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Freie Tribüne · 1919-11-01 · 41 (1.11.1919) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freie Tribüne
Volume
1 (1919)
Issue
41 (1.11.1919)
Date
1919-11-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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A b 'ä n d e r u n g e n und Ergänzungen zurrt O.r^garnis'ationslsta.tut: Schorn 5. AlH.511i.ges. •Beginn der Beratungen 9' Uhr vormittags im Vortragssaäle des jüdischen Arbeiterbildungsvereines, 'II., Blümauergasse {1,TI. ' * '•■Eintfittlich für ' D e 1 e gi e r t e nur gegen Vorweisung der' D e legierte n k a r t e n, für Gäste gegen Vorweisung der EM n 1 a d un gen.1 Den P a<rteirn itgl ie de rn werden nach Maßgäbe des -Platzes, gegen. Vorweisung der P a r t e i 1 e g i t i m ation Gästekarten zugewiesen. Die Parteileitung. :fWir wollen den im! April' beschrittenen Weg entjsjdMos&'en und zielbewußt weitergehen. L^ient wegt. i?.fcfichts' anderes! wollen wir, als1 dasi mit der Gründung unserer deutschlö'alterreidhis'dhen Partei begonnene .Werk' weiterführen b i s z u s e i n e r V o 11endung. Nicht mehr, aber auch' nicht weniger. Und bei Beurteilung, bei Entscheidung darlüber, soll nicht die Leidenschaft, nicht das', wenn auchl noch! so schöne und heilige, Gefühl' traditioneller Vergangenheit, sondern Erkenntnis: und Ueberzeugung tri aßgebend sein. -Unvoreingenommene, die objektiven Tatsachen registrierende und erwägende Erkenntnis1 soll die Entscheidung fällen. Die Entscheidung darüber, o b die a 11 w e H- . lieble jüdische s'oziafisltische Arbeiterbewegung, — als deren unabtrennbaren Teil wir hier in Deutschösterreich uns! fühlen und betrachten, — dur ch! die Po 1 itik des unentwegten Klassenkampfes in den Strom der wahrhaft internationale n Arbeiterbewegung, wie sie von den revolutionären Minoritäten der Arbeiterschaft aller Länder aufgefaßt wird, münden!so IT, oder ob sie in jenem1 Bett der Arbeiterbewe|- gung dahinfließen soll1, das! heute wohl noch die 'Mehrheit der Arbeiterorganisationen faßt, um1 sie gänzlich1 unbekannten, vom1 sozialistischen Neuland weit entfernten Ufern zuzuführen. Parüber, und nur darüber soll unsere außerordentliche Parteiberatung entscheiden- Wollen wir als organischer Teil unserer jüdischen sozialisltis'chen Weltbewegung, der zweiten Internationale, oder wollen wir — i'm'm'er als Teil der Weltbewegung — der,dritten Internatioiiale organisatorisch angeschlossen sein. Oer objektiv gegebenen Tatsache, daß es! z w e i internationale Organisationen der Arbeiterschaft (in der Sprache unserer Genossen von rechts: zwei Versuche, die internationale Organisation neu aufzubauen) gibt, Rechnung tragend, müsisten wir uns! entschließen, der einen von .diesen beiden Organisationen tatsächlich1 anzugehören; in der Sprache unserer. Genossen von rechts : einem von .clen,beiden Versuchen unsere tatkräftige Unterstützung zu gewähren. Wir, die wir auf dem .Boden des Aprilprogram'ms Stehen, meinen: die Parteiberatung muß für den organisatoris'chlen Anschluß an, bezw. für die Unterstützung des! Versüch'es1 der dritten Internationale entscheiden. Unentwegt. Aber der Weltverband?.... Hier sei , noch einmal —- z u m letztenmal' — feststellt: niemiand will den WeHverband'sprengen, n i e ni a n d wi 11 die ideellen und organisiatorisichen Forden, die die jüdische sozialistische Arbeiterbewegung der Welt eng verknüpfen, unterbinden oder gar z cTreH^flr'jfefr- Qe^Ä^>wii^oi^err-Üie**Fädennoch fester -drehen und sjie so stark' machen, daß: sie direkt an die mlächitigen Fäden der internationalen Arbeiterbewegung, die die Weltrevolution wirken, anknüpfen. 1 . * „'Aber der organisatorische Anschluß als Landespartei bedeutet doch . . . 'Nichts1 anderes! als!, sowohl in der internationalen, als auch' in der poarezionijs|tis,chen Weltbewegung, jenen Versuch!; zu unterstützen, der die Internationale auf dem! Boden des Kommunistischen sehen Manifestes1 aufbauen will * 1 In der Tat, wollen wir doch1 die Dinge so s'ehen, wie sie sind! , , Wor dem' Kriege hat unser Weltverband der Internationale organisatorisch nicht angehört. Als! Slpater, nachl dem1 Kriege, unserem1 Verbände die Möglichkeit .geboten wurde, jn die Internationale einzutreten, da war nicht mehr d i e, sondern eine Internationale; nicht mehr die geeinte!, alle sozialisltis'chen Parteien der Weift umfassende Organisation, "sondern eine gerade vom revolutionären Teil der Arbeiterschaft verlassene und angezweifelte Körperschaft. Und unser Verband selbst. Auf seinem1 rechten Flügel stand er — nicht daSl Verbandsbüro, sondern der Verband, die lebendige Bewegung — in Palästina mit den Legionen und auf steinern1 linken Flügel in Rußland mit den Roten Soldaten exponiert. Das soll nicht eine Wertung, sondern eine Feststellung der historischen Tatsachen sein! Und so fragen wir: Hat das Verbandsbüro, unter den geschilderten objektiven Verhältnissen das Recht gehabt, selbstherrlich1 zu entscheiden und sidh) der zweiten Internationale anzuschließen? ,_...JDas yRech't". Wohl hatte das! Verbandsbüro formell einen alten Be^sehlluß der Weltk'onferenz, sichJ der Internationale anzuschließen, aber keinesfalls einer Internationale. Und so meinen wir, daß das Verbandsbüro verpflichtet wäre, die angeschlossenen Parteien darüber zu befragen, welcher Internationale sie organisatorisch angehören wollen. Bis dahin aber? . . . Es s!ei klipp und klar herausgesagt: wir wollen aus einer prinzipiellen keine formelle Frage machen; wir wollen die Frage: zweite oder dritte Internationale nicht durch Kompetenzklauseln verdunkeln und vertuschen. Auch liegt es uns fern, gegen das Verbandsbüro .auch1 nur den Schein eines Vorwurfes1 zu erheben. Es gibt eben Zeiten, wo tnan handeln muß. Da kann man sich' um 'die ^rtiilffitüic formelle Legitimation nicht immer kümmern, da heißt es : handeln nadb seiner Ueberzeugung! Und unser Verbandsbüro hat nach besten Wissen und Gewissen gehandelt. Nach eigener Ueberzeu/gung. Und dieses1 Recht, nach1 eigener Ueb erzeugung zu Wände 1 n, beanspruchen wir auch für uns. ©äs Verbandsbüro hat, ohne zuerst die Parteien zu ibefragen, nach) eigener Ueberzieugung geglaubt, diejenige Richtung in der internationalen Arbeiterbewegung — und somit auch in unserer Weltbewegung — unterstützen zu mü|s|s'en, die die EifWie.iite Internationale neu aufbauen will'; wir glauben, diejenige Richtung in unserem1 Weltver- ,Bande unterstützen zu müssen, .die unseren Veribarrd in der driften Internationale organisiert! wissen .will. Also nicht spalten die geeinigte Arbeiterbewe- §ung, sondern umgekehrt1, die gespaltene Arbeiterewegüng'rauf d£frt Boden der dritten Internationale vereinigen. Nicht spalten den festgefügten Weltverband,; sondern die in zwei Lager getrennte poalezionisitiS'che »Weltbewegung im' Rahmen der dritten i Internationale iZusamimensGhweißen. Das isft jmS'er heiliges > Recht der Ueberzeugung; ja unsere verdammte Pflicht defe! Bewußtseins!, Wie wollen wir unsere Pflicht erfüHIen; unser (Recht wahren? , Damit auch 'hier nicht falsch g e d e u t e 1' tj werkle, sei deutlich dargetan: Nicht /zerstören wollen wir,, fe(ondern aufbauen. Nachdem' .wir .aber, wie die Dinge heutzutage iie- Sgcn, vor die Wahl .gestellt sind: das Bestreben des rechten Flügefe! unseres! .Verbandes, ihn imj rRahlme.ii [der zweiten Internationale, oder die .Bei. Whluugen jdes : linken iFlügetef, den Verband im Lager der driften Internationale neu aufzuhauen, zu unterstützen, meinen wir, daß wir das Letztere zu wählen haben. Wir sagen daher : wir wollen mitarbeiten, damit der Weltverband als organisatorischer Teil der dritten Internationale neu aufgerichtet und festgefügt werde. Wir hoffen, daß eine Spaltung nicht; notwendig, ja unbedingt zu vermeiden sein wird.. Wir hoffen, daß es: der Weltkonferenz, — wennV sjie-von allen Ländern beschickt sein wird —, auch\ . gelingen wird, den neuen historisichen Tatsachen \ entsprechend neuen organisatorischen Ausdruck zu \ verleihen. Wenn nicht? .... Wenn dies nicht .gelingt? Dann wollen wir dem' linken FEigel helfen, einen Weltverband des' jüdischen revolutionären Sozialismüs' im Rahmen der dritten Internationale zu schaffen. Sowohl in der jüdischen, als auch yi. der internationalen Arbeiterbewegung wollen wir stets1,>den — k'om'munistis'chen Flügel unterstützen. " Wir wollen auch,daß unsere jüdis'che kommunistische Weltbewegung in den großen Strom der internationalen Weltbewegung münde. Und bis dahin? . . . Bis dahin wollen wir das' Recht haben, ,daa zu tun, was das Verbandsbüro nach bestem Wissen und Gewissen getan hat, als! es notwendig war, zu handeln. Wir wollen "nach' unserer Ueberzeugung handeln. Im Sinne, im1 Geiste und in inniger Zusätnmengehörigkeit zur dritten kommunistischen Internationale! Genossen und Genossinnen! Leset und verbreitet die „Freie Tribüne".

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