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Freie Tribüne · 1920-01-31 · 5 (31.1.1920) · page 6

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Journal
Freie Tribüne
Volume
2 (1920)
Issue
5 (31.1.1920)
Date
1920-01-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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MITTEILUNGEN DES ORGANISATION rSBUREAUS BMR LINKST* POALI BEIBLATT ZUR „FREIEN TRIBÜNE" II. Jahrgang WIoh, 3 » Jänner 1920 Nr. 5 DiehommunistischElnlErnationoIßuntl die UnoUtiiingigEii. Das Westeuropäische Sekretariat der Kommunistischen Internationale" äußert sich in einem Zirkular an alle der dritteln Internationale angeschlossenen : Parteien und Partei* gruppen über die Einladung der U„ 3. P. Deutschlands zu einer Konferenz wegen des Aufbaues der Internationale wie folgt: Der Vorstand der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat sich am' 13.'Dezerriber 1919 in einC<m< Briefe an das Ekekutivkomitee'der Dritten Internationale ge*< w,andt; indemT er' ihm da& aufdem1 Leipziger Parteitag; an*- genomrffene Aktionsprogramhr mitteilt, darauf hinweist und die Exekutive zu einer Konferenz einladet, auf der mit allen revolutionären Parteien über die Bildung einer Schlagfertigen Internationale beraten werden soll. Dieses Schreiben/zu dem das Exekutivkomitee entscheidend Stellung nehmen wird, wird jetzt **in der urtabhäiTgigein Presse veröffentlicht und somit sind wir genötigt, die ^.uns (angeschlossenen Parteien über unseren Standpunkt vorläufig zu informieren. Das- Aktionsprogramm der Unabhängigen Sozialdemokratie stellt sich auf den Boden der p r o 1 qt a r i s c h e n DMct.at.U r als des Weges zum So'z>i a 1 is m us. Diese StelltogffaWme istein Resultat des.. Kampfes, .den die in der U. S4 P, organisierten Arbeiteirm'assen seit einem Jahr gjegen ihre opportunistischen Führer geführt haben. Insoweit ist der Beschluß zu begrüß e n, als SiCg der proletarischen Elenfente der U. S. P. (über-die opportun nistisChen, :äuf ' ein Kompromiß mit'; der. Bourgeoisie - hin* arbeitenden rechten Führ-eri dieser .Partei, - Aber indem diese rechten. Führer der U. Si„ P, sich diesem Beschfluß nicht unterworfen, sondern darauf verzichtet haben, ihre bisher bekundete Gegnerschaft zu jeder revolutionären Politik auf dem* Parteitage zu, verteidigen; bedeutet die e i n st im.m i g e Anri(äh'm'e>desv'A'ktiönsprograinms den -Beweis dafür, daß diese Elemente nur die Politik kopieren, die die Reviisiion,L9ten in Dresden 1903 getrieben haben, indem s'ie die Resolution tf (ü r die ,V er schär? i u n g des Klassenka m'p f e s annehmen, um pr a ktis;cli ihre Durchführung zu sabotieren. Daß die Vertreter der Massen* der U. S. P. diese Politik -niCht durchschauen, beweist am besten die Tatsache, daß sogar die linken U. S. ^Mitglieder den rechten Führern erlaubten, sChon auf dem' Parteitag den ersten Schritt "zur Entwertung des. Aktionsprogramms zu unternehmen; nach, von Unwahr* heiten strotzenden Anklagereden der' rechten- U. S.. P.^Leute ~ 'wie Oskar. Cio'hn und- LedlJeibour gegen den Terror der russischen Sowjetregierung — hat der Parteitag eine Resolution abgelehnt, die den selbstverständlichen Gedanken aussprach, daß auf die Gewalt des Bürgertums das Pro* l'etariat mit Gewalt z|u antworten haben (wird* Die Di(k4 tialtur un.t er iV'erz i'cht auf Gewaltanwendung; ist ei n Messer ohne Klinge und ohne Griff. Der dem! Parteitag, der U. S. Pr > jD. von seinen rechten Führern aufgedrungene Verzicht auf den Gebrauch der Gewal't' wird zwar die Massen der U. S. P. nicht hindern, im Kampfe auf die Gewalt mit Gewalt zu antworten; aber er zeigt den Willen der U. S. P.sLeute, den ihnen vonder Arbeitermasse aufgedrungenen. Diktaturstandpunkt praktisch in ein Spiel' mit der Diktatur zu verwandeln^ Die Erfahren*' gen der Miiünchienjer und der ungarischen Revo* liition zeigten in vollem Maße die1 Gefahren' einer solchen Politik, die niCh'tS .anderesb'edeiutet» als daß bei-der Aufs riChtuhg einer Arbeiterregierung ihr bei jedem'-Schritt ihre angeblichen Anhänger Steine vor die Füße werfen werden. Wie sich die U. S. P, konkret den Kampf um die Diktatur v o r s t e 11t, d a rü b e r sagt das Ak* f i o n feto r ogfraram s e h r w e n i g. Es gibt keine kon» krete Perspektive des wachsenden revolutionären Kampfes* und der inihm zu befolgenden Taktik., Wenn schon das Aktionsprogramm beweist, daß der Ent wi,c,k Iungs p r o z e ß in der U. S. P. noch nicht iab'g ejs;'d(tiiIoss en ist, so beweist dies noch mehr der Beschluß der U., S. P. über die- Internationale.; pesteilt zwischen die ,sich entwickelnde Dritte Internationale, der die; revolutionäre Arbeiterschaft in allen Ländern immer mehr zuströmt, und den Leichnam der Zweiten Internatio» nale, entscheidet sidh die U. S. P. nidht dafür, der Dritten Internationale beizutreten, wie es die Unken Unabhängigen forderten;; Sie ist zwar gegen den <W)unsChi eines Teil'es der rechten Führer der U.fS» ,P,., aus der gtelben Intematio* rtale ausgetreten, aber sie beschloß, mit anderen Parteien über die Bildung einer revolutionären Internationale erst zu verhandeln. Die Kommunistische Internationale hat auf ihrem Kongreß ihren Ständpunkt klargelegt. Nur die Abs n;ajh m e oder Ablehnung, ihres Programms ktötoWt e be i p r-i nz i pi el 1 e r Behandlung der in« ter.njiit.io nalen Frage durch die U. S. P. die Urs.ad.he bilden zum Anschluß oder Nicht an* sjdhlu^ß ain sie. Der Parteitag der U. S. P. hütete sich, zu sagen, worin er sich programmatisch und taktisch von der Dritten Internationale unterscheidet. Die Gründe, die für den» Nichtansdhluß angeführt wurden, waren weder prin* zipieller noch taktischer Natur. Es waren entweder Berit* fungen auf die beleidigte Parteiehre oder die Angst, daß die Kommunistische Internationale es versuchen könnte, vott Moskau aus die Politik der" U. S. P. zu bestimmen, Wbnn die Publikationen der Dritten Internationale-die U» S. P. an* greifen, so müßte das. von jedem revolutionären U. S. P.* Mitglied, das gegen die Koalitionspolitik seiner Führer mit den Mehrheitssozialisten, protestiert, das die demokratischen Illusionen seiner Parteiführer sogar nadh dem Austritt aus der Regierung bekämpft hat, nlur begrüßt werden. Irtdenf< die VI, S. P. auf dem; Kongreß erst jetzt sich zur Diktatur des Proletariat bekannte, hat sie voll und g ai n 'z die Berechtigung der Angriffe d er Ko Iri* tri u n i s ti s c h e n Internationale auf ihre b i s h erige Taktik anerkannt, da sie bisher auf dem Boden der Diktatur nidht gestanden ist. Aus eben; diesem Grunde wurde sie zur Gründung der Dritten Inter* nationale nicht herangezogen^ Was die Behauptung anbe* triffft, daß die Kommunistische Internationale versuchen könnte, aus Moskau dem! Proletariat irgendeines Landes konkrete Entscheidungen aufzudrängen, so entbehrt sie jeder Begründung. Die K om!m u n i s t is ch e Int ern'atio* nale s|etzt auf ihren Kongressen die aus der , revolutionären Entwicklung resultierenden gf e meinsamen prinzipiellen Grundlagen der P/olitik ihrer Teile fest. Wo die einstweilen erreichte Entwicklungsstufe eine Gemeinsamkeit der Taktik in einer konkreten Frage nodh unmöglich macht, dort müß jede Partei; bestimmen, wefdhe Maßregeln sie zur Erreichung des gemeinsamen Zieles benützen kann. Dji.eJU. S. P. wird kel i n e n Fall nennen können, in de'radie Exeku* f i v e d erDritten I n t e r n a i i o n a 1 e e i n e n B r u d e r* pärt e iirgendw eiche Entscheidungen aufzus ' dfiän g';en versu<dtvt h'iat. Falls die U. S. P. irgendwelche taktis'dhen und pro^ grammatischen Ausstellungen an der Dritten Internationale zu madhen hat, so is't es die Pifttcht' de&« Panteivorstandets' der U'j S.;P.'.D. dies öffentlich zu tun, damit er eine öffentliche Afntwort bekomme.; Das P rog ramm und d 1 e Taktik d e r p r o 1 e t a r i s ch e n Revolution ist die Siaühe der Arbeite rklasse, nicht der Kons vent ik-el der Führer. * 1 Natürlich schließt die öffentliche Diskussion nicht Besprechungen von Vertretern der Organisationen aus. Eine 'sofche iBiesprechung'erfordert .aber vorerst die Festste!* tung des Gegenstandes der Verhandlung, die öffentliche Vorbehandlung desselben, wie auch die Festste^ Jungen, mit wem die Verhandlungen geführt 'werden sollen. Der Parteivorstand der U. S, P. unterließ es, darüber zu informieren, Wias den Gegenstand der Verhandlungen bilden soll und ml i t w e ml die Verhandlungen geführt werden sollen., Obwohl die U. S. P;/ D. ihren Brief nicht nur an die Exekutive gerichtet halt, gibt sie der Exekutive nicht an, wer noch zu den Verhandlungen hin* Tinge zogen werden soll. Wir erlauben uns, konkret anzufragen, ob der Vorstand der U^ S. P. D. es vor hat, die d e ü t sch ö s t e r r e i c h i s c h e, sc'hwedi s C he, h o h {ä n d i s c^h e Sozialdemokratie, die französische so« z|i af ist isch e Partei wie die unabhängige Arbeis terp.airtei Englands einzuladen. Wir sagen es offen, daß wir jede Verhandlung mit der d e u tsfch'ö s t e r r e i c h i sc h e n, schwedischen und ho 11 ä n d i s c h e n Sozialdemokratie zwecks B i h d'ung der revolutionären Internationale für ummö gl i ch, die Verhandlungen mit der un* abhängigen Arbeiterpartei Englands für aus* s' i c h t s 1 o s halten. Die deutschösterreichische, schwe* disdhe und holländische Sozialdemokratie stehen praktisch auf dem! Boden des Opportunismus^ der KoaTitionspolitik mit der Bourgeoisie. Die unabhängige Arbeiterpartei Eng* l'ands ist zum' überwiegenden Teil reformistisch1 und lehnt die Diktatur des Proletariats ab., Es blieben also nur zwei Parteien, mit denen noch zu verhandeln ,Wäre, die fr an? z Ö s i s c h e Sozialdemokratie und die S c h we iz'er. Die französische Sozialdemokratie hat einen rechten Flügel, der v o 11 k qm' m e n reformistisch ist. Mit ihrem Zentrum sind die Verhandlungen über die Zu* Ziehung zur Kommunistischen Internationale solange unmögs Höh, solange es sich praktisch unter dem Einfluß der Renä udei, Thomas befindet ^oder wenigstens nicht den Willen kundgibt, die Mitarbeit mit diesen Helfershelfern der Bourgeoisie aufzugeben. Wir Werden es begrüßen, wenn die Mehrheil der französischen Sozialdemokratie den Wunsch äußern wird, mit uns zusammenzugehen, und der Wahlkampf, den sie unter dem' Banner der Verteidigung Sowjetrußlands geführt haben, erweckt in uns die Hoffnung, daß der Moment nahe ist, wo die revolutionären französischen Arbeiter ihre Führer nötigen werden, jedes Schwanken aufzu* geben, den Wieg des konsequenten, revolutionären Kampfes zu betreten; Dänin wird auch' der Augenblick der Ver* handlungen zwiScfrerr'der Kommunistischen Internationale und def französischen Sozialdemokratie gekommen sein., Es bleibt also — inwieweit Europa in Betracht kommt — und an Amerika konnte die U. S. P. nicht denken, als sie die Ein* berufung einer Verständigungskonferenz für Februar vor* schlug — nur die S'chweijzer Sozialdemokratie. Die Schweizer Sozialdemokratie hat in direkter Abstimmung zwar den Austritt aus der Zweiten, aber nich«t den Eintritt zur Dritten Internatipnale beschlossen« Sie drückte, den Wünsch aus, nach dem Zusammenschluß aller revolutionären Elemente. Wir (haben gezeigt, daß außer der Unabhängigen Soziafdemo* kratie keine außerhalb der Dritten Internationale, stehende proletarische MasS«npartei existier^, die für den Zusammen» sChluß zu einer, revolutionären Internationale in Betracht käme. Auf diese Weise erledigt sich der Wunsch der Schweizer Sozialdemokratie am leichtesten, wenn sie sich mit der U, S. P. darüber verständig^ unter welchen Bedingungen sie dem einzigen internationalen Verband revolutionärer Parteien, der. besteht,, der Kommunistischen Internationale, beitreten soll; Wir befürchten, daß die Schweizer Sozialdemo* kratie andere Bedingungen für den Eintritt in die Kommunisili* sehe Internationale angeben wird, als die U, S. P. Da die Dritte Internationale) den Gebrauich der parram'entaris'chenj W'affe ihren Mitgliedern nidht verboten hat, so kann es sich bei der Sdhweizer Sozialdemokratie, oder richtiger gesagt, ihren rechten Führern, nur darum handeln, ob die Dritte ^internationale mit solchen revolutionären Maß regeln einverstanden ist, wie die Ueber* n ahme des Postens ei,nes P o 1i z e i d i r e k t or s d, u r c h Sozialdemokraten i m k a p i t a 1 i s t i s c h e n Staat. Wir glauben nicht, daß dies die U. S. P. für einen erwünschten Gegenstand der Verhandlung mit der Dritte« Internationale ansieht. Es handelt sich also im gegebenen; F'aÄIe nicht lu?ni den Zusammenschluß verschiedener Parteien zu einer neuen revolutionären Internationale, sondern um' die Entscheidung der U. S. P. D., ob sie der Dritten Internationale beteten wil'l. Für diesen Zweck sind heute keine Internationalen, Verhandlungen notwendig. Zu diesem! Zweck sind nur Ver» handlungen zwischen der U., S. P^.p. und der Dritten Inter* nationale notwendig. Aber wir glauben, daß die Frage des- AnsChlüsses der U. S. P.;ani die Dritte Internationale nur dann schnell und entsprechend dem' revolutionären Geiste der UH' S. 'P.»Arbeiter erledigt wird, wenn sie nicht als Angelegenheit der Führer, von. geheimen Konferenzen), sondern als öffentliche Angelegenheit der Massen behandelt wird. 15. Jänner 1920. Westeuropäisches Sekretariat der Kommunistischen Inteiv (nationale-. ronle Zion in Sibirien und in fernsn Osten. Wir entnehmen das Folgende einer sibirischeu Korrespondenz aus unaerem argeHtinischen.Bruderorgan „Dianaje ZaitM. Die Ideen des . Poale; Zionismus sind nach Sibirien zuerst durch dorthin verbannte Genossen im. Jahre 1912 getragen worden, jedoch konnten sie infolge der politischen Verhältnisse damals nicht verbreitet werden. Während des Krieges kamen unter den Flüchtlingen auch viele unserer Genossen nach Sibirien, eine politische Tätigkeit war aber unter dem Zarismus ausgeschlossen. Eine aktive Tätigkeit begann erst mit dem Siege der Revolution von 1917, die auch unsere Forderungen auf volle nationale und. soziale Befreiung der jüdischen Arbeitermassen in den Vordergrund rückto. Dank der Unterstützung unseres ausländischen Zentralkomitees und von, aus Amerika durchreisenden Genossen gelang es, im Verlaufe von sechs Monaten zwischen Jekaterinburg und Wladiwostok 15 Ortsgruppen zu gründen. Unsere Genossen betrachteten es als ihre Aufgabe, die russische Revolution zu vertiefen und weiterzutreiben. Bei der Beratung der demokratischen Elemente Sibiriens, die. den Zweck hatte, eine Gründungs Versammlung einzuberufen, verließen unsere Genossen demonstrativ den Saal, da sie einsahen, daß die Fahnenträger dieser Idee Anhänger, einer fremden Intervention, seien. Und als es zum Kampfe gegen die Rote Armee kam, traten unsere Genossen in Wladiwostok und Ikatok in die Reihe der Roten Armee und verteidigten mit Waffen in der Hand die russische Revolution; Bei der Abstimmung zum ersten jüdischen Kongreß-Rußlands bekamen unsere Genossen Stimmen aus 29 Städten Sibiriens, trotzdem sie wegen der Verkehrs Verhältnisse gar nicht wußten, daß es in diesen Städten Poale Zionisten gebe. So sehen wir auch im fernen Osten Poale Zion als Vorkämpfer für den revolutionären Sozialismus.

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