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Freie Tribüne · 1921-04-23 · 13-14 (23.4.1921) · page 1

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Journal
Freie Tribüne
Volume
3 (1921)
Issue
13-14 (23.4.1921)
Date
1921-04-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mai folgenden Aufruf: „Wieder ist ein Jahr vergangen und in keinem Lande der Welt, außer Sowjetrußland, kann sich die Arbeiterklasse eines Sieges rühmen. Die Kapitalisten aller Länder geben ihrer Freude so offen Ausdruck, als o'b sie von ihrem endgültigen Siege überzeugt •■wSceti. Wieder ist ein Jahr vergangen und immer noch* hält die Bourgeoisie das Steuer in ihrer Hand, während die Welt immer mehr zum Trümmerhaufen wird. las den besiegten kapitalistischen Landern Deutschland, Oesterreich und Ungarn, wächst die Not immer mehr, während die internationalen Räuber das letzte Giit dieser Länder zu billigen Preisen aufkaufen. Die einheimischen Ausbeuter machen dardurch gute Geschäfte, während die Not der arbeitenden Massen mit jedem Tag> größer wird- Die Arbeitslöhne entsprechen den hohen Preisen schon lange nicht mehr und ungeachtet der mit Waren überfüllten Kaufläden wissen Millionen Menschen nicht, wie sie ihre Kinder sattmachen, womit sie ihre Blößen bedecken sollen. In den Stegerstaaten ist die Arbeitslosigkeit s&hr groß. In Frankreich wird der wirtschaftliche Zerfall mit jedem Tag größer. In England selbst, das am meisten an dem Kriege gewonnen hat, wird eine Streikwelle ven der anderen abgelöst. Die Herren der Londoner, Pariser und Newyorker Börse glauben, daß sie eine Hälfte, und zwar die größere, der Bevölkerung der ganzen Welt zu Bettlern mache« können und daß niemand ihnen den Besitz streitig machen kann. Sie irren sich sehr. Mehr als zweieinhalb' Jahr© sind vergangen und das Weltkapital war nicht imstande, dia Weltwirtschaft zu reorganisieren. Das einzige, was es tun kann, ist — noch neue Gegen-i sätze 'zu den alten bereits bestehenden zu schafft«. Die Folgeerscheinungen dzs letzten Krieges sind noch nicht liquidiert und schon bereitet man sich zu einem neuan. Kriege vor. Wenn das .Weltproletariat seinen Feind nicht packt, wird man es wieder dazu zwingen, sein B!ut für die Interessen des Weltkapitals zu vergießen. Das Proletariat muß sich zusammenschließen und in festen Reihen den Weg der Revolution betreten. Sowjetrußlanel &8t sich von da Weltresktion c:cht besiege*, England war gezwungen, einen Handelsvertrag mit ihm zu schließen. Wenn dia Not der proletarischen Massen Sowjetsruß'and auch groß ist, so stehen sie doch fest zur Sowjetmacht. Kzine wie immer gearteten Verfolgungen vermögen d.n Siegesgang der kommunistischen Idee mehr aufzuhalten, auch in Frankreich nicht, wo diese Idee geboren und mit dem Blute der Märtyrer der Pariser Kommune geweiht wurde. Unser Losungswort für......den. l,..Mat.is.t:,......... .„...... Wir müssen um an die Spitze der großen partei-. losen Massen stellen in ihrem Kampfe für die Ver-< besseniaig der Lage. Jederzeit kann der Augenblick kommen, da die Geduld der arbeitenden Massen zu Ende ist, da sie die Leiden und Qualen, zu denen der sterbende Kapitalismus sie verurteilt, nicht länger ertragen wollen. Dann wird es eine opferfreudige Aufgabe der kommunistischen Avantgarde sein, die breiton Massen mit sich zu reißen und der Kampf für die Eroberung der Macht wird zur Aufgabe der arbeitenden K'assen werden. Die Kommunistische Internationale ruft alle zur Anspannung aller Kräfte, zu Einigkeit und fester Kampfbereitschaft auf. Wir gehlen nicht einer Perfcde langsamer Propaganda- und Agitationsarbeit entgegen, sondern einer Perioda sich immer mehr verschärfender Kämpfe. Es ist die Aufgabe der Kommunisten aller Lünder, die Stoßtruppen in diesem Kampfe zu sein. Unsere mit Blut getränkte rote Fahne soll nicht nur ein Symbol künftiger Kämpfe sein, nein, sie soll allen großen revolutionären Zusammenstößen von heute und morgen immer vorangetragen werden. Am 1. Mai wollen wir der Weltbonrgeoisie unsere Kampfbereitschaft zeigen, wollen wir die rote Fahne von allen Fabriken und Werkstätten wehen lassen, bei unseren Demonstrationszüg:n soll sie uns vorangetragen werden, damit sie den unterdrückten proletarischen Massen zurufen kann: Vereinigt euch, ihr Unterjochten unfl Leidenden, ihr Ausgebeuteten und Geknechteten I Nieder mit den offenen und heimlfchen Fieunilea der Bourgeoisie! Es lebe Sowjetrußland, die Feste der WeltrevolutJcn! Es lebe der Internationale Bund der Sowjet^ republiken! Unsere Veranstaltungen zum ersten Mai: Sonntag, halb 9 Uhr vormittags im Arbeiterheim, IL, Blumauergasse 1 -............-......MasseaYj^saiwmlupg.. . ..... <.w Referenten: NAGLER, KOHN-EBER, KANDEL, j CHASCHIN Halb 10 LIhr Demonstrationszug 2ur Votivkirche, Anschluß an das demonstrierende kom» munistische Proletariat Wiens Halb o LIhr nachmittags, im Arbeiterheim Festversammlung „Ein Tag des Kampfes und der Arbeit' Referent: CHASCHIN 7 LIhr abends im kleinen Musikvereinssaal Maifeier Programm und nähere Mitteilungen in den Flugzetteln. Brief aus Palästina. UnteivInV:luin,gsmfi/0 regeln der \ ü d i s c h - e n g- 1 i s o h o n Ii o n k t i. o ti ernten die revolutionäre Arbeiterschaft haben noch kein IOndo genommen, sondern werden im Gegenteil mit jedem Tage heftiger und feindseliger. Ihr erstes Opfer war der ßoroöhow- K 1 ü b, dieser Arbeiter-Klub, um den sich in diesem Winter alle die gescharrt hatten, welche sich nach einer a,uf rieht igen sozialistischen Ausspracho, einer IroiiiHlfe(;liiftlich-ka.merad.schaltliehoji Umgebung,, einer, lebendigen Arbeiterzeitung sehnten. Der Arbeitorklub wurde rasch beliebt, nicht nur bei den Arbeitern, sondern auch bei der sonstigen armen Bevölkerung von N'woh öchalom.") Diese, jahrelang dank dem Prinzip: „Nur hebräisch!", von der iüdisohen Kultur abgeschnitten, hatte hier jeden Samstagabend Gelegenheit, mit der jüdischen Literatur, mit dem fortschritt- Jaifas, *) 'Von proletarischer Schichte 'bewohnte Vorstade

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