Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 18 (1.5.1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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SEITE 6 THEIE TRI3L NE NR. 18 Reihen der dritten, Internationale — kann die Macht des Weitkapitalismus, dieses größten Hindernisses zur wahren Demokratie — gebrochen werden. Die Leute also, die sich als ,,Regierung der Ukrainischen Volksrepublik“ bezeichnen, haben weder vom rechtlichen* noch vom faktischen Standpunkte, oder vom Gesichtspunkte der Interessen der arbeitenden Massen irgend ein Recht, als Vertreter des ukrainischen Volkes aui'.utreten und in seinem Namen zu handeln. Den Regierungen der Staaten, in denen sich diese ,,Vertreter“ auihalton, ist dies alles wohl bekannt, aber weder die bürgerlichen, noch die „demokratischen“, nicht einmal die „sozialistischen" Regierungen Europas und Amerikas fordern von diesen Leuten irgend eine rechtliche oder faktische Begründung ihres „Mandates“. Sie sehen in Ihnen Verteidiger der bürgerlichen Ordnung, treue Diener der Konterrevolution, ’, deren man sich“ — wie sich ein Minister einer bürgerlich-demokratischen Regierung auägedrückt hat — „im Kample gegen den Bolschewismus bedienen kann.“ All dies erwägend, wende ich mich im Namen und im Aufträge der Ausländischen Gruppe der Ukrainisch kommunistischen Partei, deren Mitglied ich bin, an die Gesinnungs- und Parteigenossen in Europa und Amerika mit der heißen Aufforderung, diese für die soziale und nationale Befreiung der arbeitenden Massen gleich schädlichen Umtriebe der oben erwähnten Leute, die sich Gesandte, Minister, Mitglieder des Direktoriums oder überhaupt Vertreter der „Regierung der Ukrainischen Volksrepublik“ nennen, auf jede ihnen zugängliche Art und Weise zu paralysieren. Insbesondere macht die ausländische Gruppe der U. K. P. die Genosseu auf die Bestrebungen der englischen Regierung aufmerksam, die auf die Organisierung eines neuen Vormarsches gegen die Räte-Ukraina durch die Vermittlung der ukrainischen konterrevolutionären Elemente hinzielen, wobei sie die Unterstützung und insbesondere die Finanzierung dieses Unternehmens auf sich nimmt. Die Ausländische Gruppe der U. K. P. ersucht daher . alle Genossen, insbesondere aber die italienischen und deutschen aufs energischeste und. rührigste die ukrainische Konterrevolution an der Ueberführung der ukrainischen; Gefangenen aus ihren Ländern naoh Polen und Rumänien, zu behindern, so diese Unglücklichen mit Zwang und Trug zum Bruderkampfe für clie Interessen des Bntentoimperialigmus, der polnisch-rumänischen Burgeoisie und der ukrainischen Soldateska^ (dös Atamanentums) gegen die für die Befreiung aller, unterjochten, unterdrückten und ausgobeuteten Klassen und Völker der ganzen Welt und für ein vernünftiges, gerechtes Leben der Arbeit für die gesamte Menschheit streitenden roten Arbeiter- und Bauernarmeen der Ukraine, und Rußlands abgerichtet werden. Mit kommunistischem Gruße W. Wynnyczenko gewesener Ministe r p r äsident der ersten zwei Regierungen der Ukrainischen. Volksrepublik, Erster Vorsitzender des Direktoriums der Ukrainischen Volksrepublik, Mitglied der Ausländischen Gruppe der Ukrainischen. Kommunistischen Partei, Wien, am 22, April 1920. Zum l. Mai. Aus dem Aufruf der Zentrale der kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund). Arbeiter und Genossen! Vordem habt ihr am 1. Mai die internationale Verbrüderung der Arbeiter in Festen und Reden gefeiert. Diese Internationalfität der Feste und der Reden ist in Schmach und Schande untergegangen. Die zweite Internationale Ist zur willfährigen Dienerin des Imperialismus und zur Kupplerin der Gegenrevolution geworden. Arbeiter! Genossen! Heute zählt nur noch die Tat, die für die Internationale und die Weltrevolutiom in die Wagschale geworfen wird. Heute zählt nur noch die Internationale der Tat, die Kommunistische Internationale, deren Vorkämpfer Räterußland ist und um Ae die Arbeiterklasse aller Länder sich immer dichter zusammenschließt. jKäterußlland hat alle seine militärischen Feinde von innen und außen, die das Weitkapital gegen dasselbe aufgeboten hat, mit mächtiger Hand niedergeworfen. Aber das Weltkapital hat auch den Kampf gegen Räterußland nicht aufgegeben. Den Sieg, den Pulver und Blei ihnen nicht erfochten haben» den suchen England und Amerika jetzt durch ihre Warenballen zu ersetzen. Arbeiter, Genossen! Demgegenüber ist die revolutionäre Aufgabe der Arbeiterklassen Mitteleuropas und der Westländer, <jie Kapitalmacht in den eigenen Ländern zu brechen. Nur so kann Rußland geschützt, aber auch nur so kann der Aufbau der europäischen Wirtschaft gesichert werden. Mit dem neuen revolutionären Anstoß, den der 13. März der deutschen Revolution gab, rückt aber auch das revolutionäre Deutschland selbst in den Brennpunkt der internationdlen Aufgaben des Proletariats. Es gilt für die Arbeiterklassen der Westländer, mit der Anstrengung der deutschen Arbeiterklasse gegen die Konterrevolution im Innern Ihre Anstrengungen zu vereinigen, damit die Anschläge und Zettelungen des englisch-französischamierikanisehen Imperialismus gegen die deutsche Revolution Vereitelt werden. Mögen die Arbeiterklassen aller Länder sich mit der revolutionären Arbeiterklasse Deutschlands vereinigen in den Rufen, die am 1. Mai die deutschen Proletarier erheben: Hände weg von Räterußland! He'lide weg von der deutschen Revolution! Engste politiscne und wirtschaftliche Verbindung mit .RäteruBJand! Es lebe die dritte Internationale! Es lebe die Weltrevolulion! 7 Die Zentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands. Aus dem Aufruf unserer tschechoslowakischen Bruderpartei. Ein Atemholen sei der heutige Tag nur, das sich der erhitzte Kämpfer gönnt, bevor er zu neuen Streichen ausholt, und es wird noch manch ein Atemholen brauchen, um zum Ziele zu gelangen, das nicht ein Ziel ist nach den Begriffen der Bourgeoisie, nicht eine Befreiung von der Arbeit, sondern ean Ziel nach dem Sinn des Proletariats: Die Befreiung von dem Kampf um die ungehinderte freie Arbeit. Unser Ziel ist erreicht, wenn das Proletariat seine Kampfstellung aufgegeben und seine Arbeit beginnen kann, und das fällt zusammen mit der Vernichtung der Wirt Schafts- und Gesellschaftsordnung, deren Name Kapitalismus ist und ein Schimpfwort wurde selbst für ihre Nutznießer, die aber heute »och die Welt mit ihren Krämpfen erschüttern. Jeder jüdische Proletarier gelobe daher heute — und sein Gelöbnis sei edne Ablage an die bürgerliche Welt und eine Botschaft an die arbeitenden Brüder aller Nationen — jene mentale Bereitschaft stets zu bewahren, die nicht nur eine Be- Herausgefeer und" verantwortlicher Redakteur: Dr7~Herseh Na reätschaft des Opfers ist, sondern auch eine Bereitschaft des Mißtrauens in allen Tand, mit dem che bürgerliche Gesellschaft die Aufmerksamkeit des Proletariats von seiner eigentlichen Aufgabe abzulenken, von seiner Mission: dem Internationalismus Fleisch und Bein zu geben und eine Welt zu schaffen, in der kein Zufall der Geburt, Beziehungen von Mensch zu Mensch, oder von Mensch und Sache bestimmt. Auf dem Wege zur Erfüllung dieser großen Verheißung wird das Proletariat noch viele Einzelgefechte zu bestehen haben, im Rahmen jener geographisch- und historisch-politischen Gebilde, denen bürgerliche Interessiertheit die Grenzen Torgeschrieben hat und bei denen der bürgerliche Verstand aufhört. Auch wir leben in einem solchen Staate und stehen heute unter dein Eindrücke des Sieges, den das Proletariat in einem Einzelgefechte errungen hat; wir schöpfen aus dieser Willenskundgebung des Proletariats die frohe Hoffnung, daß es gelingen wird, den nationalen Brand auf die geschlagenen bürgerilichen Parteien zu isolieren und den Geist unbedingter Solidarität unter dem Gesamtproletariate dieses Staates, auf gebaut auf dem unverlierbaren Bewußtsein der Gemeinsamkeit der sozialistischen Mjission, zur gewissen Gewähr des Gelingens zu machen. Die Erfüllung dieser Verheißung wird auch unsere jüdische Frage lösen, , die eine Teil frage ist, aber so innälg verflochten mit der großen Weltfrage wie keine andere. Eine Zeit, die den Kapitalismus nicht kennt, wird unsere große nationale Not aus der Weit schaffen, eine Zeit, in der die Bande der Blutsgemeinschaft aüfhören ein Verkehrshindernis zu sein, die im Grunde nichts will, als den sittlichen Verkehr von Mensch zu Mensch von allen Hindernissen zu befreien, wird nichts dagegen haben, daß diese Bande der Blutsgemeinschaft als Förderung sittlichen Verkehrs wirken. Nur ein jüdisches Programm, das mit dem universalen Fortschritt zusammenfällt, ist ein jüdisches, ein befreiendes. Die große Verheißung des Sozialismus mit allem, was sie dem denkenden Kopf enthüllt, die entschlossene Bereitschaft, alles auf sich zu nehmen, was der Kampf für sic auferlegt, lege jeder jüdische Proletarier in sdine Worte, wenn er mit uns ausruft: Hoch die wahrhaft internationale, die wahrhaft revolutionäre, die wahrhafte Sozialdemokratie! Hoch der revolutionäre Poale-Zionismus! Hoch das geeinigte revolutionäre jüdische Proletariat! Jugoslavien. Die Meldungen über den Generalstreik in Jugoslawien sind sehr widersprechend. Die Regierung hat bekanntlich versucht, den Streik mit allen Mitteln zu verhindern, im besonderen hat sie die Eisenbahner mit Militärfeerung bedroht. Nach einem amtlichen Bericht der Laibacher Regierung hat der Eisenbahnminister den Delegierten der Eisenbahner die Erwägung ihrer Forderungen zugesagt, wenn diese vorher den Dienst wieder aufnöhmen. Dieses Ansinnen wurde natürlich ab gelehnt. ' Al '-'WN Jedenfalls zeigt das brutale Vorgehen der Regierung gegen die Arbeiter, und die kommunistische Partei im besonderen — es finden alllerorten Verhaftungen kommunistischer Führer und Agitatoren stakt — wie sehr der „demokratischen" Regierung der Schrecken über den Ansgang der Wahlen, die der kommunistischen Partei einen glänzendn Erfolg gebracht haben, in die Glieder gefahren ist. Sie sucht nun deren — auf dem allgemeinen Stimmrecht beruhendes — Ergebnis, auf „demokratische" Weise, durch Militär und Polizei, i'n die Tat umzusetzen. Die Taktik der Regierung ist klar, sie will durch fortwährende Provokationen die Arbeiterschaft zu voreiligen Handlungen verleiten, um so eine erwünschte Gelegenheit zur Niedenknlüppelung des Proletariats herbeizuführein. Doch wird ihr dies schwerlich genügen. Jedenfalls ist dem Parteitag der jugoslawischen kommunistischen artei, der am 23. und 24. Mal in Vukovar stattfindet, mit Interesse entgegen zu sehen. Glossen und Notizen. Der erste Mai als Nationalfeiertag. Dies eine der '.revolutionären Errungenschaften“. Der Tag, äh dem früher für die Arbeiterforderungen gestreikt und demonstriert wurde — zum Nationalfeiertag gemacht. Innerhalb eines kapitalistischen Klassenstaates. Als eine „glorreiche Errungenschaft der siegreichen Arbeiterklasse“ war er hingestellt Worden. Und ist eine verdammt konterrevolutionäre Errungenschaft der für eine kurze Zeitperiode siegreichen Sozialdemokratie. Denn wenn am 1. Mai sowieso Feiertag ist — dann kann doch nicht gestreikt werden. Alle Konflikte, die den sozialen Frieden zwischen Arbeitern und Ausbeutern stören könnten, sind ausgeschlossen, dem 1. Mai ist jede revolutionäre Spitze abgebrochen. Wer kennt da nicht die Methode...? Solange die Arbeiterklasse nicht endgültig siegreich war, das heißt, den bürgerlichen Staat gestürzt und den proletarischen an seine Stelle gesetzt hat, kann der 1. Mai kein Nationalfeiertag, sondern nur ein Feiertag der Arbeiterklasse sein, d. h. ein Tag, an dem sie die Betriebe verläßt, um für ihre Forderungen zu demonstrieren. Oder halt! die Sozialdemokraten sagten: die ursprüngliche Hauptlosung des 1. Mai war der Achtstundentag. Den haben wir doch erreicht, folglich.... Nun. das ist eben sozialdemokratisch ... Wieder einmal Schmock „—Y“!.. „ Schimock ij“, der von der Sorge um das tägliche Brot dazu verdammt ist, sich jeden Tag irgendeinen Blödsinn einfallen zu lassen, der dann als Leitartikel der „Wiener M or genzeitun g" erscheint, betrachtete in der Mittwochnummer auch die Ereignisse an der Universität im Lichte seiner fehlenden Weltanschauung. Und da man als jüdischnationaler Politiker keine Gelegenheit passieren lassen darf, ohne darauf hinzuweisen, daß das Judentum mit Kommunismus einfach gar nichts zu tun hat und zu tun haben will, andererseits aber der „Kommunistenschreck“ das beste Mittel ist, um. alle Gewalten der bürgerlichen Gesellschaft aufziirütteln, konstatiert er wie folgt: „Gestern haben sich bereit!; Kommunisten eingemengt, die bei keiner Dummheit fehlen dürfen, und so steht einem Weitergreifen des Brander» eben nichts im Wege . . Es liegt uns natürlich vollkommen ferne, mit Herrn y" zu diskutieren und ihm etwa zu erklären, daß es durchaus" nicht die Tatsache, daß sich deutsch- und jüdischnationale Radaubrüder gegenseitig die Kopte einschlagen, ist, die die Kommunisten zur „Einmengung“ bewegt, sondern der symptomatische* das gesamte Proletariat bedrohende Charakter der Vorfälle. Darüber kann jeder in unserem Blatte nach lesen. Wir wollen Herrn „—ij“ nur über den Schnabel fahren, weil er sich anmaßt, dasselbe revolutionäre Proletariat, das sich in diesem Falle auch von seinem Standpunkt als ein viel besserer „Ordnungsmacher" erwiesen hat als all die Koalitionsregierungen und angerufenen fremden Missionen, in dieser frivolen Weise zu verhöhnen. BlzirUsorcauisatiou II. Donnerstag, den 6. Mai, um 7 Uhr abends, spricht Genosse Nagler über „Palästina im Lichte der aktuellen politischen Situation". Ort: II., Blumauergasse 1 (jüd. Arelterheiin). „Adria,“, Druck- Im Arbeiterheim werden folgende Kurse eröffnet: Dt. Eduard Bloch: „Einführung in den Sozialismus“. Der Vortragende wird vom Gesichtspunkte des Entwicklungsprinzipes zunächst das Wesen der sozialen Organisation und die trefbenden Kräfte der Geschichte erörtern sowie jene historischen JJpkfcoren bloßlegen, die den modernen Kapitalismus geschaffen haben. Besondere Aufmerksamkeit wird der inneren Struktur der modernen kapitalistischen Gesellschaftsordnung zugewendet werden, um jene Tendenzen klarzulegen, die aus dieser Ordnung in eine sozialistische hinüberleiten. Das Wesen und die Bedeutung der sozialistischen Idee, die Hauptprobleme des modernen Sozialismus sollen die Schlußpunkte der Vortragsreihe bilden. Einstündig wöchentlich, jeden Mittwoch von halb 8 bis halb 9 Uhr abends. Beginn am 5. Mai. Rubin GlUcksmann: „Naturwissenschaftliche Lichtbildervorträge mit besonderer Berücksichtigung der Jugendlichen“. Ursprung des Lebens; Zellenlehre; die Entstehung neuer Arten; 'Genosssnschaftsleben in der Natur; Kommunismus und Sozialismus in der Natur. Einstündig wöchentlich, jeden Dienstag von 8 bis 9 Uhr abends. Beginn am 4. Mai. Vortragssprache deutsch. Alexander Serpow: „Ausgewählte Kapitel aus der jüdischer! Arbeiterbewegung“. Die Vortragsreihe wird acht folgende Einzelvorträge umfassen: 1. Klassendifferenzierung und Klassenverhältuis innerhalb des jüdischen Volkes Rußlands 1862 bis 1880; 2. Sozialismus und Zionismus am Anfang der jüdischen Arbeiterbewegung in Rußland von 1880 bis 1890; 3. AssrniilatorfLsche lind bundistische Strömungen 1890 bis 1895; 4. „Bund" 1895 bis 1903; 5. Zionistische Strömungen 1902 bis 1904; 6. Zionismus und Sozialismus 1904 bis 1905; 7. Die jüdische Sozialist sehe Arbeiterbewegung; 8. Poale-Zionismus als ailweltüohe sozialistische Bewegung des jüdischen Proletariats. Jeden Freitag von 7 bis 8 Uhr abends. Beginn am 7. Mai. Ingenieur Schüler: „Grundlagen der Elektrotechnik“. Der elektrische Strom. Seine Erzeugung und Anwendung: Apparate, Motore. Einmal wöchentlich, zweistündig, jeden Donnerstag von 7—9 Uhr abends. Beginn am 6. Mai. Vortragssprache deutsch. Uscher Zloczower: „Staat und Sozialismu s“. Der Kurs hat zum Zweck, das Verhältnis der sozialistischen Theorie zum Staate klarzulegen, und wird folgende Orientierungspunkte umfassen: Verfassung der menschlichen Gesellschaft vor der Entstehung des Staates. Entwicklung der Produktionsverhältnisse, die zur Entstehung des Staates führen. Charakter des Staates in der Klassengesellschaft: Feudalismus, Demokratie. Aufgaben des Proletariats in der Revolution gegenüber dem Staate: Marx, Engels, die Epigonen (Kautsky—Panekock—Renner). Die kommunistische Auffassung: Lenin. Grundsätze der russischen Sowjetverfassung. jeden Montag von 1/48 bis 9 Uhr abends. Beginn am 10. Mai. Jakob Mestel: „Die jüngste Periode der jüdischen L i te ra t u r en t w ickluti g“. Der Vortragende, ' selbst ein begabter jüdischer Lyriker, selbst mit unserem Literatur- und Kunstleben unmittelbar verbunden, wird diese jüngste Literaturepoche nach folgenden Orientierungspunkten zur Darstellung bringen: 1. die amerikanische, 2. die russische und 3. die galizäsche Dichtergruppe, 4. die jüngste jüdische Dramatik. - Einstündig wöchentlich, jeden Mittwoch um: 6 Uhr. Beginn am .5. Mai. ■ ( Mendel Singer: „Scholern Älejchems Hauptgestalten“. Der Vortragende stellt sich zur Aufgabe, die markantesten Gestalten Scholem Älejchems in populärer Darstellung aus seinem Gesamtwerk herauszuarbeiten und in ihrem Wert als Typen des jüdischen Volkslebens zu charakteriieren: Menachem Mendel, Tewje, Motel Chasens, auch das. jüdische Kind und das jüdische Weib im Aspekt unseres Humoristen — das sind die leitenden Punkte des Kursstoffes. Eine allgemeine Skizztierung des Lebensganges des Dichters soll einleitend sein Gesamtschaffen beleuchten. Einmal wöchentlich, einstündig, jeden Dienstag um 7 Uhr abends. Beginn am 4. Mai. Dr. Jesekiel Lffischütz: „Literarhistorische Uebu n gen ah Perez’ Chassidischen Geschic hten" (mit besonderer Berücksichtigung deutschsprachiger Hörer). Die „Chassidischen Geschichten“ sollen hier in ihren wesentlichen Motiven und Tendenzen erörtert werden. Aktive Mitarbeit aller Beteiligten i^t für diesen Kurs erforderlich. Einzelne Teilnehmer referieren wöchentlich — nach bestimmten Richtlinien — über einzelne Punkte des Kursstoffes, die dann gemeinsam besprochen werden. Anderthalbstündig wöchentlich, jeden Montag von 6 bis halb 8 Uhr. Beginn am 10. Mai. Vortragssprache deutsch. Jakob Schapira: „Jiddisch Schreiben und Lesen für Anfänger und Fortgeschrittene". Zweistündig wöchentlich, jeden Montag^ von halb 7 bas halb 9 Uhr abends. Beginn am/IO. Mai. Alle Kurse sind jedermann — nach vorheriger Anmeldung — frei zugänglich. Die Anmeldungen werden zu Beginn des b etr e f fenid en Kurses den ganzen Tag hindurch in der Kanzlei des Arbeite rh e i m e s entgegengenommen. Die mehr oder minder umfassenden Wissenszweige der einzelnen Kurse erfordern konzentrierte Vertiefung und beharrliche Mitarbeit des Hörers. Die Kurse sollen also nicht bloß das Wissen der Teilnehmer erweitern und vertiefen, sondern auch zur inneren Konzentration und Selbstdisziplin anhalten. Es wird daher allen Interessierten ausdrücklich nahegelegt, daß die Anmeldung zu diesem oder jenem KursediestrengstePümktlichkeitin der Zeiteinhaltun.g und unbedingte Regelmäßigkeit des Besuches auf er 1 e'gt. « Es gelte jedem als Maxime: Besser sich einem Kurse mit aller erforderlichen Hingabe widmen, als zwei in nachlässiger Halbheit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig werden auch Anmeldungen für Sprachkurse — Französisch, Englisch, Russisch — und für einen Stenographiekurs entgegengenommen. Diese Kurse können nur bei entsprechender Anzahl von Anmeldungen und gegen Entrichtung eines mäßigen Regiebeitrages eröffnet werden. Einige wissenschaftliche Kurse stehen noch in Aussicht und werden demnächst verlautbart werden. Allg. Jüd. flrbeiterbibliothek’, Wien, II.; Blumauergasse 1/1. Den Gen. Mitgliedern zur Kenntnis, daß von dieser Woche ab die ßibliotheksstunden um geschichtet werden, und zwar wird die Bibliothek an folgenden Tagen geöffnet sein: Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von halb 8 bis halb 9 Uhr abends. Die Gen. .werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Verspätetes Eintreffen hat Nichterledigung zur Folge. Die Bibliotheksjerwaltung. Samstag, den 1. Mai, Maifeier. Vormittags um 8 Uhr, Arbeiterheini: Massenversammlung mit Demonstrationszug, abends Gartenfest im Prater. Mitwirkende: Rudolf Schildkraut, Prof. Carl Labte. Konzertsängerin josefine Bursteen, Konzertsänger Viktor Heim und Mitglieder der Jüd. Bühne. I Yoriagagesellsohaffc m. b. II., Wien, II., Taboratraße SS hi,