Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 23 (1.10.1921)
- Date
- 1921-10-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Weltkongress entsandt habt, brüderlich empfangen und mit ihnen gemeinsam die Frage des Anschlusses Eurer Organisationen an die Kommunistische Internationale aufmerksam geprüft. Das Exekutiv-komitee anerkennt die Tatsache, dass Ihr die offen reformistischen und zentrisiischen Elemente von Euch abzustossen angefangen habt. Es anerkennt, dass Ihr in fast allen Ländern, in denen Ihr Organisationen besitzt, geneigt seid, Seite an Seite mit den kommunistischen Landessektionen den Kampf gegen die Burgeoisie zu führen. ' Es anerkennt ferner, dass es Euren gemeinsamen Anstrengungen gelungen ist, in Palästina den Anfang einer kommunistischen Bewegung zu schaffen, welche geeignet ist, nach Annahme aller vom Exekutiv-komitee gestellten Bedingungen die Landessektion der Kommunistischen Internationale zu werden. Mit um so schwererem Bedenken erfüllt uns der Umstand, dass in Eurer Bewegung Tendenzen vorhanden sind, welche mit den Prinzipien der Kommunistischen.. Internationale unvereinbar sind. Der Gedanke, dass die Konzentration der proletarischen, halbproletarischep jüdischen Massen in Palästina die Basis für die soziale und nationale Emanzipation des arbeitenden jüdischen Volkes bildet, ist utopisch und reformistisch, in seiner praktischen Auswirkung direkt gegenrevolutionär, da er auf eine Kolonisationsarbeit in Palästina hinansläuft, welche letzten Endes nur die Positionen des englischen Imperialismus in Palästina stärkt. Die vollständige Liquidierung dieser Ideologie ist die wichtigste Bedingung, welche wir stellen müssen. Die Exekutive der Kommunistischen Internationale ist sich der Tatsache bewusst, dass die starke Wanderbewegung, welche ein konkreter Ausdruck der eigenartigen Produktionsverhältnisse des jüdischen Proletariats ist, ein Problem darstellt, welchem die Landessektionen der Kommunistischen Internationale ihre Aufmerksamkeit zuwenden müssen, in dem Masse, als es erforderlich ist, dieselbe für den Kampf um die Diktatur des Proletariats und die Eriüllung konkreter Lebensforderungen der Arbeiterschaft auszunützen. Die Schaffung von Organen, welche sich mit dieser Frage befassen, ist Aufgabe der Landessektionen der Kommunistischen Internationale. Die Exekutive beschloss, bei ihrem Sitze ein jüdisches Bureau zu schaffen, welchem die kommunistische Propagandatätigkeit unter den jüdischen Proletariern der ganzen Welt obliegt. Die Exekutive fordert Euer Verbandsbureau auf, binnen fünf Monaten eine Weltkonferenz aller kommunistischen Poale Zion-Organisation einzuberufen, welche die endgültige Auflösung des Weltverbandes und die Sektionierung Eurer Organisationen in die Landessektionen der Kommunistischen Internationale in einer Frist von längstens zwei Monaten unter deu angeführten Bedingungen durchzuführen hat. Die Exekutive fordert endlich alle jüdischen kommuntstischen Arbeiten auf, gegen die partikularistischen Tendenzen zu kämpfen, welche in der jüdischen kommunistischen Arbeiterbewegung bestehen, und sich bewusst zu sein, dass die revolutionäre jüdische Arbeiterschaft nur in der Kommunistischen Internationale ein organisches Glied der grossen kommunistischen Arbeiterfamilie werden kann. Es lebe die Vereinigung der jüdischen kommunistischen Arbeiterschaft in der Kommunistischen Internationale. Es lebe die Dritte Internationale, welche einzig und allein fähig ist, dem Kampf um die Befreiung der Arbeiterschaft aller Völker zum siegreichen Ende zu führen. 26. August 1921. Das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale. An alle Parteigenossen. Wir übermitteln Euch den Brief des Exekutiv-komittees der Kommunistischen Internationale. Es ist Pflicht aller Landesparteien, Organisationen und eines jeden einzelnen Genossen den^ Brief der Exekutive aufmerksam zu lesen und zu den Anschlussbedingungen klare Stellung zu nehmen. Die Schicksalsfrage des jüdischen kommunistischen Proletariats, das in unserem Verbände organisirt ist, wird gemäss der Forderung des E. K. in den nächsten Monaten auf der VI Welt-, konferenz entschieden werden. Es liegt nicht in der Kompetenz des Verbandsbüros auf den Brief der Korn. Intern, eine endgiltige Antwort zu geben, dieses Recht steht allein der Weltkonferenz, der höchsten Instanz unserer Bewegung zu. Das Verbandsbüro hält es aber für seine Pflicht schon jetzt die Aufmerksamkeit aller unserer Genossen auf ' die grosse geschichtliche Bedeutung dieses Briefes der Kommunistischen Internationale für das jüdische Proletariat zu lenken. Zum ersten Male in der Geschichte der sozialistischen Bewegung wendet sich die proletarische Internationale in solch würdiger und brüderlicher Weise an die allweltlich-orgänisicrte jüdische Arbeiterschaft, und noch mehr, zum ersten Male in der Geschichte wird das schwerkomplizierte Problem des jüdischen Arbeiterlebens offen und klar auf die Tagesordnung der internationalen Arbeiterbewegung gestellt. Wir können schon heute mit wirklicher Befriedigung die Stellung der Kommunistischen Internationale zum jüdischen Arbeiterproblem, die in folgendem Satze des Briefes des E. K. klaren, Ausdruck findet, als einen grossen Sieg unserer Auffassung der jüdischen Arbeiterfrage verzeichnen: J „Die Exekutive der Kommunistischen Internationale ist sich der Tatsache bewusst, dass die starke Wanderbewegung, v/elche ^ein konkreter Ausdruck der eigenartigen Pr<fduktionsverhältnisse des jüdischen Proletariats ist, ein Problem darstellt, welchem die Landessektionen der Kommunistischen Internationale ihre Aufmerksamkeit zuwenden müssen, in dem Masse, als es erforderlich ist, dieselbe für den Kampf um die Diktatur des Proleteriatsund die Erfüllung konkreter Lebensforderungen der Arbeiterschaft auszunützen. Die Schaffung von Organen, welche sich mit dieser Frage befassen, ist Aufgabe der. Landessektionen der Kommunistischen International." Unseren Genossen, die den schweren Kampf für den Kommunismus unter den jüdischen Arbeitern führen, kann es als neuerlicher Beweis für unsere hartnäckig wiederholte Behauptung, dienen, dass nur die Kommunistische Internattonale, welche von allen bürgerlich-demokratischen Illusionen und Vorurteilen frei ist, und alle Fragen des Weltproletariats revolutionärentschlossen bis zu ihrer letztem Konsequenz stellt, einzig und allein beföhigt ist, auch das jüd. Arbeiterproblem auf seine sozial-ökonomische Basis, auf die eigenartigen Produktionsverhältnisse des judischen Proletariates zurückzuführen und auch den praktischen Versuch zu machen,, die brennende Frage der jüdischen Arbeiterwanderung mit der tatkräftigen Hilfe des internationalen Proletariats zu lösen. Wir erachten es ferner als unsere kommunistische Pflicht, unsere Genossen auch auf jene Stellen des Briefes aufmerksam zu machen, die beweisen, dass das Exekutiv-Komitee der Kommunistischen'Internationale bisher noch nicht dazu gelangt ist, alle Konsekquenzen zu ziehen, die eine unvermeidliche Folgerung seiner marxistischrichtigen Erkenntnis der eigenartigen ökonomischen Bedingungen des Jüdischen Arbeiterlebens bilden. <• Wir sind fest überzeugt, dass es uns gelingen wird, durch die revolutionäre Tätigkeit unserer Parteien in den verschiedenen Ländern, und durch unsere unermüdliche Aufklärungsarbeit der Kommunistischen Internationale klarzumachen, dass unsere ganze Ideologie von reformistischen und zentrstischen Einflüssen rein ist, dass unssre Bewegung von partikularischen Tenzenzen frei ist und dass unser ganzes Streben aussliesslich auf die Erfüllung konkreter Lebensforderungen der jüdischen Arbeiter, schaft gerichtet ist, die im Einklänge .mit dem Kampfe um die Diktatur des Proletariats stehen, und zum Siege des Kommunismus unter der jüdischen Arbeiterschaft führen. Es ist unser tiefer Glaube das der offenherzig-brüderliche Brief des E. K. der Kommunistischen Internationale an unsere Genossen die Grundlage für den organisatorischen Anschluss unserer Bewegung an die III. Internationale schafft. Der entschlossene Wille und starke Drang der jüdischen kommunistischen Arbeiterschaft, welche in unserem Verbände organisiert ist, ein organisches Glied der grossen kommunistischen Arbeiterfamilie s zu werden und der aufrichtige Wunsch der Kommunistischen Internationale das jüdische Proletariat in ihre Mitte aufzunehen, werden zu einer gegenseitigen Verständigung führen und alle Hindernisse und Missverständnisse, die unserem Anschluss an die III. Internationale noch im Wege stehen aus der Welt schaffen. Der brüderliche Ruf der Kommunistischen Internationale wird in den Herzen aller Genossen Widerhall finden. Denn für uns alle gibt es nur ein Ziel: Den Sieg der Sozialen Revolution und einen Weg, der Weg der Kommunistischen Internationale. Das Verbandsbüro.