Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 17-18 (14.5.1921)
- Date
- 1921-05-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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&&o/-er*\FK/£ a a^Zfä l^j^oecl v£ÄÄw/or £* o»c/ ^MlMiMiimirtllÄ^ ö4/ Orgart ffer jüdischen sozialistische«1 Arbeiterpartei Poale Zion in DeutschostBrreich EfSChetat jeden Söntfctäg REDAKTION UND VERWALTUNG: WIEN II, GLOCKENGASSE 6, Tür 17 Erscheint jeden Samstag Bwugsprels samt Zustellung: Ganzjährig K «0- " . . H^JäWgKa»-' — '• ' Vierteljährig. K 24.-....., Doppelnummer K fci ■ Bezugspreis: Ganzjährig für Deutschland M. 20.—, Tschechoslowakef'K. 24,--, Polen M. 90.—, Amerika Dollai, andere Länder Frcs. 6.- PI. Jährgang, Wien, 14. Mai 1921. Nr. 17-18 Wider den Krieg! Ein Zentralnkt'onskomitee gegen den Krieg hat sich m :Paris gebildet, bestehend aus Mitgliedern der Parti Sociale ,(S. F. I. 0;), 'dös 'Zentralkomitees dar revolutionären G ewerksth a f ten, der ftation&lfÖderätibn tler. kommunistischen Jugend, der ^pü'blikahis'ch'eh Vereinigung der ehemaligen Kijegstdlnehtner, der Arbeiter- und Bauernföderation, der' Vereinigungen der .Kriegsbesch^rügien, -Witwen und -Waisen. -Es erläßt/folgenden^ Aufruf 1 . .; an die französischen Arbeiter: , „Nach der Klasse 19 die Klasse 18 und dann die anderen! Die Mobilmachung, das .ist der Krieg! Die frair&ösisehe:!lifoürgeoisie>; braucht den Krieg! Warum?. Weil' sie, in Uebereinstimmung. mit der deutschen; Bourgeoisie, die Revolution -; in V ©eutschTand.1 zertrümmern Iwi'H;",:'weit sie am Voraüenrjt des* Bärikrott sieht da sie t ihre Finanzen nfcht ixis Gl'efchg^wichi' bringen V^ann,, nimmt sie ihre Züflti'cntrzum ffi&b:' Ejs. bändelt sieh' weder,; ulrrf Äede^ um Gerechtigkeit'!^ail : J\$r0&fä^^ aes_4;För^, "der führt.'den [ Gerifefä'fetab^ seihen Diener.; :;. V;,'Die^Be^etzu!hg .des'.'Ruh^gebietes wird drei ÄÜtw ^liardejn'^jäbflicji1 kosten. 'Sie wird dem ..'Lande 'keinen Sou einbringen. ' \ Ein neuer KriegwiidMillionen, von Mjenschenleben1 kosten. Und die Armen werden die Kosten des Abenteuers tragen. Arbeiter, Bauern, Krjegsbeschädig;te;, ehemalige 'Soldaten, Mütter, Frauen, nehmt ihr den französischen Imperialismus,, den Erben des deutschen Militarismus, an? Nehmt ihr den Krieg an? Wenn er entfesselt wird,, dann ist es das Eingeständnis der Machtlosigkeit aller jener, r die geschworen hatten, ihn in Zukunft mit allen Mitteln unmöglich zu machen. Krieg? Eher Generalstreik! Der Krieg ist die Vernichtung der Arbeiterklasse, die den Frieden und die Expropriation der kapitalistischen, Räuber Jwill! Antwort! .. , Das Aktionskomitee." ßaschliiß jdter französischem K?ijegstei!!Iieh^lSi• an das Aktionskomitee gegen den Krieg. Das Zentralkomitee der republikanischen Vereinigung der früheren, Kriegsteilnehmer beschloß, sieb an das Zentralkomitee gegen den Krieg anzuschließen und die Tätigkeit des letzteren mit jedem Mittel zu unterstützen. Jede Sektion der Vereinigung wird zur Errichtung eines Propagandafonds eine Summe beisteuern/ Eine Erklärauqg des Exekutivkomitees der Soziaiistn sehe» Partei Fraojkrleicbs. {Sektion der Dritten lafernatioaalie.) Das Exekutivkomitee der Sozialistischen Partei (Dritte Internationale) veröffentlicht eine Erklärung, die „die Mystifikation, deren Opfer das französische Volk ist", entlarven soll. „Die jungen Männer, die ihrem Heim, ihrer Arbeit entrissen werden, sind durch keine Pflicht gegen die Minderheit der Ausbeuter und Reaktionäre gebunden, .welche die Regierung zu" ihrer Mobilmachung bewegen.1' „Die Partei spricht ihren Willen aus, durch alle verfügbare Mittel das Band zwischen den französischen Kommunisteil und ihren Brüdern in Deutschland zu festigen. Französische und. deutsche $ommunis?ten werden zusammen den; Kampf gegen die kapitalistischen Ausbeuter beider Länder führen." „Sie erklärt schon jettf der bürgerlichen Regierung Frankreichs, daß sie;nicht; aufhören wird, auf der Seite der übrige« Aj|rjeiterorganisaiionen für die Eindämmung des drohenden' Imperialasjrius zu kämpfen und daß sie keine Anstrengung vermeiden wird, damit aus der gegenwärtigen Krise, j und ihren unaus- Meib|ichen Komplikationen alsbald, die Revolution hervorgehe, der das bürgerliche Regime nicht mehr entrinnen kanp." Die V. K. P. D. erließ &'« des ', ' - Proletariat folgenden Aufruf: ".An das;deutsche" ProJetariaU ., Klassengenossen! -Arbeiter! Durc h Deut scbl'and schr eit es wi e d e r Krieg! Das große Ungewifter, das sich seit zwei Jahren immer dichter über Mitteleuropa zusammenzieht, entlädt sich. Die Katastrophe ist da. : In wenigen Tagen drohen neue Sanktionen, neue Zwangsmaßregeln der Entente. Das ganze Ruhrgebiet soll vom Reiche losgerissen werden. Deutschland verliert damit die Verfügung über die Kohlengebiete. Die deutsche Wirtschaft steht vor dem Zusammenbrach. Polen hat zum Schwert gegriffen. In Oberschiesien toben blutige Kämpfe. Ganz Oberschlesien bis zur Öder ist in den Händen polnischer Aufständischer, .und Freikorps. / ,; .,■> ,; Was „tutcjdie, 'deulscl^R^^ ---rT^^r^ - Die, Den tschn ational'en, die Ludendorf fe, die Escheriche, die Kriegsmacher von 1914 s'Chreien: Krieg mit Polen! Die anderen Winseln vor der Entente, dem Hehler und Verbündeten Polens. Die Militärs aber rüsten! Sie haben sich längst vorbereitet auf den Krieg mit Polen. Schon ist das Wort vom Krieg gesprochen. Ein Zufall, irgend eine lächerliche Kleinigkeit kann ihn bringen, plötzlich über Nacht. Arbeiter! Männer unÖFraucn desProletariats! Wollt ihr einen neuen imperialistischem Krieg? Sollen sich Proletarier und Proletarier wieder gegenseitig zerfleischen, zum Nutzen und Rubm der Bourgeoiskanaille, der Kriegsschwindler und Kriegsgewinnler unter dem Kommando der alten Kriegsschläcbter? / Ihr ruft: Nein! Nie wieder einen imperialistischen Krieg! Aber wenn "ihr so ruft, so müßt ihr den Krieg; verhindern. Ali euch liegt es, an euch allein. Was geht'in Oberscb'lesien vor? Das Land ist m Aufruhr. Hinter den Aufständischen stehen polnische Nationalisten, welche die Empörung schüren. Sie arbeiten im Interesse der polnischen Kapitalisten und Junker. So schreiben auch die Zeitungen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Sie verschweigen euch' das Wichtigste, das, Worauf es ankommt. Sie verschweigen euch, daß dieser Aufstand nicht bloß ist eine nationale Bewegung, sondern zugleich ' eine revolutionäre Empörung der Arbeiter. Die oberschlesischen Arbeiter Wissen, daß kein Unterschiedist zwischen dem Joch des deutschen, und des polnischen Kapitals1. Die öberschlesischen Kommunisten rufen ihnen zu: Breitet den ,GeneraÜstreikr aus! Führt ihn durch' auf allen1 Schächten, allen Hüttenwerken, allen Gütern! :I " Wählt euch1 politisebe RStel Nehmt die Betriebe in euren' Besitz) Euch gehören sie, keinem deutschen, keinem polinischen Ausbeuter! : ' v Bewaffnet eu0h zum Schutze eurer tjetriebe! - ' ' " Wehrt euch gegen jeden Angriff der deutschen, der polinischen oder der internationalen Gegenrevolution! Werft die ganze GeoenrevqTut i o n hinaus! '" ■ "l \ u > \ -; : Oberschfesten, dem oberscWlesischeri Proletariat! Oberschlesien ist ern Vulkan. Nationalistischer Aufstand und proletarische Revolution gehen nebäe inander her. Das oberschlesische Proletariat kämpft als Vortrupp für - die polnische und deutsche Räte i repubiik.! - .'vi--. ■■■ •'• Arbeiter! Klassengenossen! ' •* v\ - Der imperialistische Krieg gegen Polen ist e i n V e r h ä n g n i s. D e r k o n t e r r e Vö} 1 utionäre Kampf gegen 0bersch 1 esieh^- — unter welcher Maske er auch immer geführt wif"d' — ist ein Verbrechen. Ihr müßt beides verhindern. Ihr könnt es, indöih] ihr dem Beispiel eurer öberschlesischen Brüder folgt. In diesen Tagen werclen die Ereignisse auf euch herhiederprasseln. Jede Minute kann , die furdhtbar-. sten Ereignisse bringen.' Ueber Nacht kann. derBe> fehl zur Mobilisierung oder zur Bildung von Frei-, korps kommen, der Krieg Tatsache werden. Die Militarisierung der Betriebe droht. Eine Explosion kann die alte Welt aus den Fugen treiben. Jeder Tag kaiwi an euch, an eure Entschlossenheit, r.eure Tatkraft die gewaltigsten Forderungen stellen. . : Drum steht gerüstet! Seid bereit!■/./j-y ihr müßt, den deutstih^n;, Bochenv>fijr ^ie^rjro.lsia- «Äh#fi&uiÄr^ :;iln; ^ge^i; jeefen irnpe^ rialistischeri Angriff1 'zu, verteidigen.. Al|arrhbereitsc'haft, das ist die Parole des Tages. Rüstung für große, schwere Kämpfe. Die Losungen der Stunde aber sind: J Nieder mit dem i m p e r i a 1 i s t i sc h e n Krieg! Es lebe die proletarische So 1 id ar itfät| Es lebe das käm*pfende oberschlesIrsch e Proletariat! Es lebe der revolutionäre Kampf! Zsnrrase der . Vereißigten Kosnttiunistischea Partei Oejstschl'swds, Ssk'üoia. der Ksmmunistfcdhen Mte?-< mati^iaale^ Lieber die Revolution! . Der Pariser Aktionsausschuß des revolutionären Proletariats erläßt einen. Aufruf unter der Üeberschriit „Wie 1914", der folgendermaßen lautet: „Die Mobilmachung ist nicht der Krieg", ließ am 1. August 1914 Herr Poincare anschlagen. Das war , eine Lüge. Getäuscht durch ihre Begierungeni vergaßen alle kriegführenden Völker, daß die Mobilmachung immer der Krieg ist. Der Beweis dafür ist dannspäter duroh die Verbüentlichung des Geheimvertrages erbracht worden,- der 1802 zwischen Frankreich und Rußland geschlossen worden war* Durch die Geheimverträge von 1915 haben die Ententestaaten schon im Voraus den Besitz der Besiegten ufater sich verteilt, zu einer Zeit, wo sie heuchlerisch vom Becht der Völker sprachen. Während des Krieges haben die. französischen Metallindustriellen, die deutschen Metallindustriellen. und die mit ihneu tute' einer Decke '.^tackenden Geae-'alstäbe zusammen ihr gemeinsames Eigentum im Gebiet von Briey gerettet. In dem angebliohen Krieg der „nationalen Verteidigung" haben sie die internationale Verteidigung ihres internationalen Kapitals durchgeführt. Das Ergebnis waren: 15 Millionen Leichen,1 ungezählte Verstümmelte, unlösbare Wirtschaftskrisen, ganze verwüstete Provinzen-Diese verwüsteten Provinzen müssen wieder hergestellt Werden. Aber von wein? Von den Schuldigen! Von den Kriegsgewinnlern alle- Länder! Sie haben den K'Urg gewollt, wcjj sie an, ihm verdienen wollten. Die französischen^ Kriegsgewinnler und die deutschen Kriegsgewinnler wollen aber nicht zahlen, die einen so wenig wie die anderen- Bezahlen bedeutete den Zusammenbruch der Herrschaft ihrer Klasse. Deshalb versuchen sie aus dem Problem der Wiedergutmachung den; Anlaß für einen neuen Krieg zu gewinnen, in dem dag^ vermehrte Elend_ der Völker dieselben Profitmacher JiCvh mehr bereichern wiirxie. „Ler iwuiscne wira qezählenH sagen unsere Kiiegsgewinnler, aber sie täuschen uns. Die Wiedergutmachu.igsfrage ist eine Klassenirage f die Lonoheur, die Bünnes, die Schneider, die Krupp, die großen. Kriegsgewinnler sollen bezahlen! Wie 19i4 wird man uns vielleicht mobilisieren. Wie 1914 wird die Mobilmachung der Krieg sein. Der Krieg, um den alten Schaden »guteumaebeu, wird neuen Schaden anrichten- Ihr habt zu wählen: Entweder das. Gold des Volke«, das nicht mehr Schuld Kriege Üfit als da* lranzösisohe oder das Blut von Millionen! von Menschen- Mit uns werdet ihr sagen: Keine Mabümä'- chung und keinen Krieg! Lieber der Generalstreik} Lieber der Aufstand! Lieber die RevolutionP Dieser Aufruf ist unterzeichnet von der Pariser Organisation Wer Kommunistischen Partei, von den Pariser Gewerkschaften, von der Kommunistischen Jugend, von den Verbänden der Kriegsbeschädigten und Kriegsopfer und von ffen Anarchisten.