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Freie Tribüne · 1920-10-30 · 37-38 (30.10.1920) · page 6

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Journal
Freie Tribüne
Volume
2 (1920)
Issue
37-38 (30.10.1920)
Date
1920-10-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Die Ai?.Cf-:b:n ein?s ii>den k!asse.ibi.-wi!ß*en jüdischen Proletariers ist es, diese Verräter an unseren revolutionäre:;, p?n\2-z\ nistischen klen-!cn mit all-u tauglichen Mitteln zw bekämpfen! Genossen! Die Verantwortung, welche auf uns lasfei, isi nngehruer. Wir sind' di? einzige Partei des jüdischen Volkes, welche sich vorbeb altlos zw so>:;nl n Rov.VndK-n bekennt. Wir wissen, daß di Revolution die jüdischen Massen durch schwere Ersciiiiltcr.'TKi-n hindurchtühiv'i wird. An uns '-.ird es liegen, dali fliese Schwierigkeiten überwunden urd die jüdischen proletarischen Massen einer glückliche, sozialistischen Zukunft voller wirtschaftlicher und national-kultureller Freiheit zngerührl werden. Wir werden die einzige jüdische Partei sein, welche sich durch ihre Kainpiverbunrlenhe.it mit dem übrigen Proletariat das Recht erworben haben wird, das Geschick des jüdischen Volkes in ihre Hände zu nehmen! Wir sind die Träger der sozialen Revolution irn jüdischen Leben, ihre Kämpfer und Vollstrecker! Mit detn Sieg des Weltproletariats ist auch das Schicksal Palästinas untrennbar verknüpft Soi Palästina die ir<?$J Erde freier, werktätiger jüdischer Menschen'werden — oder ein (Ausbeutungsobjekt für die jüdische Parasitenklasse, welche sich mii dem englischen Imperialismüs verbündet hat? ' 'Darauf kfmn. es nur eine Antwort geben: Unser Ziel ist ein kommunistisches Palästina als als organischer Teil der kommunistischen Weltgemeinschaft. Der Weg dahin führt durch den proletarischen Klassenkampf und seine höchste Form, die soziale Revolution in der ganzen Welt, durch den Kampf gigen die internationale Bourgeoisie, nicht zuletzt gegen die jüdische Parasiten kl asse! ' Und mit dieser hat sich der sogenannte „rechte Verband'' verbündet. Er ist nebst ihr unser ärgster Feind! Die Wiener Dissidentenzentrale versucht nun ihre Spaltungsarbeit, mit der sie in der österreichischen Organisation begonnen hat, auch in unsere Partei zu tragen. Wir warnen alie Genossen und Genossinnen vor den Sendlingen des „rechten'' Verbandes, die unter lügnerischen Vorspiegelungen glauben machen wollen, daß ihr Gegensatz zu unserer linkssozialistisch-kommunistischen Partei darin bestehe, daf3 sie „Sozialdemokraten" und die wahren poale-Zionisten seien. Sie sind weder das eine noch das' andere! Weder ihrer Ideologie nach, noch auch, und am allerwenigsten, nach ihren Taten sind sie auch nur a Herr echteste Sozialdemokraten, denn sie führen keinen Klassenkampf; demzufolge sind' sie auch keine Poale-Zionisten, sondern radikale, national-sozial-chauviuistische Zionislen — Verführer der iüdischen Arbeiterklasse. Ihren Versuchen muß auf das Schärfste und Energischeste entgegengetreten werden! Jedes Parteimitglied, welches sich zum konterrevolutionären, rechten Verband bekennt und nur heimtückisch den Moment abgewartet hat, der Partei in den Rücken zu fallen, muß aus unserer Partei ausgeschlossen werden! Wir ermahnen zur Wachsamkeit und zu strengster Disziplin! Prag, am 12. Oktober 1920. Der Pfarteivorstantl der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Poale Zion in der tschechoslowakischen Republik. Ein jüdisches Arbeiterheim in Breslau. Seit dem Beginn des Jahres 1019 drangen von Monat zu Monat stets wachsende Scharen von Ostjuden über die deutsche Grenze, und mit ihnen kamen auch Teile des klassenbewußten jüdischen Proletariats, ' die vor den Orgien der polnischen Reaktion hierher, als der Metropolo des Ostens flüchteten. Unter den jüdischen Arbeitern gehörten die meisten der ., Poalo /Jon" an. Das Parteiloben gestaltete sich bald unter-dem ständigen Zustrom recht lebhaft, suimaJ aucIi eine große Zahl deut-ehjüdi.seher Intellektueller sich, der Poale Zion anschloß. AlimäliUg machte sich das Bedürfnis geltend, ein eigenes [leim 411 gründen. Es tfelang uns auch, das jüdische Arbeüerlicim (in der Albrec'ütsriUaßü Nr. 50), bestehend aus Bibliothek, Lese- und Teehallo, ein- '«üurir.hten. Mit dem Abendtee wird auch auf Wunsch ein Abendbrot vorabreicht, gleichzeitig ist beabsichtigt, n Ivür^« eine Arbeiterkücho in unseren Bäumen zu errichten. Am Sonnabend, den 16. Oktober d. J., fand nun die feierliche Eröffnung des Arbeitorheims der Jüdischen Sozialdemokratischen Arbeiterorganisation „Poale Zion-' Breslau, statt. Man kann wohl behaupten, daß der feierlich« Akt , allen Genossen sowie den zahlreich erschienenen Gästen noch lange im Gedächtnis bleiben, wird. Um 8 Uhr eröffnete Genosse Neustadt den Abend. tu jüdischer Sprache, dankte er zunächst allen denen, die an dem Gelingen des Werkes tätigen Anteil genommen und gedacht« dann der Toten der Poale Zion, sowohl all derer, die iür eine fremde Sache, und zwar für den völkormordendon Imp»riali.«miis. auf d*n Sc.hl»<-lHfeMi>rn;->]on.;,!? ,,!' Märtyrer d«r Pariei. die für ihre Ueberzcm^inj? geblutet h;\hr>n und zu Hunderten noch jer?.f. in (]0n Kerkern Tics w-.'iߣ»rdk-ischen Polen schwjjfni. besonders ahunseres lieben, von reaktionärer Morderband dahin;.-«--, a ff,- „ Bernhard Schottländer; auch der l,ebeiKieii g-odaeii'e <t. besonders all der Genossen, dio in Palästina ein u/.i.iii.-u N'-hes Gemeinwesen aufbauen woli.ni. i)or Aib-\'o..-W seng sodann die fnteniafionnle und die ..Schw.!.-. bi.- l'egrei;te Gen. Dr. Turnier die tvsehionou D- ,„,.,! d-Mpolnischen Parteien- Die Parteidelegatioiieu erwidert-u: 'Ais erster sprach im N'amen der U. S. p. D. Gen. Kunik, Bedakteur der ..Sächsiseheu Arbeiter-Zeiiuug■-. und führte unter anderem aus. die jüdische Arbeite,-„r.iüui besitze ein großes Keservoir hervorragender intellekmelier Kräfte, die oft auch im L'Vcilioitskampfo des deutschen Proletariats Große« geleistet hätten: besonders im gegenwärtigen Stadium des Ringens der klassenbewußten" Arbn;a <■ schalt seien die Genossen der Poale 'A i 9 n in den Reihen des revolutionären Proletriats hochwillkommen. Sodann sprach Genosse Brandt namens der K. P. D, (Spartakusbund;: Ua* gan/.o revolutionäre Proletariat müsse in dieser Stunde einig -sein lind das neue jüdische Arbeiterheim möge als S.-hule marxistischer Gesinnung ihr Teil zur Befreiung " der Arbeiterschah beitragen. A!s dritter ergriff im Namen der ö- R R Ketsch das Wort, der nach seinem Bekenntnis selten einen Aultrag seiner Partei 0 ireudig ausgeführt hätte, ab heute der Poale Zion die herzliebsten. Glückwünsche auszusprechen, auf daß sich alle ihre Bestrebungen auch bald in die Wirklichkeit umsetzen mögen, wobei auch gern die S. f» L). „ach ihren Kräften ih,,. llille leihen würde. Seltsam war unseren Bestrebungen gegenüber das Verhalten des Häufleins ,,b unelastischer Jünglinge"' die anstatt steh diesen jüdischen Arbeiter-Institutionen tatkräftig fördernd anzuschließen, alle unsere Maßnahmen zu hnrlrtreil-en suchten und selbst zu dem Mittel der niedrigsten V^- loumdung bei den Inesigen sozialistischen Parteien griffer, aber , iürem größten Miflbehagen g fold. Jetzt boykottieren sie unser Keim und ziehe,! lieber das demoralisierende Leben in den Kneipen vor; Uedem kann stolz sein über seine Schüler!; allerdings steüen .ich bot ans doch allmählich ihre Mitglieder ein, wenn auch ihre ianatistorten Führer noch fernbleiben. - .. . ieUt ert)t «cigt sich, welch eine Lücke das Arbeiterheim im hiesigen jüdischen Arbeiterleben ausfüllt; der Zustrom in die ' Los * halle und. zu dea Vorträgen ist so stark, daß er „,„•;ru größter Mühe von unseren Genossen bewältigt werden kann- Wochenprogramm, Die angesagten Kurse haben bereits begonnen. Ein Schreibungen nur noch bis zum 6. November in der Ka^lei der Konsumgenossenschaft, ß Uhr abends. . Wochenprogramm: Montag:, halb 7 Uhr: Chor; 7 Uhr: Deutsch. Dienstag: halb 7 Uhr;, Französisch; halb 7 Uhr: Steno- ' graphie. Mittwoch: halb 7 Uhr: Englisch f; 8 Uhr: Engüscu Ii, S Uhr: Liehübildervortrag. Donnerstag: halb 7 Uhr: Gesangstheorie (jeden zweiton Donnerstag); 7 Uhr: Deutsch. Freitag: 8 Uhr: Bezitationen aus der jüd. Literatur Samstag: 3 Uhr: Theorie des Pcale-Zlouumus; halb t> Ohr: Französisch. Sonntag: halb 9 Uhr vorm.: Englisch I; halb 11 Uhr Englisch II. . Alle Kurse finden derzeit im Arbeiterhoim, Bezirk, Blumauergasse, statt. Unsere Mitglieder mögen bis :<ur Eröffnung des^ „Jüdischem Arbeiter-Bildungsheimes'- die votiäuiigen, infolge Raummangels bedingten Schwierigkeiten berücksichtigen. Ein Vortragszyklus über „Einführung in die Soziologie und, in die Sozialwissenschaften", geleitet von Genossen J. Miischkan, wird im Laufe des nächsten Monats beginnen. Anmeldungen üi der Kanzlei der Konsumgenossenschaft und bei Gen. Hollinger, Wien, IL, Glockengasso G, Tür 17. Andere Kurse wie: Esperanto, Jiddisch (Lesen und Schreiben), Jiddische Literatur, Naturwissenschaftliche Thema;*, Gesellschaftswissenschaft, werden später eröffnet. Achtung! Gidt! Es werden alle Chorteilnehmer ersucht, sich dringend bei der Kursleitung in der Kanzlei der Konsumgenosserir schalt von 6—8 Uhr abends zu melden. Neueinschreibungen dortselbsL Leiter des Chores: Prof. Ulanowsky hat für dieses Halbjahr den Unterricht der Grundlehren der Gesangstheom {Notenlehre) übernommen. Jeden vSamstag, von 3—5 Uhr naclun. findet ein Kurs statt über die Theorie des Poale Zionismus, in fünf Vortragen: 1. Idealistische und materialistische Geschichtsauffassung; 2. die marxistische Staatstheorie; 3. AVenschewismus und Bolschewismus; 4. Geschichte der jüdischen Oekonomik; 5. Bundisraus und Poale-Zionismus. Leiter: Gen. Ig. Wahl. Es ist Pflicht jedes Genossen, den Kurs zu besuchen. — Anmeldungen in der Kanzlei der Konsumgenossenschaft, von 6—8 Uhr abends. Nächste Woche beginnt ein Vortragszyklus über Soziologie (Einführung in die Sozialwissensohaft). Vortragender: J. Mischkin. Die Stunde wird später bekanntgegeben. Kurs: DI« Elemente der Ohlemie, geleitet von Gen. Börner wird eröffnet. Hnmeldungen bei der Kursleitung in der Kanzlei der Konsumgenossenschaft um 7 Uhr abends. cb A.be.tt: -rr sollte in der vV-kIv vom 2". O'-do'vr Iii ". 1. i\' 'vember l')20 urlöTHTcn folgende VWon nu m-orc Alilglicdcr -ur Mi^bc: ReK i'AatrM-<e-.,;. \ickn m l Ii rMlair:cn!et:, Kipderhärtur.e1, \uefnc, :ium, :\o,-iyc!V-.)i n-:\v. v'j'-üCi- : K.m'.zrso'-ken, Swe;iier, :\-;ide:iu; i / ii üid .n iu\<. pd. so-. ffrbeUc'-P- 's; Toal; - Vf, 'eez-Or-..'. L*op-ldvadi. 5>.nr;'.ag, den öO. Oktober, 7 ..h" ab.nd-.* a:> Ivlleriiein:, 11., Bkmaueruasse 1. Vo.-ira;,j d.:.; f^n Sßr-ow: Die Spaltung der U. S. °. Sonnlay, den 31. Oktober, 7 Uhr a );:kL ..m .'-rheilernföini: Lite.' arischer /diead unter Mitwirkung li'ei vor. jtjc.ider Krüfle. Karlen erhällltch an der Kassa der jüd. Arb.-Küche und d^s Konsümvereines. Mittwoch, dcn 3 November 7 Uhr abends im Arbeiterh^im, IL, Blumauergasse 1, Vortrag des Gen. Nir: /'utbau Palästinas. Anläßlich des dritten Jahrestages der großen russischa-i Revolution findet am 7. November im jüd. Arbeilerheim, IL, Blumauergasse 1 eine Rtvolutionsfeier statt, bei der hei vorragende Kunstkräfte mitwirken werden. Näheres in den Tageszeitungen. Die Parteileitung. Ofsarasatioflskomifee der akademischen Vereinigung Jild. Kommunistea Poale Zion. Dienstag, den 2. November, 7 Uhr abends: Versammlung im Sekretariat, IL, G!ockenc<ass:;e 6, Tür 17. Gen 0 s s e n u n rl Gcüossinne n1 Im Sinne der Beschlüsse unserer zweiten Parteiberatung macht die Parteileitung die notwendigen Vorbereitungen, damit irn Monate November die 99A v ■ <n f 1 a f d eÄ< in jiddischer Sprache ■ ls Organ der jüdischen Sozialistischen Arbeiterpartei Poale Zion Deutsch Österreichs zu erscheinen anfängt. Es ist notwendig, daß unser Wort auch in der Sprache des jüdischen Proletariats überall gehört wird. Wir fordern Euch daher auf: Sammelt Abonnenten für unser jiddisches Blatt! Agitiert mit doppelter Energie für den Prcßfond! Erfüllt Euere Parteipflioht! Die Parteileitung. Das „Organistiaonsbüro rl.er linken Poale Zion" hat im Sinne der Erklärung der kommunistischen Fraktion auf der V. Wreltkonferenz seine Geschäfte liquidiert. Der politische Tätigkeiis- sowie der Kassabericht werden in der letzten Nummer „Avanl^ garde" (Nr. 20) der Parteiöffentiichkeit unterbreitet'. MITTEILUNGEN des jüdischen sozialistischen Arbeiterverbandes Poale Zion Nummer 2/3 in jüdischer und deutscher Sprache —' bereits erschiene» — ■• Zu beziehen: Verbandsbüro, Wien, IL, Kaiser Josefstraße^15 2(9S!BBB!BHBBrai9mraH Ende November erscheint die Monatsschrift „Der Kampf" gewidmet den jüdischen Arbeiterproblemen. Herausgegeben vom Alüwelilichcn jüdisch-sozialistischen Arbeiter-Verband Poale Zion Berichtigung. Die letzte Nummer unseres Blattes sollte nicht mit Nr. 35, sondern mit Nr. 36 bezeichnet sei«. Wrni*wnrHlrhtr RedoJstfcur: Rubi« Glücksin»nu; „Adria.-, brückirl:45?si;e>!<eUt»ch '. •f7tBUi f i»j'*r9tr».ß« 'S« \>

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