Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 11 (13.3.1920)
- Date
- 1920-03-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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SEITE 4 FREIE TRfBÜNE NR. U Jtöstea der Volfcsmassen sorgt. WeH das Volk nicht alle Leiden der Krisis des Kapitalismus auf seine wuru'.en Schultern wälzen lassen will, weil es zu mucken, sich setner itraft 7xl besinnen wagt — — — Doch e9 muckt ja nur. In Wahrheit aber ist dies Vaterland noch fmmer das Vaterland der Kapitalisten, wenn awoh die Sozialdemokraten interimistisch — vielleicht ungewollt — deren Geschäfte führen, nicht immer gut führen, wenn auch die vaterlandslosen Gesellen von einst nun „unsere Republik" daraus gemacht haben. „Kewuzah". Die folgende Schilderung, die ein anschauliches Bild über das Leben einer „Kewuzah" (ländliche Kooperative) gibt, entnehmen wir den Briefen „eines Beisenden" aa das Warschauer „Arbeiterwort". Tirak ist der Name des Bodens, auf dem die Kewuzah aJigesiedeli ist, nach dem naheliegenden arabischen Dorf, das 2—3 Kilometer vom Meer entfernt, schon auf dem Berg- «wg dea Kamel liegt. Die Kewuzah betreibt hauptsächlich Getreide- und Gemüsebau, Milchwirtschaft, Geflügel- und Hfenenzucht. Sie arbeitet schon das zweite Jahr auf einer Fifcche von 1600 Dunam, von d«r nur 1000 Dunatn angebaut werde«. Als die Kewuzah gegründet wurde, gehörten ihr 9 Genossen und 6 Genossinnen an, von denen aus verschiedenen Gründenf (Gründung einer neuen Kewuzah) 6 Genossen wieder ausgetreten, und 15 neu hinzugekommen sind; «ach Einstellungder Pflanzungen sind wieder 9 ausgetreten, so daß ate>* jetzt aus 15 Genossen und 6 Genossinnen bosteht, unter ihnen ein Ehepaar. Alle Genossen sind schon 7—tfO Jahre lang im Lande und sprechen ausschließlich hebräisch. Die MiSglieder der Kewuzah beziehen ein Gehalt van 7 Pfund Sterling monatlich (im vorigen Jahre 6 Pfund) und wohne* einzeln, zu zweit und dritt in einem Zimmer; im ganzen sind da 8 Zimmer, 1 Speisezimmer, eine Küche, eÖL" Büro uad ein Zimmer, in dem die Hausapotheke untergebracht ist. Der Gesundheitszustand der Genossen bessert sich zusekends; im vorigen Jahre entfielen auf jeden Genossen zKei Krankentage im Monat, heuer nur ein halber. Die Kewjtgah hat auch einen Lehrer, der die hebräische Sprache, Boohnen, jüdische Geschichte und noch andere Gegenstände unterrichtet. Auoh eine Bibliothek gibt es, deren Ursprung interessant ist: das Meer hat eines Tages ein Faß Fett ans Kiattd gespült, fürdessen Erlös (10 Pfund) die Bibliothek angeschafft wurde. Die Küche wird gemeinsam geführt. Die Sfedlung besitzt 2 Brunnen mit Salzwasser für die Pferde uted: zwei Zisternen mit Begenwasser für menschliche Be- «öfeung. Die Leitung der Arbelt liegt in den Händen einer 3j&$edrigen, Kommission, deren Mitglieder immer abwechseln: zwei Mitglieder scheiden jeden Monat aus und werdear durch ander© ersetzt. Die Kewiaafe. besitzt ein genügendes Lebend- und MasofiineninTentar, u. zw.: 8 Pferde,, 2 Maulesel,. 1 Kühe, » Kälber, 18» Stüok Geflügel (80 Stück im Vorjahre) und 7' Bienenstöcke. Die Bienenzucht wird hier rationeller betr&ben alb rw den Arabern. Wie schon gesagt, besteht die fföuptarbeil dttr Kewuzah im Getreidebau; im ersten Jahre wanden folgende Getreidearten angebaut: Weizen (die Ernte wat 7mal so groß als die Saatkornmenge), Gerste (lOfache tJrnte), Bohnen, Mais und Gemüse. Im zweiten Jahre wurden dieselbe«. Getreidearten angebaut. Die Bilanz über das erste Jahr ist noch nicht fertig. Das Leben innerhalb der Kewuzah hinterlaßt einen tiefen Eindruck; man lühlt sich wifc in einer Kommune. Die Gebäude sind rein und sauber gehalten, trotz des infolge Kegens aufgeweichten Bodens. AUS DEN ARBEITERRÄTEN. Kreisarbeiterrat Wien, la der Vollversammlung des Wiener Kreisarbeiterrates ymn 9. d. M. kam die Wehrvorlage zur Verhandlung. Im Namen der kommunistischen Volkswehrmänner begründete Grjüber (Komm.) die Forderungen nach Beibehaltung der Soldatenräte in der neuen Wehrmacht mit den Kompetenzien cter Soldatenräte der Volkswehr, das Änerkennungsrecht der Offiziere durch die Mannschaft, die Zuerkennung des Disziplinarrechts an die Disiiplinarkommission für alle Vergehen, freie politische Betätigung der Weihrmänner und Gewährung einer Abfertigung auoh an die in die neue Wehrmacht übertretenden Volkswehrmänmer. Die Sozialdemokraten waren, angesichts der Tatsache, daß diese Forderungen das AUmmalste für die Sicherung der Interessen des Proletariats sind, in Verlegenheit, sich festlegen zu müssen, da sich kaum ein Ärbeiterrat gefunden hätte, der gegen diese Forderungen hätte stimmen können. So mußten sie sich aus der Verlegenheit dienen, indem sie erklärten, (diese Fccrderungen seien ihre eigenen, aber sie wünschten nicht die Rufzäiüxmg von Einzelheiten. Im übrigen sei nicht der Buchstabe des Gesetzes das Entscheidende, sondern dliei Gesinnung der Mannschaft. Die Resolution der Kommunisten wurde abgelehnt und die allgemein gehaltene, dehnbare Resolution der Sozialdemokraten angenommen. Innere Stadt, Die am 8. d. abgehaltene Vollversammlung befaßte sich zunächst mit den letzten, Beschlüssen des K. A. R. bezüglich der Entsendung einer Kommission nach Sowjetrußland und der Waffenlieferung nach Polen. Die von den Kommunisten eingebrachte und von unserer Fraktion unterstützte Resolution, bei der. nächsten Vollversammlung des K. R. R. die Reasüituerung beider Bescnllüsse zu beantragen, wurde mit einer knappen Majorität^: 35) abgelehnt und der Antrag Arbeitel angenommen, pur die Reasümieruirtg des Beschlusses bezüglich der Waffenlieferungen nach Polen zu beantragen. Aus der vorletzten Sitzung des B. A. R. wäre noch natihzutragfeii, daö die Beschisse auf Entsenduno einer Kommission und Einstellung der Waffenlieferungen nl:ht zuletzt &tf die energische Haiimg unserer Fraktion zurX-kzufhren süd und daß die Waren und eindrucksvollen Ausführungen des Gen. Sokal viel dazu beigetragen haben, An das diskrete Dunkel der Adler'schen Resolution Licht zu bangen und» deren Abtetaiuag durchzusetzen. Zum Punkt „Wahl in den Reichsarbeiterrat", für den die Obmännerkonferenz einen „bindenden" Schlüssel von 14 S. D.: 1 Komm, festgesetzt hatte, sprach namens unserer Fraktion Gen. W a 11 e n b e r g und bekämpfte den „Schlüssel" aus formellen und sachlichen Gründen. Der B. Ä. R. sei autonom und "könne sich von der Obmännerkonferenz nicht vorschreiben lassen, wen er in den K. ^A. R. entsendet. Nicht die einzelnen Fraktionen de'eqieren in den K. A. R., sondern der B. A. R. als solcher. Auah sachlich entspräche der , Shlüssel" nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Denn nicht cla Mandatzahl sei ausschlaggebend, sondern die Stimmungsverhältnisse in den Massen. Und dieie sind lräfeicht eher kommunistisch als sozialdemokratisch. Zunlidest in ihrem Unterbewußtsein. Auch bei der überaus großen Zahl der jüdischen Proletarier im 1. Bezirk ri:ht Rechnung getragen worden. Er beantragt den Kommunisten 2 und den P. Z. 1 Mandat einzuräumen. Nach längerer Debatte wurde nur der zweite Teil des Antrages angenommen und Gen. Sokal einstimmig in den R. A. R. gewählt. Der Versuch, den Koalitionsgedanken in den Arbeiterrat zu tragen, traf die Sozialdemokraten so ziemlich unvorbereitet. Es handelte sich um von „gewisser Seite" ausgegangenen Vorschläge, die Wohnungskommissionen durch Vertreter der christlichen Mieter, die Ernährungskommissiomen durch christlichsoziale Arbeiterräte (1) zu „verstärken". Die Sozialdemokraten hatten noch keine Weisungen von „oben", erkannten aber an der Stimmung, daß der B. A. R. einmülig. jede Verwässerung des Rätegedankens ablehnt. Sie versuchten eine nichtssagende, zweideutige Reso.u.ion durchzusetzen. Das gelang ihnen jedoch nicut und es wurde die Resolution unseres Gen. Waitenoerg angenommen, nach der der B. A. R. jede Mitarbeit mit Bürgerlichen, Li weicher Form immer (Mieter, christüchsoz. Arbti.erräte usw.) entschieden ablehnt. Von der Fraktion der poale-zionistischen Arbeiterräte in der Inneren Stadt wird uns mitgeteilt: Ein unverantwortlicher „Berichterstatter" mißbraucht die Spalten der „Roten Fahne" vom 9. d. M., um anläßlich der Vollversammlung des B. A. R. vom 8. März unsere Fraktion, bezw. unsere Partei in der gehässigsten Weise anzugreifen. Wir würden der Sache nicht mehr Beachtung schenken als sie verdient und über derartige „Berichte" (um nur einige Stilproben zu zitieren: „Diese opierfrohen Verfechter sozialdemokratischer Parteiinteressen"!!, „den Poalezionisten kann man nur dankbar dafür sein, daß sie endlich Farbe [welche Farbe?] bekannt haben") zur Tagesordnung übergehen, aber einige Tatsachen 'verdienen hier festgehalten zu werden. Die Kommunisten haben ebenso in der Exekutive, wie in der Vollversammlung des B. A. R. f ü r das Mandat des Gen. Sokal in den R., A. R. gestimmt. Jetzt findet der famose „Berichterstatter", daß unser Mandat „völlig unberechtigt" sei. Die Motivierung bleibt er uns allerdings schuldig. Dehn, daß es unseren gemeinsamen Bemühungen nicht gelungen ist, ein zweites Mandat für die Genossen Kommunisten zu erobern, dürfte doch noch kein ausreichender Grund dafür sein — — — Und nun kommt ein versteckter Seitenhieb: „Die Standhaftigkeit gegenüber der Reaktion . . . brachten die Sozialdemokraten in den Richtlinien zum Ausdruck, die sie über Vorschlag der Poalezionisten ihren Vertretern für die heutige Sitzung des Kreisarbeiterrates vorzeichneton." Das ist einfach nicht wahr. Demgegenüber stellen wir fest: In der Frage der Mitarbeit mit den Bürgerlichen in den Kommissionen wurde von der Exekutive eine einmütige ablehnende Resolution angenommen und diese den sozialdemokratischen Obmännern der Wohnungs- und Ernährungskommissionen als Richtschnur für ihre Stellungnahme in der Fraktionsversammlung der sozialdemokratischen Kreisarbeiterräte mitgegeben. Als nun in der Vollversammlung von den Sozialdemokraten (Antrag A r b e i t e 1) der Versuch unternommen wurde, einen zweideutigen und dehnbaren Antrag durchzubalanzieren, der jeder Kompromißlern Tür und Tor offen gelassen hätte, stellte unsere Fraktion den Antrag (die Kommunisten haben überhaupt keinen gestellt), daß der B. A. R. jede Mitarbeit mit den Bürgerlichen in den Kommissionen entschieden und grundsätzlich ablehnt. Und auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Worin besteht also das „Farbe bekennen"? Die Gen ossen Kommunisten sollten es am besten wissen, daß die Poale Zion-Patrtei schon sehr lange Jahre, und zwar kommunistisch sich bekannt hat. Was' wir aber am schärfsten zurückweisen müssen, ist die Fassung des oben zitierten Satzes. Es kann hier der Eindruck hervorgerufen werden (wir wollen an eine Entgleisung glauben und nicht an Absicht),daß die Sozialdemokraten sich von den Poalezionisten in den Arbelterräten „führen" lassen, was wir ja schon öfters in der „Reichspost", „Wiener Stimmen" usw. zu hören bekommen haben. Das christlichsoziale Preßgelichter bekommt da einen seltsamen und unverhofften Bundesgenossen. Möglicherweise sind die Genossen Kommunisten darüber erbost, daß wir uns für ihren Vorschlag der imperativen Mandate in den Kreisarbeiterrat nicht erwärmen konnten. Nun, wir erklären klipp, und! klar: Wir halten bindende Mandate für eine oppositionelle Minderheit für gefährlich und für eine zweischneidige Waffe. Literatur und Kunst. Der während des Krieges in Stockholm gegründete Verlag „Judäa" ist in den letzten Wochen reorganisiert und in seiner Hauptstelle nach Berlin verlegt worden. Der Verlag beabsichtigt hier die Herausgabe von Sctuläen üfoar politische und ökonomische Fragen des jüdischen Lebens und zwair sowohl in jidischer, als aiich in andern Sprachen (deutsdty englisch, französisch). Als erste Ausgabe in Deutschland ersesheint bereits in den nächsten Wochen ein gröleres Buch über die Pogrome in der Ukraine. Die literarische Leitung des Verlages befindet sich in den Händen des bekannten Schriftstellers Leon Chasanowitsch. Die Geschäftsstelle befindet sich' Berlin-Wilmersdorf, Bregenzerstraße Nr. 102. Dr. Soskin: Kleinsiedlung und Bewässerung. Die neue Siedlungsform für Palästina. Preis ca. M. ti—. jüdischer Verlag, Berlin, 1920. Seh. Öorelik. Fünf jähre im Lande Neutralien. Schweizer Kriegserlebnisse eines jüdischen Schil.'tstellers. Preis g^b, M. 8.—. Jüdischer Verlag, Berlin. Äfexander Levij: Vom Bauen und Wohnen im neusn Palästina. M. 10.—. Palästina Baugesellschaft (Berlin-Halensee, Seesener Straße: 30). Vortragskalender. Die Genossen werden aufmerksam gemacht, daß die Veranstaltungen und Vorträge der Bezirksorganisationen II und XX in Jiddischer, der Bezirksorganisation I und VII in deutscher Sprache abgehalten werden. Samstag, 13. März: Bez.-Org. XX: Parteilokal,WallensteinstraBe 62. Generalversammlung: 1. Bericht, 2. Wahlen. Kandel: Ziele und Aufgaben der jüd. (Arbeiter- Bewegung. Samstag 13. März, Bez.-Org. II, Mich. Kohn, Schleichhandel und Moral. Sonntag, 14. März: 3 Uhr: Akad. Verband. IL.Taborstraße 1: MicÄ. Kohn: Tendenzen der jüd. Arbeiter- Bewegung. Sonntag, 14. März, Bez.-Org. IL, 3 Öhr: Aiärzfeler, Referent: Alexander. Montag, 15. März: Referentenkurs. Sokal: Geschichte der Poale Zion. Dienstag, 16. März: Bez.-Org. II.: Fortsetzung dei Diskussion: Unsere Kulturprobleme. Mittwoch, 17. März: Bez.-Org. I: Kandel: Das jüd Pro.'etariat und die soz. Revolution. Freitag, 19. März: Referentenikurs: Bloch, Grundbegriff« des Marxismus. Samstag, 20. März, Bez.-Org. I. und II.: PROFESSOF WAIDENHAMMER: DER WELTKRIEG. Sonntag, 21. März: 3 Uhr: Akad. Verband. IL.Taborstraße 1: Schüler: Sozialismus und Kommunismus. Wo nichts anderes angegeben: Ort: Arbeiterheim, II. Blumauerrgasse 1 (Ecke Taktstraße), Zeit: 6V2 Uhr. stell er in d jü Wi< Eingelaufene Bücher. Adolph Donath*: Judenlieder. Preis M, 3.50, R. L ö w i t, Verlag, Wien 1920. Generalvertrieb: Jüdischer Verlag.Berlin. Majer Balaban: Die Judenstadt von Lublin mit Zeichnungen von Karl Richard Hencker. Preis M. 12.—. Jüdischer Verlag, Berlin. Jakob Klatzkin: Hermann Cohen. Preis ca. M. 6.—. Jüdischer Verlag, Berlin. Baruch Krupnik: Die jüdischen Parteien. Preis M. 2.—. Jüdischer Verlag, Berlin. Sonntag, den 14. März, juachmittags halb 4 Uhr findet in kleinen Musikvereinssaale ein Jüdisches Liederkonzert Riu/a Rawicz statt. Es nehmen daran (niocih teil: Konzertmeister Jose Zimbler und Kapellmeister S. Braslavsky. Karten erhältlich in den Kartenbüros und an der Kasse Konsumgenossenschaft für Jüdische Arbeiter und Angestellt« reg. Genossenschaft m. b. H. Wien, II, Blumauergasse Hn unsere Mitglieder! Anfangs April findet eine NeurayönieruiM für Lebensmittel statt und' es ist somit unsere Mitgliedern die Gelegenlißiit geboten, sich1 für den Be zug aller Lebensmittel und rayonierten Gebrauchsartik« bei der Konsumgenossenschaft zu melden. Wir waren bisjier bemüht, den bei uns organisierte Mitgliedern alle Vorteile bej dem Bezug ihrer Bedarfs artikel zu bieten, soweit dies nur für eine Verbraucher Organisation erreichbar ist. Wir machen jedoch unser Mitglieder aufmerksam, daß etwaige Zubußen nu nach Maßgabeder bei uns rayoniertenKon sumenten zugeteilt werden. Daher wird uns in Zu kunft nur möglich sein, außerordentliche Zu büßen an diejenigen Konsumenten zur Verteilung zu bringen, welche bei uns mit Mehl, Brot, Fett, Zucker, Kartoffeln etc. rayoniertsindt > Aber auch diejenigen Mitglieder, welche bei uns schon teilweise rayoniert sind, fordern wir in ihrem eigenen Interesse auf, sjch auch für den Bezug der anderen Lebensmittel und Bedarfsartikel, wie Zucker, Kartoffel, Brot etc. bei uns anzumelden. Die Umrayonierung für Mehl muß bis 20. März 1920, bei der zuständigen Brotkommission angemeldet werden. Für die Neurayonierung in den anderen Artikeln genügt die hierortige Abstempelung der neuen Warenbezugsscheine, (Einkaufscheine etc.) Anmeldungen für Neurayonierungen werden an der Kassa entgegengenommen. Neuaufnahme von Mitgliedern findet an Montagen und Dienstagen in unserem Büro statt. Freie jüdische Volksbühne. Sonntag, den 14. März, um 10 Uhr vormittags, Vortrag Dr. Frisch' über Asch' Komödie „Der Landsmann" im Vereinslokale, Cafe „Rembrandt"! II., Untere Augartenstraße Ii. Gäste willkommen J — Samstag, den 20. März, im Wiener Bürgertheater um halb 3 Öhr nachmittags „Dei- Landsmann", Komödie in 3 Akten von Schalom Asch. Sämtliche Mitglieder erhalten zu dieser Vorstellung Freikarten. — Dienstag, den 23. März, im „Bayrischen Hof" große Maskenredoute. Beginn 5 Uhr nachm. Mitglieder erhalten hiezu um 50 Prozent ermäßigte Karten. Peisach WeiBbord aus Radom (Polen) bittet um Nachricht von seinem' Onkel Hersehl Ledermann (zuletzt in Coney Island 2877, W. 27. Th. St.). Alle jüdischen Zeitungen Amerikas werden ersucht, diese Aufforderung abzudrucken. Briefe an die „Freie Tribüne", Wien. Herausgeber uad verantwortUdwr Redakteur: Dr. Hersch Magier. „Adria", Druck- und Verlagsgesellschaft m. b. H., Wien, II., Taborßiraße 52 b