Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 21-22 (23.7.1921)
- Date
- 1921-07-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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SEITE 6 FREIE TRIBÜNE NR. 21-22 Hawodah verborgen, die sonst aus den „bestinformierten Quellen" schöpfen? — ihre kommunistendenunzierendeci Getreuen in Alachmaim (haben ihn sicher nicht verschwiegen), so wird doch mit teuflischer Verschmitztheit ein Zusammenhang zwischen ihnen und den „Rosta"-Korrespondenten aus Alexandria geschahen. Oder soll das Manöver gar dazu dienen, die englische Regierung auf „die Ratten" in Aiexanüiieuammerhöani zu machen V Wie dem auch sei, die Nachricht aus Alexandra gehöre voll und ganz den paiasu^ neiisiüchen Soziatverrütern. Sachlich und persönlich tragen •c die Schuld iur die „Legenden", die sie der Wir klieft- Keic so nahezu bringen bemüht sindl l>as Mündel der Zweieiahalbten. Es ist ein onenes Geheimnis, datf die sogenannte sozialistische Partei Palästinas, /vchdulh-Hawodah, wahrend de.; ganzen imperialistischen Krieges otten d»e räuberische ivolonialpüiiÜK Qßr englischen kegierung unterstützt hat. uie^e Tatsache ijei'ert zwar Keinen besonderen ürund zur Veiw. aoeiung darüber, dal* sie sich nicht a« ihre urejjgendsten c esinnungsgeuosseui, die Vertreter der lvoskeinieraationaie gewanui, sonuei« ausgerechnet ihr Mepiurandum. der „Arbeitsgemeinschaft der revolutionär-sozialistischen Parteieu" unteiDißiiei hat, — rür die in dieser üennschrirt angeiührteri „Tatsachen", Argumente und lheorien dürüe jeuoch ment einmal das Schiedsgericht der „ZweieinhalbLen internationale" die zuständige Stelle sein, wer nämlich in ihr einen hauch sozialistischen, geschweige denn revolutionären Oebles sucht, wird schwer enttauscht sein. in der ueiiKschriit wird zunächst die üxistenz einer LOziaiistischen Partei Palästinas „vestgestellt", dae ja — iü Jiihre lang den ersien Mai geleiert hat. Ohne den schwuugvolen Text dels memorandums, das lür sich spricht, genau zu analysieren, begnügen wir uns mit der Betrachtung der „Tatsachen": Zunächst ist die Rede von der „kkmen Dernau-« <.tiatiou deer M. P. S., an der 50 bis 6U Mann teilnahmen", rür alle Kenner palästinensischer Verhältnisse muö es sicherten die giööte Ueberraschuug sein, daB die „inwrmatyonsi.uejien" Oer Aclidulh-hawoda, die sonst so glänzend organisiert iind, in diesem raile so ganz und gar versiegt sind : „e^ ist unrichtig, daß die Demonstration der M. P. S. einen Zu.aimmerisior> mit den Arabern gehabt hat. Bloh" zwischen . einigen Demonstranten und einigen Zuschauern kam es zu Sti eiligkeilen, die aoer sofort beigelegt werden.;Der lakonische Stil der Denkschrilt ist in diiesem Funkte last frappierend! Doch wie „sind die Streitig- Heiten geschlichtet worden"? Weshalb weitf die „Berichterslatlung" nichts mehr Von den „Zuschauern" zu sagen? — Von den Studenten, Wrangelhelden und — — den Beamten des „allgemeinen Arbeilerverbandes"? Die „solort" geeschlichtete Rauferei dauerte freilich nj'oht länger als anderthalb Stunden, sodaB sie bloß uurcfo eine Intervention der arabischen Polizei abgestellt wurde. Dieselben Hooligans gaben den unmittelbaren Anlaß zum Pogrom, als sie durch das arabische Stadtviertel stürmten, um das kommunistische Nest, den Borochowiklub, auszuheben. Gerade sie, nicht wir, wurden zuerst von den Arabern angegritfen. ,Was die Wortführer der Achduth-Hawodah von den M. P. S. zu verschweigen wissen, suchen sie bei der Schilderung der „einzigen sozialistischen und einflußreichen Arbeiterorganisation des Landes'" wettzumachen: „fünftausend gewerkschaftlich organisierte Arbeiter"! Diese , .sozialistische" Arbeiterorganisation, die gegen das Klassenkampf prinzip gestimmt und die Auf nähme der arabischen Arbeiter in die Gewerkschaften hartnäckig abgelehnt hat, führt jm allgemeinen die Verdrängung des arabischen Proletariats von seeinem Arbeitsplätze durch (s. Haifa, Jaffa) und betätigt sich speziell an der Rekrutierung der Landesgendarmerie für die englische Regierung. (Die angeworbenen Arbeitslosen werden zu „Studien- und Praxiszwecken" nach Aegypten geschickt.) „Die Ächduth-Haawodah, d i e 1500 Arbeiterzählt, beteiligt sich durch den Weltverband der rechten Poale- Zion an der „internationalen Arbeitsgemeinschaft", Doch wo bleiben auch diese 1500? Nach der Hailaer Konferenz wandte ihr größter Teil der berüchtigten „sozialistischen" Organisation den Rücken und von den Zurückgebliebenen bilden das Gros — außer den getreuen Beamten — Wrangelhelden und „Junge Zionisten". Die AchJlutJh-Haawodah sucht sich von unseren „systß/natischen Denunziationen, daß sie sich dem englischen Imperialismus verkauft habe", reinzuwaschen. Doch wie steht es um die tatsächliche Widerlegung der Denunziation? — Sind Tatsachen gefällig? Ist Ben Zwi, der Führer der Acl;duth-Haawodah, nicht ein Mitglied des olfiziellen Beirates der englischen Okkupationsmacht? Sind die „Genossen" nicht Offiziere der englischen Gendarmerie und Polizei? Und wie war es im Kriege: sind die führenden Genossen der einzigen sozialstischen Partei, A c h du t h - H a a wo d a h, die auf einen „15jährigen Bestand" zurückblickt, nicht englische Spione gewesen? Leugnet dies, wenn ihr hiezu den Mut habt. Die „Genossen" Diamand und Daszynski haben bei der „internationalen Arbeitsgemeinschaft" eine etwas unsanfte Aufnahme gefunden, welches Schicksal aber hat das Memorandum der palästinensischen P. P. S.? Ist der Protest „gegen die Verfolgung der revolutionären Arbeiterbewegung in Polen, deren Opfer neben den kommunistischen vor allem die jüdischen Arbeiter sind", nicht wortwörtlich gegen die Achduth-Haawodah gefaßt? Doch Herr Locker dürfte dies am besten wissen... Admoni. Unser Arb In stiller, emsiger Arbeit ist es möglich geworden, einen Heimgarten für jüdische Proletarierkinrier in der Krieau (Prater) zu schaffen. Dieser Erfolg praktischer sozialistischer Tätigkeit erfüllt uns mit besonderer Genugtuung. Ein Werk der Selbsthilfe jüdischer Arbeiter und Arbeiterfrauen ausschließlich mit eigenen Mitteln ohne jede Hilfe von außen ist vollbracht. Ein Waldgrundstück von 4000 Quadratmeter wurde in Gartenland umgearbeitet. Ein Drittel der Anbaufläche wurde für große Schulbeete verwendet, auf denen sämtliche hier gedeihende Gemüsesorten angepflanzt sind. Das zweite Drittel ist in Beete von 10 Quadratmeter parzelliert. Jedes Kind erhält ein solch kleines Beet, auf dem es anbauen kann, was ihm gefällt, das er selbst gießen, jäten und umsetzen muß und dessen Ertrag ihm dann selbst gehört. Die großen Schultoeete .werden von allen Kindern gemeinsam betreut. Der Rest der Fläche ist Spielplatz. Auf diesem ist auch eine Holz'baracke mit Sonnenbad errichtet, die aus drei wohnlichen Räumen besteht. In einem Raum wohnt der Wächter des Gartens in den anderen beiden Räumen sollen 6 kränkliche Kinder untergebracht werden, denen zuhause nicht die nötige Nahrung und Pflege geboten werden kann. Bei uns sollen sie nach den Methoden des Prof. Pirquet zielbewußt genährt und gesund gemacht werden. Im Heimgarten arbeiten jetzt gegen 60 Kinder, deren Zahl sich' während der Ferien auf 100 erhöhen wird. Wegen Lebensmiltelmangel konnten die Kindler bis jetzt nur an drei Nachmittagen in der Woche bewirtet werden, jetzt ist es uns endlich gelungein, eine regelmäßige monatliche Belieferung mit Lebensmitteln durch den „Joint" zu erhalten, .wodurch1 es uns möglich sein wird, den Kindern täglich eine tüchtige Jause zu verabreichen. Leider konnten wir unseren Plan der Errichtung, einer gedeckten Tagesheimstätte nicht verwirklichten. Damit die Kinder auch bei ungünstiger Witterung im Garten bleiben und nützlicher Tätigkeit zugeführt werden könnten, wollten wir eine große Kinderbaracke im Garten aufstellen. Der Verband jüdischer pro l'etarischer Hausf ra-uen< wandte sich mit einem Gesuch um einmalige Subvention für diesen Zweck an das „Joint American Distribution Comimittee", doch hielt es der „rechtssozialistische Sekretär nicht einmal der Mühe wert das Gesuch der Sitzung vorzulegen. Trotz aller Widerstände, die Wir zu überwinden haben, muß das Werk der Erziehung von 100 Proletarierkindern zu gesundeu, lebensfrohen Menschen und bewußten Kämpfern für den Sozialismus gelingen. Wer die Kinder des Proletariats aus den Gefängnismauern der Zinskasernen, aus der Gosse der Elendsviertel, gesunder kollektivistischer Gartenarbeit zuführt, hat den Grundstein gelegt für das neue soziale Gebäude einer neuen sozialistischen Menschheit. Preßfond. S. Fischel, anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Regine Ghodig 100.—; gesammelt durch Gen. Weädenbaum 101.—; gesammelt durch Gen. Neuss bei der Hochzeit des Gem. Zuckermann 535.—; Margulies Mordche 50.—; Fanny Günsberg 100.—; Leon Werndt 20.—; Summe K 909.—. Schor Malke Weiner H. Grindling Grünbai Bachner Spiegel Leutschner Mager Silberberg Palästina-Arbeiterfond. (Schneiderkooperative.) Sommelbogen Nr. 1000. 200.- 30.- 30- 30.r 30V 30.H- 50.r- 100- 50.- K 550.- Kunsiungenossenscliaft für jüdische Arbeiter und Angestellte. Sammelbogen Nr. 1002. Mergulies Bier Sorger Rückliaus Tschenstoch'owski Glücksmann Rüber 100.— 100.— lOO.r- 100.— 100*- 150.— 100.— K 750.- Gutsteiri Kat2 Bibring Jüdische Arbeiterküehe. Sammelbogen Nr. 1001. Zeige i Wachstem Wilhelm Zitron Weidenbaum Halpern Knöbil Klara Schlamm Kandl 'i0.r '».>- 40.- 'IÜ.~ 150.- 50.- 35.- 150.- K 745.— Diverse Spenden. Sammeelbogen Nr. 1002/a. Nir StraBmann Ehrmann Glüclismann Dorn E. Dorn B. Chaschin N. N. Antinikotiner Rosenblatt Rückhaus Goldtischer Leurin Sabath J. K. K. Gutmann Schreier Schulmann Sorger Tschenstochowski Bier Loker 400.— 50.— 200.— 200,— 75.— 75.— 400.— 120.— 100.1— 75.,— 203— 150.— 100.— 20..— 560.— 30.<~ 20.— 150.— 50.— 30.— 50.— 50.— K 2925.r Gje&anrtbetrag K 4970.- Sammlung für den Arbeiter-Kindergarten in der Kriau (Prater). 500 — Gen. Äsi Gen. Zwiebel >100.r Gtesantibetrafl K 600.— Inhaftiertenfond. IV. Ausweis. ÖSTERREICH. Wien; S. {9. Nr. 18 (siefeainmelt durch Gen. Kalischer): Dr. Schapira, Amarant je K 50.—. S. ©.Nr. 29 (gfcsatoüielt durch Gfen. B^er); H. Feldschuh K 200.—. SÜDAFRIKA. Johannesburg: Jüdischer Sozialistischer Verein. 17.R engl. Pfund! K 49.000.—. Summe K 49.ß00 Bisher ausgewiesen „ 52.991 - Gesamtsumme K 102.291 sssifövpBiHeBBHB&saBeMBaiisBiaBsaäseHBa Verband Jüdische; proletarischer Hausfrauen. 11., Blurr.'auergasse 1. Sektion: Arbeiter-Kindergarten. Samstag, den 30. Juli 1921, im Saale des Arbeiterheims, 2.,' Bluämauergasse 1 Elternversammlung mit Vortrag und anschließender Diskussion. Thema: PnoletartedWe jlRndererzgehttag. Beginn 4 Uhr nachm. Gäste willkommen. SBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBIiaBaBBBBB Allgemeiner Jüdischer Arbeiter-Bilduhgsverelii. Sonaitag, den 31. Juli 1921, 3 Uhr nachm., in den Garten- und Saallokalitaten „zur Praterfee", Hamptallce (ewisch^n 1. u. 2. Kaifeehaus) Gartenfest 30.1- 50.- W.- Ihre freundliche Mitwirkung haben die gefeiierten Künstler der anierikanisch-jüdischen Bühne Frau Mali Picon und Herr Direktor Kaiich zugesichert. Tanzhränzdißti und andere Belustigungen sowfie chassidische Täii2e. Entree ftö Viorverkauf K 30.—.^ _____ Bei ungünstligem Wetter findet das Fest am 7. August statt. Herausgeber uuu verantwortlicher Bedakteur: Rubiu öl Ucksmann.