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Freie Tribüne · 1921-10-01 · 23 (1.10.1921) · page 4

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Journal
Freie Tribüne
Volume
3 (1921)
Issue
23 (1.10.1921)
Date
1921-10-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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SEITE 4 FREIE TRIBÜNE NR. 23 Ueber die innere Lage unseres Verbandes wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Resolution zur Frage ]. K. P. - ]. S. D. Nach Kenntnisnahme des Rechenschaftsberichtes der Verbandsdelegation stellt die Parteiberatung mit Befriedigung fest, dass es dem Verbandsbüro im Laufe des ersten Jahres seit der V. Wellkonferenz gelungen ist, unsere Bewegung als einheitlichen jüdischen kommunistischen Verband1 zu konsolidieren. In diesem Sinne begrüsst die Parteiberatung die Anerkennung der J. K. P. — der Vorkämpferin des kommunistischen Poale-Zionismus — als einzige Verbandspartei In Sowjetrussland. Die Parteiberatung nimmt aufs Entschiedenste gegen die Zulassung der J. S. D. zur Verbandsberatung Stellung. Erst wenn die J. S. D. sich bereit erklären wirdalle Antikommunlsten aus ihren Reihen auszuschliessen und sich bedingungslos mit der J. K. P. zu vereinigen, kann die Verbandsberatung oder das Verbandsbüro im Einverständnis mit dem Z. K. der J. K. P. die Modalitäten der organisatorischen Vereinigung aufstellen. Die P. B. beschloss den Namen der Partei auf Jüdische Kommunistische Partei umzuändern. Nach Eriedigung der Organisation- und Wirtschaftsfragen wurde die Wahi der leitenden Parteiorgane — Parteivorstand, Redaktion, Revisionskommission und Wirtschaftsrat vorgenommen und die III. Parteiberatung geschlossen. Das Exekutiv-komifee an den Bund. (Rosta Wien) Das Exekutiv-komitee der Dritten Internationale richtete folgenden Brief an den „Allgemeinen jüdischen Arbeiterbund": \ An alle Genossen des „Allgemeinen jüdischen Arbeiterbundes" in Polen! Im März dieses Jahres richtete das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale an , den Parteitag eurer Organisation, dessen Zusammenkunft nach der Mitteilung eures Vertreters bevorstand, ein ausführliches Schreiben, das die Tätigkeit des „Bund" einer eingehenden kommunistischen Kritik unterzog und die Bedingungen auseinandersetzte, von deren Erfüllung die Aufnahme des Bundes in die Kommunistische Internationale abhängig gemacht wurde. Leider müssen wir feststellen, dass dieser Schritt der Exekutive nicht die günstigen Folgen gezeitigt hat, die wir von ihm erwarteten. Der Parteitag des Bundes ist aufgehoben worden, aber trotzdem eben dieser Umstand die Möglichkeit schuf, die von der Exekutive aufgeworfenen Fragen in den breitesten. Parteiöffentlichkeiten grüdlich zu diskutieren, Ist eine solche Diskussion gänzlich ausgeblieben, ja der Inhalt des Briefes blieb eine interne Angelegenheit des Zentralkomitees. Was aber noch wichtiger ist, der Brief der Exekutive übte keinen Eiafluss auf die Haltung eurer Partei aus, ganz im Gegenteil, der zentristische, reformistische, ja gegenrevolutionäre Charakter der öffentlichen Kundgebungen der leitenden Stellen des Burides wurde womöglich gerade in den letzten Monaten noch verstärkt, der antikommunistische Ton noch herausfordernder, ohne eine Gegenwirkung seitens der linken Elemente hervorzuruten. In den Spalten der bundistischen Presse werden offen menschewistische Kampagnen gegen Sowietrussland geführt. Martowsche Manifeste abgedruckt, für in Polen organisierte konterrevolutionäre Verschwörungen der georgischen Menschewisten und polnischen Nationalisten wird Stimmung gemacht. In internationalen Fragen steht die bundist'ische Presse konsequent auf Seite der Longuet, Seratl, Levi, Hilferding gagen die Kommunistische Internationale. Die zentristische Mehrheit eures Zentralkomitees hat als Erwiderung auf den Brief der Exekutive eine Resolution angenommen, in der fünf der Aufnahmebedingungen „kategorisch" abgelehnt werden, jede „Spaltungsgefahr" zurückgewiesen und auf dem demokratischen Recht für die zentristische Mehrheit, die Partei zu leiten, beharrt wird. Die Resolution drückt sogar die Hoffnung aus, dass der III. Kongress die ganze Kommunistische Internationale derart reformleren wird, dass der ungehaltene „Bund8 in sie hineinpasst und begründet die Notwendigkeit dieser Reform durch die „ Entwicklung der Arbeiterbewegung in Italien und in Deutschland", d. h. durch den angeblich unheilvollen Ausschluss der Hilferding und Serrati. Leider unterscheidet sich die Resolution der Minderheit des Zentralkomitees nur durch Nuancen von derjenigen der Mehrheit. Auch sie bemängelt einige Punkte der Aufnahmebedingungen (sie lehnt z. B. die Forderung ab, dass alle Presseorgane von zuverlässigen Kommunisten zu leiten sind), auch sie verlangt die Änderung der Haltung der gesamten Kommunistischen Internationale, wobei sie sich ebenfalls auf die letzten „Vorkommnisse* in Italien und Deutschland beruft. Wir haben In diesem Brief den „Bund" eingeladen, Vertreter zum 111. Kongress der Kommunistischen Internationale zu entsenden, damit wir dadurch in nähme Fühlung treten und auch durch ihre Vermittlung der „Bund'- besser kennen lernen. Aber das Ergebnis des Moskauer Aufenthaltes der beiden Delegierten des Zentralkomitees des ,Bundes*, die mit beratender Stimme zum Kongress zugelassen worden sind, haben diese Erwartung nicht erfüllt. Die Delegierten des , Bundes" nahmen an den Kongressarbeiten gar keinen Anteil, ergriffen in keiner Frage, weder in den Kommissionen noch im Plenum im Namen ihrer Partei das Wort, einer von ihnen aber nutzfe seinen Aufenthalt in Moskau dazu aus, um sich eines Vergehens geyen die Sowjetregierimg schuldig zu machen, worauf er durch Beschluss einer Kommission des Exekutivkomitees als unwürdig erklärt wurde, mit mit dem E. K. zu verhandeln. Die Lage im „Bund", wie wir sie auf Grund umfangreichen Materials sehen, ist gegenwärtig die folgende: Wir haben da eine alte Arbeiterorganisation mit starken sozialdemokratischen Traditionen, die sowohl' den Krieg wie die Revolution ohne irgendwelche Spaltung überstanden hat und von ausgesprochenen Zentristen geleitet wird, innerhalb dieser Partei besteht eine linksorientiertc Strömung, die von einem bedeutenden Teil der im „Bund" organisierten Arbeiter getragen wird, für den Kommunismus starke und aufrichtige Sympathie hegt, aber an Klarheit und Entschlossenheit alles zu wünschen übrig lässt. Die erste Aufgabe dieser Elemente ist es, sich als konsolidierte, zielbewusste Fraktion zu konstituieren, sich rückhaltlos auf den Boden der Dritten Internationale, auf den Boden sämtlicher Beschlüsse ihrer Kongresse zu stellen und einen entschlossenen Kampf gegen die Zentrischen und Nationalisten für die Eroberung der Mehrheit der Partei einzuleiten. Pflicht dieser Genossen wird es sein, nicht nur die geistige Leitung der Kommunistischen Internationale anzuerkennen, sondern auch ohne Zögern die engste Mitarbeit mit der Kommunistischen Partei Polens anzustrengen. Die Aufgabe der Kommunistischen Partei Polens wird es sein, alle wirklichen revolutionären Elemente zu unterstützen, Die bisherige Taktik des systematischen Bemängeins der Beschlüsse der Kommunistischen Internationale, der Verteidigung der Zentristen und der fortwährenden Kapitualationen und Kompromisse, des Misstrauens und des Separatismus gegenüber der Kommunistischen Oaatei muss endgültig aufgegeben werden und einer mutigen klaren Kampftaktik weichen. Das ist der Rat, den die Kommunistische Internationale jenen im „Bund" organisierten Arbeitern gibt, die ehrlich und aufrichtig zu ihr kommen wollen. Revolutionäre jüdische Proletarier! Schüttelt die zentristischen Elemente ab, kommet schneller herbei zur einzigen Weltrevolution der Proletaeler, zur Kommunistischen Internationale. Euch den, wirklichen kommunistischen Elementen des „Bundes" senden Wir die brüderlichsten Grüsse. Das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale. Moskau, im August 1Q21. ' Eine Jüdische Abtetlung im „Archiv der Russischen Revolution". Das Zentralbureau der jüdischen Sektionen der russischen Kommunistischen Partei hat beschlossen, ein Archiv zu giünden, in dem Maierialien über die Rolle der Juden während dei russischen Revolution gesammelt werden sollen. Dieses Archiv wird einen Teil des Gesamtarchivs zur Geschichte der russischen Revolution bilden. Alte Materialien, die Bezug haben auf die Tätigkeit der jüdischen demokratischen, sozialistischen, kommunistischen und anarchistischen Bewegungen, der „Bund", „Poale Zion", die „Jüdischen Kommunistischen Gruppen* als auch auf die zionistischen, völkischen, jüdischen Kadetten und andere Bewegungen werden gesammelt. Alle Partelen, Gruppen, Organisationen nnd Personen werden ersucht, allfälliges Material diesem Archiv zur Verfügung zu stellen. Vortragskalender: Jüd. Arbeiterheim, IL Blumaueg. 1. Sammstag, den 1. Oktober — Der wirtschaftliche Aufbau Sowietrusslands und die Aufgaben des jüdischen Proletariats. Mittwoch, den 5. Oktober — Die neue Kultur in Sowjetrussland. Sammstag, den 8. Oktober — Thema vorbehalten. — Beginn aller Vorträge um 8 Uhr Abends. Parteischule. Achtung Parteigenossen! Am 1. November beginnt der systematische Unterricht in unserer Parteischule. Diejenigen Genossen, die an den Unterricht teilnehmen wollen müssen dies dem Parteisekretariate bis spätestens 20. Oktober bekanntgeben. Das Parieisekreiariat. Russisches Hilfskomitee der K.-P.-Ö. Sammelstelle beim Parteisekretariate »Poale Zion-. f. Ausweis. Gesammelt durch Gen. Kandel: Jüdische Arbeiterküche...........K 10.000.— Personal des Verbandsbüros, „P.-Z.6 . . . . , 10.000.— Produktivgenossenschaft der Kleidermacher . „ 5.000.— Verband jüd. prolet. Hausfrauen......, 5.000.— Personal d, Parteisekr. rP.-Z.« u. Fr. Tr. . . 5.000.— Personal d. Arb. Emigr, u. Pal. Büros . . . , 1.000.— Gesammelt durch Gen. Raschkewan. N. Raschkewan (zwei Tageslöhne) K 600.—; Raschkewan jun. (ein Tageslohn) K 300.—; Breines K 200.—; Liebmann Dunst, Salomon ä K 100.— Gesammelt durch Gen. Goldblatt. Wachsberg K 3M.—; Goldblatt, Wenkcrt, M. Glass, Simon, D. Glass, ßiener Glass a K 100.—. Gesammelt durch Gen. Jäger: Hofmann, Melamed ä K 100.—; Silberstein & März. Dombrowski, Tennenbaum, Wolkowitz, Horowitz, Gottfried, Mirecki, Mendermann ä K 50.—; Reich K40.—; Rosenblum, Herzig, Pohoriles, Rotkopf, N., Weiss. Schwarz, A. J., Gross, Schrottcr, Waldinger, Zuckermann, N., D., Erblich, Salzmann, S. L. ä K 20. — . T a g I o h n: S. B. No. 4: Personal d. jüd. Arb.-Küche. Gesammelt durch Gen. Zitron: M. Bei ger K 2000.-; Schlamm, Kandel ä K 1000.-; Knöbl, Goldberg ä K 500.-; Jäger. Wachstein ä K 200.-: Tomanek K 165.—;, Wilhelm K 150.—; Sieder, Gutstein, Berger, Dalicz, Bibring,SchiittenheIm, Rappaport. Pachmeier. File, Ksspar sen., Kaspar jun., ä K!27.—. S. B. No. 10. Personal der Konsumgenossenschaft für jüd. Arb. u. Ang. Gesammelt durch Gen Czcnstochowski. Glücksmann K 1000.—;.Czenstochowskl, Rückhaus, Kessler, 3orger, Bier, Margulics, Rüber ä K 500.—; Karp K 200.—. S. B. No. 5. Personal d, jüd. Arbeiterheimes. Gesammelt dureh Gen. Weidenbaum: A. Katz K 1000.-; Halpern K 500.-; Weidenbaum, Müller, Zitron ä K 300,—; Lieber, Buchsbaum, Kotzent, Trimmet ä K 150.—. S. B. No. 9. Medizinergruppe der „P.-Z."-Kommunisten. Gesammelt durch Gen. Zarwanitzer: Werner K 500.—; Hollinger K 400,—; Zarwanitzer, Haftel ä K 200.-; Birkenfeld, Schwarz ä K 100.-; Weinfeld K 50.-; Stambulczy K 20.-. Zusammen K 60?782.— II. Ausweis. Taglohn: Personal des Betriebes Mensa a c a d e m i c a j u d a i c a, VIII., Aiserstrasse 9 K 8344.—; Cerata, Bard, Ehrlich ä K 500.—; Imber K 500.- Rosinak K 5000.— (2 Wochenlöhne); Joskowltz K 300.—; Ladenheim K 250.—; Schächter, Österreicher, Rathaus, Hasten, Jablonsky, Schapira ä K 100.—; Zweifel K 200.—; Flaschtaz K 150.-; Horowitz K 500.—; Kanner K 350.—;. Schlamm, Nlsyl', Rindler ä K . 200.—; Sronsky, Strau, Birnbaum, Sternberg ä K 100.—; Schwed K 500.—; Kürschner K 330.—; Schermann K 300.—; Blauner K 1000.—; Neumann, Schwimmer, Lewit, Mandelbaum, Arbiter ä K 200.—; Mejdler, Fein, Grünberg, Singer, Grünaerg ä K 100.—. Durch Gen. Dalicz K 380.—; durch Gen. Kanner K 540.—; dujch Gen. Baumfeld K 1890,—; durch Gen. Guttmann* K 1560.—; durch Gen. Gründünger K 1820.—; durch Gen. Neuss K 1600.—; durch Gen. Kandel K 3200.—; durch Gen. Lubliner K 800.—; durch Gen. Kürschner K 400.—; dnreh Gen. Mahler K 262.—; durch Gen. Dr. Nagler K 2500.—; durch Gen. Blauner K 130.—; durch Gen. Zitron K 5137.—; durch Öen. Brodinger das Personal des Betriebes Schwarz, II.,Taborstrasse 21 K 1540.—; durch Gen. Sagan K 860.—; durch Gen. Feldschuh K 512.—; durch Gen. Baumfeld K400.—; durch Gen. Babad 570.—; durch Gen. A, Silberstein K 620.—; durch Gen. Raschkiwan K 300.—. Zusammen K 47.985.— ' 1. Ausweis . . . . K 60.782. II. Ausweis . . . . „ 47.985.— Zusammen K 108.767.— Pressfondausweis. Norbert Gerber, anläßlich seiner Trauung mit Frl. Gisela Beccher K 200-— Bronia Vogler, anläßlieh ihrer Abreise nach Palästina K 100.— Bier Beer, anläßlich det Hochzeit d. Gen, Anna Sigall mit Isidor Leibowlcz K 100.- Dr. Eliahu Felder K 20--; N. N. K 40--; Jakob Rappaport K 20-— S. Ehrmann, W. Goldfischer, und Gebr, Horowitz, anläßlich der Verlobung d. Genossen S. Flschel mit Fri. Chodig K 50-— Summe K 530.— AVANTGARDE, ORGAN DES VERBANDSBÜROS (in jüdischer Sprache) NUMMER 1—3 ERSCHIENEN. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: R. Glucksmann. Druck: Halpern & Co. Wie» VII., Kandlgasse 11. Telephon 32114

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