgungen sind unsere Positionen in den Gewerkschaften mehr verloren gegangen. Unsere Organisationen leiden stark durch den Mangel an organisatorischen Kräften, was eine Folge der gegen uns angewendeten Repressalien. Doch geht die Arbelt vorwärts In der Erwartung neuer Kräfte aus dem Auslande. Auch äusserllch wird unser Einfluss Immer deutlicher. Der Mut unserer Oenossen ist gewachsen: Sie sind bereit den Kampf weiterzuführen. EHschah 2J./IX. 1921. Karl Liebknecht Politische Aufzeichnnngen aus seinem Nachlaß Unter mitarbeit von Karl Liebknechts Frau, Genossin Sophie Liedkneeht, herausgegebeu, mit einem Vorwort und mit Anmerkungen Versehen von Franz Pfemfert. In diesem Buche sind jene Arbeiten gesammelt:, die Liebknecht während seiner Zuchthausshaft niederschrieb und illegal aus der Zelle herausförderte. Die Aufzeichnungen sind hier zum ersten Male gedrucktl Es handelt sich also nicht um seine bereits bekannten Reden und Artikel, sondern um vollief neues Material! Jeder Arbeiter wird das Buch lesen und studieren müssen, denn es ist gleichsam das politische Testament unseres großen Kämpfers! Das Buch kostet 15 Mark. Der Preis für Organisationen und Betriebe bei direktem Bezug von 5 Exemplaren beträgt 12 Mark. Es empiehlt sich also, daß die Genossen sich in den Betrieben und Organisationen zusammentun und die Bestellungen gemeinsam ausführen. Lieferung nach auswärts duch den Verlag „DIE AKTION", Berlin - Wilmersdorf, Nassauische Straße 17, gegen Nachnahme oder gegen Voreinsendung des Betrages. (Nachnahmesendung verteuert unnötig den Bezug deshalb empfihelt es sich, den Betrig durch Postscheck vorher zu zahlen auf Postscheckkonto Nr. 106.200 beim Scheckamt Bertin für den Verlag DIE AKTION"). | >®a!®©S9<5X£X3>£9<^^ Nakammje. Organ der I. K. P. Russlands (in russischer Sprache). Soeben ist die Nummer 25—26 eingetroffen. Inhalt: Proletarische Hilfe für Sowjetrussland, Briefwechsel mit dem Z. K. der R. K. P. Bericht über den letzten Parteitag, u. a. m. Zu beziehen: durch den Verbandsverlag. KÜfXi&QilXl&Xi Vortragskalender: Jüd. Arbeiterheim, II. Blumaucg. 1« Samstag, den 19. November — Fortsetzung dar IreUn Diskussion wagen de» Briefes des E. K. (Referent: Jekapist). Donnerstag, den 24. November — Freie Diskussion,. (Referent: Nagler). Samstag, den 26. November — Freie Diskusston (Referent: Vorbehalten). Mittwoch, den 30. November — Freie Diskussionen, Samstag den 3. Dezember — Abschluss der freien Diskussion. Beginn aller Vorträge pUnktlicch V28 abends.- Zutritt nur mit Parteilegitimation. Parteiversammlung. 1 Achtung Genossen I Dienstag, den 22, November 8 Uhr abends findet im Arbeiterheim eine dringende Partei- Versammlung statt. Thema: Die nächsten Aufgaben unserer Partei. Zutritt nur für Parteigenossen. :-: Legitimation mitbringen. :-: Das Parteisekretariat. Parteischule. Dringende Parteiarbeiten haben die. rechtzeitige Eröffnung unserer Parteischule verhindert. Nunmehr geht das Parteisekretariat daran die Parteischule am 1. Dezember zu eröffnen. Anmeldungen werden im Parteisekretariate entgegengenommen. Das Parieisekreiariat. Avantgarde Nr. 4, Organ des Verbandsbiiros (in jiddischer Sprach«) soeben erschienen. Inhalt: Bericht über unsere Verbandsberatung Zu beziehen: beim Verbandsverlag, Wien, IL, Heinestrasse Nr. 15. I - ■ I ■ I a ' m I m I JBoflBfl Jüdische Soziaiistische Monatsciirfff, organ der linken Poafe Zion Amerikas (in jiddischer Sprache) erscheint ab 1. November wieder. Das erste Heft mit reichem Inhalt ist bereits eingetroffen SS3 Zu beziehen durch don Verbandsverlag, i Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: R. Glückammn Druck: Halpern & Co. Wien, VII. Kandlgatse 11. Telephon 32114

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