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Freie Tribüne · 1920-10-09 · 35 (9.10.1920) · page 4

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Journal
Freie Tribüne
Volume
2 (1920)
Issue
35 (9.10.1920)
Date
1920-10-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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SEITE 4 FREIE TRIBÜNE NR. a) Sofort eine Erklärung zu veröffentlichen, daß die Linke im Weltverband verbleibt, trotzdem die Partei zusammen mit Aöhduth Haawoda ausgetreten ist. b) Für den 8. und 9. Oktober nach Newyork eine Konferenz aller linken Organisationen und Gruppen einzuberufen, zum Zwecke der Reorj^nisierung (Neubildung)^ der amerikanischen Partei. c) Anstatt der bis jetzt erschienenen Monatsschrift bis zur Konferenz ein Zweiwochenblatt herauszugeben: Die erste Nummer dieser Zeitschrift, „Die Proletarische Stimm e", ist am 10. September in Newyork erschienen. Die Nummer macht einen frischen und kräftigen Bindruck. Resolutionen der V, Weltkonferenz. Zum Punkte: Unsere Patästinaarbeit. Die Produktionsbodingungea der jüdischen Volkawirtschaft verleihen der sozialen Revolution im jüdischen Leben einen eigenartigen Charakter. Die lOxterritorialität, die anormale ökonomische Struktur, die eigenartige Situation der jüdischen Massen, die überall eine stadtische Minderheit innerhalb einer tröm.]- natioinalenbäuerlichenMehtheit bilden und an der Urproduktion nicht teilnehmen, werden durch die proletarische Diktatur nicht abgeschafft, sie verschärfen vielmehr die unvermeidlichen tragischen Konflikte de« , sozialen Uroscliichlungsprozesses im jüdischen Leben. Der blutige Welt- und Bürgerkrieg, die Absolmihing der Privatwirtschaft und die historisch notwendige, gesellschaftlich progressive Politik der Rätemaoht müssen die wirtschaftlichen Positionen des größten Teiles der jüdischen Bevölkerung — der Handelsangestolitcn und des Handwerkerproletariates — zerstören. Während die soziale Revolution der politischen und kulturellen Tätigkeit des jüdischen Proletariates neue Möglichkeiten eröffnet, untergräbt sie die ökonomische Rolle der jüdischen Bevölkerung und erschwert durch ihr rasches Tempo den Uebergang der breiton jüdischen Volksmassen zu neuen Formen der Arbeit und des Schaffens. Das Problem der Produktivierung der jüdische« Volksmassen kann nur nach und nach^ und bloü teilweise in ihren jetzigen Wohnlandern gelöst werden. Der größte Teil ist daher auch weiterhin gezwungen durch Bmigration und konzentrierte Kolonisation die schicksalsschwere territoriale Frage des jüdischen Volkslebens radikal zu lösen. Die t e r r i t o ri a 1 i s t i s c h e .Regelung der jüdischen Wanderung und die konzentrierte Massenkolonisation' werden mH gebieterischer Notwendigkeit zum Programm der jüdischen Arbeiterschaft in allen L'ändern. Der städtische Qharakter der jiddischen Wände rung, die sozial-wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas, die historisch fixierte Aufmerksamkeit der jüdischen Massen auf Palästina und schließlich die dort schon bestehende jüdische Arbeitersiedlung bestätigen mit voller Kraft, daß Palästina seinen objektiven Bedingungen nach das Land sei» wo die Territorialisierung des jüdischen Volkos verwirklicht wird. Der Aufbau eines jüdischen sozialistischen Pix lästina ist nur in Uebereinstimmung mit den Grundprinzipien® des revolutionären Klassenkampfes möglich; er wird fortschreiten mit der Entwicklung und dem Siege der sozialen Weltrevolution. Angesichts der Notwendigkeit, die Judeufrage im internationalen Maßstabe zu lösen, hat das internationale Proletariat ein Interesse an oinem jüdischen sozialistischen Palästina; dies umso mehr, als die jüdi sehen Kolonisatiowsaufgabeii in Palästina mit den, die Arbeiterschaft aller Länder derzeit beschäftigenden Külonisationsaufgaben zusammenfallen. Zum Fortschritt und Sieg der Woltrevolution ist das revolutionäre Kr wachen des Ostens unerläßlich und ein starkos, klassenbewußtes jüdisches Arbeiterelemont in Palästina ist der erste sichere Vorposten für die Revolution im Orient und die Bürgschaft für ihren imverfälschten sozialistischon KIassencharakter. Die bisherige bürgerliche jüdische Kolonisier ung auf der Grundlage des Privateigentums und Ausbeulung hat sowohl in sozialer als auch in naiiumiWr- Hinsicht einon vollständigen Bankerott erlitten!' Die Entwicklung der Siedlung in Palästina hat erwiesen, daß dieses nur aufgebaut werden kann durch Einwanderung und Kolonisierung breiter jüdischer Arbeite, raassen, die sich nur auf die eigene Arbeit stützen und ihro Tätigkeit entsprechend den Tendenzen des schuf fenden,' aufbauenden Sozialismus organisieren. In Erkenntnis der aktiven, selbständigen, schaffenden Rollo des Proletariats in der jetzigen Epoche erklärt die V. Weltkonferonz, daß dio jüdische Arbeiterklasse jetzt die einzige aktive Klasse des iüdioohon Volkes ist, von deren Arbeit und Kampf das Schicksal der ganzen Nation abhängt und die deshalb die ganze Verantwortung für den sozialistischen Aufbau Palästinas auf sich nehmen muß. Anhörend den Bericht der Palästinakommission erklärt die Weltkonferenz, Haß der proletarisho Palästinismus jetzt in das Stadium seiner Verwirklichung eingetreten ist. Sie verpflichtet alle Landespartoien, eine große, energische Aktion für eine umfassende, planmäßige Arbeit für den Aufbau Palästinas einzuleiten. Die Weltkonferenz betraut das Verbandsbüro m.t dem Ausarbeiten eine« Planes für weitgehende sozialistische Kolonisation, auf&ebaut auf der Basis kooperativer Arbeit in Stadt und Dorf und der Organisierung der proletarischen Kräfte für die nationale Arbeiteranloihe, die zur Verwirklichung 'der sozialistischen kolonisatorischen Arboi; in l*nlitatinn ni'ov.lov lieh ist. Die herrschende imperialistische Uliijut* lvimiamis sucht sich des Arbeits- und - Befreiungsbedürfnisses der jüdischen Massen für ihre Raub- und Ausboutuuus intcressen im Orient zu bedienen. Die Politik des bürgerlichen Zionismus verknüpf! die nationale ßetiviinu; des jüdischen Volkes mit den Interessen der dem i'n tergang geweihten parasitären Kräfte des Imperialismus. Die Weltkonferenz ruft die jüdische Arbeiters*h auf, sieh aktiv zu b e t o i l i g o n n tn K am \>> f ar e g e n den e n u; 1 i s e heu I m p <l r t n I i s in u s. der das g r ö ü f. o Hindernis a u f d e in \V »> g * zur sozialen K'ovolutio n u n d f ü r <i t •■> r «;■■ v o 1 u t i o n ä r e n K r ä f t e lJ a! Ii s t i n n « I) e «i <- uf n t. Die Weltkönferenz betont besonders die unbmtiturie. dringende Notwendigkeit, für die jüdische Arbeiterschaft, roitzuorbuiten an <Ur Oi'garüsidruny und kevolutionierung der arabischen Arbeitermassenin Palästina, ihnen zu ttcl-fen in dem Befreiungskampf gegen die Herrschaft arabischer Efeudis und politischer Avanturisten und sie darüber aufzuklären, daß du. Losungen eines jüdischen, sozialistischen Paiüstint'.s in voller Uebereinstimmung steht mit den Arbeit ibedürfnissen aller schaffenden Elemente des Landes wii* des ganzen Orientes. Gleichzeitig mit dem politischen Kampf r.uiisou sohon jetzt — in der Ucbergangszeit vom Ivo p Hat Ismus zum Sozialismus — sowohl in der Diaspora als auch in Palästina samtliche erforderlichen sozio (wirtschaftlichen Maßnahmen getroffen werden, für die sozialistische Kolonisation Palästinas, die auch die künftißre Diktatur des jüdischen Proletariates im iUdisuhen Leben vorbereiten und ermöglichen. Die Weltkonferonz besehließt zu schaffen und auszunutzen alle jene Institutionen, die zur Produkhvierung, Kolonisier ung und Agrarisierung der jüdischen Massen nötig, sind und sie mit den Arbeitsinstiüiioiiua in Palästina zu verbinden; einen speziellen Apparat zu errichten, der aufgebaut auf dem Prinzip der Selbsthilfe fäbiji H&m soll, den jüdischen Wanderungsstrom zu regaiicrwi und ihn nach Palästina zu richten-; in allen wichtigen Emigrations- und Uutvhxugspunkten spezielle Arboiterpalästiriaftmter zu jmmdon: ein zentralisiertes, kooperatives, ökonomisches Institut ins Leben zu rufen, welches durch eigene Kraft des jüdischen Proletariats aller Länder aufgebaut und duroh das internationale Proletariat gestützt, die jüdischen Massen übersiedeln und sie auf soziaiisiisoher Basis kolonisieren soll; sieh an der Begründung einer speziellen A\-w (erbank für Palästina zu beteiligen. Die WeUkonferenz hebt die große Bedeutung des Palästina-Arboiter-Fonds in der lotzigen historischen Phase der Palästinaarbeit hervor und fordert dio or. ganisierte jüdische Arbeiterschaft auf, mit allen KvfUten diesen Kampffonds der jüdischen Arbeiterklasse fördern. Die WeUkonferenz betraut das Verbandsbüio n.u der Ausarbeitung eines genauen Planes für die bai-. dige Tätigkeit des P.-A.-F. entsprechend den Richtlinien, die im Berichte der Palästinakommission festgelegt sind. Die Woltkonferenz betrachtet die letzten blutigen Ereignisse in Palästina als das Resultat verholzender antijüdischer Agitation seitous arabischer Effendis und politischer Avanturisten, für die, die Erstarkung der jüdischen Ärboitoromigration eine Geführdung ihrer ieudalen Herrschaft bedeutet und die, die Rückständigkeit der unorganisierten arabischen Massen für ihre egoistischen Klasseninterossen ausnutzen wollen. Die Konferenz sieht in diesen Ereignissen auch die r'oig-.- dos Ausbeutungseharakters clor bisherigen bürgeriiohiüdisehen Kolonisation. Die Schuld fällt auf die verbrecherische bürgerlich-zionistische Politik und auf d» judenfeindliohe englische Verwaltung. Die WeUkonferenz begrüßt die heldenmütigen jüdischen Arbeiter in Palästina, dio mit soviel Opfern die jüdischen Arbeitspositionen verteidigen und dadurch die Möglichkeit des Aufbaues einet; jüdirtchon sozialistischen Palästina festigen. Zum Punkte: Jüdischer WeHkongfeß und jttdfcsther Arbeiter Weltkongreß. I. Da in der Gegenwart die Klassengegensätze zwischen Proletariat und Bourgeoisie ihren schroffsten Höhepunkt erreicht haben und die jüdische Arbeiterklasse sich in der Sowjetländern als einziger Träger des nationalen Schaffens konstiuiert hat, kann sich das Proletariat nicht beieiligen am jüdischen Weltkongreß, der sich das Recht herausnehmen würde, als Führer des ganzen Volkes, ohne Unterschied der Klassen, aufzutreten. Der jüdische Weltkongreß, «ls freie Institution, würde kein geeigneter Boden für den Klassenkampf des Proletariates sein, seine Euv berufung liegt daher nicht im Interesse der jüdischen Arbeiterschaft. Aus diesen Gründen spricht sich die V. WeUkonferenz sowohl gegen eine Beteiligung an der Einberufung des jüdischen Weltkongresses! als mich — wenn er trotzdem zustande kommen-sollt« — (jegen eine Anteilnahme an seinen Arbeiten. II. In der Erkenntnis, daß das jüdische Problem ▼»«gen seines interterritorialen internationalen Charakters nur durch einheitliche, .schaffende Arbeit des jüdischen Proletariates der ganzen Well gelöst werden kann, erklärt die V. Weltkorßterenz. da der Gedanke eines jüdischen Arbeiterwehr Kongresses im jetzigen Zeitpunkt reif ist und beauftragt das Verbandsbüro — so weit möglich, im Einverständnis mit den anderen {Wuschen Arbeiterparteien — sofort alle Schritte zu unternehmen, um diese Lösung zu realisieren. Als Hauptaufgaben des jüdischen Arbeiter Weltkongresses betrachtet die V. WeUkonferenz; a) Kampf für die nationale Autonomie; b) Konstruktive Hilfsarbeit und Produktivierung der jüdischen Massen?' c) Regulierung der jüdischen Wanderung besonders der Massenkolcnisation in Palästina auf kooperativ-sozialistischer Grundlage; d) Schaffung einur jüdischen Arbeiter\veitorg.ini - sation. Zum P u n k t e . Bericht des VerbttmJsbfiros: Die V. WeUkonferenz stellt, nachdem sie de» Bericht des Verbandsbüros angehört hat, fest, daß das Verbandsbüro eine wichtige Aufgabe erfüllt hat, indem es die internationale sozialistische Oetfentltcnkeit über die Grundprinzipien und die Notwendigheit des Poale-Zionismus aufgeklärt und ihm die Sympathieen der sozialistischen Arbeiterparteien gewonnen hat. Die WeUkonferenz konstatiert, daß die .poliüsth-e Orientierung des Verbandsbüros nicht immer in Einklang mit den Anschauungen der Mehrheit der poaleziouistischen Arbeiterschaft sich befunden hat. In Anbetracht der schweren Bedingungen jedoch, unter denen das zurücktretende Verbandsbüro zu arbeiten hatte, erteilt ihm die V.' Weltkonreren* (dys Äfosolutorium. MITTEILUNGEN 4ns jüdischfn sozialistischen Arbeitervrrbandes Poale Zion Erste Nummer in jüdischer wnd demsch-er Sprache ■ berdts erschienen ~-------• Zu berickes; Verbandsbüro, Wie», II., Ka^cr Josefst^-fe ,5 Anzeigen. Vertwnd der jtid. soz. Arbeiteriu^C4d ia Dtntsdiöstet»«!kft. Sonntag, den 10. Oktober 1920, 6 Uht abends, rindet im froBcn Saale des R r bz i t e r h'e i rn e s d\e EBÖFFNUN6SFEIEB DES „JUGEND" steh. Tagesordnung: 1. Eröffnung, 2. BecjrüBiuig, 3. lilerari^fv musikßlischer Teil.' Karten srnd zw, haben ttfi der Kassa der Arbeiterködten. Der Verband. Äkad. Verband )Bd. Sozialisten ,J>QaIe-ZiOA". Samstag, den 9. Oktober, präzise 3 Uta nacrümitlacfs. GENERALVERSAMMLUNG ina „A rbeiter heim", Wien, II., Blurnauergasse Nr.- 1. Erscheinen links-orientierter Genossen Pflicht! Gewerfcschaftskomraisshxn der Jüd. soz. flfbdtopsplei „Prale Ztoo" öentschiöste/feich. Samstag, den 9. Oktober, um 5 Uhr nachmittags, rindet im ArbeUerhelme, Wien, II., Blurnauergasse 1, e'ne VOLLVERSAMMLUNG alter Küchengeitflfett und Kellner statt. Die Betriebsräte tM*i*n mit ihren Betriebsgruppen vollzählig za ersciteiflen. Tagesordnung: 1. Gründung einer frejeei VereinigHtici;. 2. Gründung eines UnterstützungsfonWs; 3. Gründung einer gcnossenschsaftlichen Teehatte: 4 WbW eines Aktioinskoraitfc; ' 5. Anfälliges. Judische soztaUatiache Arbeiterpartei „Poale Zion" Bezirksroganisation XX. __ Dienstag, den 12. Oktob?r, 7 Uhr abends, im Lokale Wallenstraße 62, rindet unsere Generalversammlung Erscheinen a ler Genossen unbedingt nötig. 32. Preßfonds-Awsweis. Gen. Glücksmann K 10C.~ Gen. Steffi Drexler, anl. Erzählung Glücksmann K 10.- Gen. Hollinger (Wette) K 2C— Gen. Dawiö A. K IC — Zusammen K 14C — -Bisher ausgewiesen K 15.2QS.60 Insgesamt K 15.348,60 Herausgeber und verantwortlich«- Redakteur: Rubin Glücksmann. „Ädrti", Brack- und Veriagsgcs«ll8ob<h tr*. V, ij* Wiest* II., Taborstrabe 55 'u

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