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Freie Tribüne · 1919-09-27 · 36 (27.9.1919) · page 4

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Journal
Freie Tribüne
Volume
1 (1919)
Issue
36 (27.9.1919)
Date
1919-09-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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$t:*e 4 Freie Tfibünfe Nf. 36 zlcflten, da es in keinem der Nachfolgestaaten eine ähnliche Hochstfoule wie die Exportakademie gäbe. Der B.-A.-R. XIX., in dessen Kompetenz der Betrieb Exportakademie fällt, spricht seine Zuversicht aus, daßdie Landesregierung auch von der Ausweisung dieser -Ausländer Abstand nehmen wird» Nach einer überaus1 regen Debatte wurde die Resolution mit allen gegen zwei. Stimmen angenommen urtd die Er-' Wartung ausgesprochen, daß alle Härten vermieden werden, da sich ja die Verordnung nicht gegen arbeitende Menscheft richte. Aus der Bewegung. An die Genossen! Zur Lösüng aller, im Anschluß an die .Verbandsberatung aufgetauchten Fragen, wird Anfang No. vember eine außerordentliche Parteiberatung stattfinden. Tagesordnung, Ort und Zeit werden bekanntgegeben . Die Parteileitung. föale Ziön-Legionen in der Ukraine. In der „Iswestia«, dem Orgah der allrussischen Zentral-Sowjetexekutive vom 24. Mal d. J. finden wir unter der Rubrik „Parteileben" folgende Nachricht: „Die Mobilisierung der Poale Zlon." »tum Zwecke der Verteidigung der Interessen der Revolution, der Bekämpfung der Gegenrevolution, der Pogrömstimmung und des Antisemitismus, hat das Büro des ukrainischen Zentralkomitees der Poale Zion-Partei beschlossen: die Partei zu militarisieren und die Mobilisierung aller waffenfähigen Genossen durchzuführen. Zur Erledigung der militärischen Angelegenheiten der Partei und zur Durchführung der Mobilisierung bildet das Zentralkomitee eine militärische Zentralstelle an der Seife des Zentralkomitees, während die einzelnen Organisationen lokale militärische Abteilungen zu bilden haben. Diese haben sofort die Registrierung der mobilisierten Genossen vorzunehmen, die militärische Ausbildung zu beginnen und der militarisehen Zentralstelle von der Zahl der Mobilisierten und dem Garige der Mobilisierung Mitteilung zu mächen. Um die technischen Mittel der militärischen Ausbildung vvende man sich ahdie (allgemeinen) Exekütivkofriitees oder die militärischen Kommissariate. Aus Klinzi ist laut ßefeh'i des Ray orls-Mobil isieruhgskomitees der Pöaie Zion-Partei die zweite Gruppe von Parteigenossen an die Front geschickt wördert. Die cfritte poale zionistische Frontgruppe ist in Vorbereitung und wird liocti diese Woche abgesendet." Konferenz der ailrußlandischen Poale Zion. Am 31;. August wurde die a 11 ru ß lä n d is ch e Konferenz der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Poale-Zion eröffnet; sie hatte die Aufgäbe, endgültig den Standpunkt der Partei festzusetzen und den mannigfachen Reibungen innerhalb der Bewegung ein Ende zu bereiten, die seit der letzten Parteikonferenz in Kiew entstanden waren;. Die schärfsten Gegensätze hatten sich gezeigt auf der Konferenz in Minfck und auf der Vorkonferenz in Kiew. '. ■ > . : ) Auf der Konferenz waren alle Richtungen!, die in der Par: tei vorhanden sind, vertreten. Nur ob die ukrainischen Poale- Zion-'KfOmtnunistön zur Konferenz zugelassen werden, ist noch nicht entschieden, dä sie durch ihr selbständiges Vorgehen gegen die Disziplin und Interessen der Partei verstoßen hatten, so daß sich sogar die ,,Poale-\Z:ion-Kommit* nisten" Groß-IRußlands abweisend gegen sie verhalten und dies: im Zirkular des Zentralkomitees', zu Ende Juli zum Ausdruck' brachten. f Auf der Konferenz Wird in erster Linie die internationale politische Lage und die politische Lage Rußlands besprochen werden. Von den anderen Punkten der Tagesordnung wären noch zu erwähnen: Die Internationale; jüdische Arbeiterpolitik; allweltlicher Verband; Palästina; Beziehungen zu anderen Parteien; Gewerkschaftsbewegung u. a. m. Leider waren fast die ganze Ükraina und Litauen durch' die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatze verhindert, Delegierte zur Konferenz zu schicken. Sogar solch führende Genossen, wie Abrahamowitsch, Chefez, Auerbach, Gerschensohn, Mintschkowski und viele andere mußten wegbleiben, trotzdem sie schon die Thesen ihrer Referäte eingesandt hatten. ( Näheres über den Verlauf der Konferenz hoffen wir in Bälde mitteilen zu können. Parteiberatnng in Berlin. Das Sekretariat der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Poale-Zion in Deutschland hat für Sonntag, den 5., und Montag, den 6. Oktober, nach Berlin eine Parteiberatnng einberufen. Ihre Aufgabe ist es, die losen Ortsgruppen in ein festes, organisatorisches Gefüge zusammenzufassen und ihnen eine einheitliche politische Platt» form zu geben. Wir hoffrn und wünschen es, daß die auf dem Boden der III. Internationale aufgebauten Gruppen es vermögen werden, die neue Landespartei mit dem revolutionären Geiste der sozialistischen Tat zu erfüllen . . Ans den ft!dftttiflg*K!fflpfefi innerhalb matm äfflerikänisclien Brüderfrartei.*) Iii der Frage von Volk" und Klasse kann man, wie bei allen anderen sozialistischen Parteien, auch in der unseren, zwei Strömungen wahrnehmen, von denen die eine die Volksinteressen denen der Klasse vorzieht, die andere die Klasseninteressen über alles setzt. So z. B. geht der Streit der russischen proletarischen Sozialisten und der Volkssozialisten um die Frage der Einberufung der Nationalversammlung und des Burgfriedens mit der Bourgeoisie. Dies lehnen die proletarischen Sozialisten, als gegen das Interesse des arbeitenden Volkes gerichtet, ab. Sozialisten wie Noske, Daszynski, Herve und auch einige unserer eigenen Genossen haben, lange Zeit auf dem1 glatten Weg des Volkssozialismus schreitend, die wahren Interessen des Arbeitersozialismus vergessen. Das Zentralkomitee gibt bekannt, daß wir eine Palästinakommission wählen müssen, die einen Bericht verfassen soll, der bestimmt ist — nicht etwa für .unsere Partei, auch nicht für den Kongreß aller poalezionistischen Landesparteien — sondern für den z io n i(s'ti s che« oder alljüdischen Kongreß. Müssen wir Poale-jZion den zionistischen oder alljüdisehen Kongreß mit Berichten versor-, gen? Haben wir nicht spezifische Arbeiterjnteressen in Palästina, die von den erwähnten Kongressen nicht vertreten werden können? Wohl wird die Kommission auch die Lage der Arbeiter untersuchen und die Mittel zur Lösung der Probleme der Arbeiter prüfen; das Unglück ist aber dies, daß man nur von , einer Kohrjni'issioh spricht, Qiö die Interessen der nationalen Kolonisation und Immigration oder Berichte für einen .Kongreß im1 Sinne hat; was wir für die nationale Kolonisation und Immigration tun können, Weiß Gott! } - Wenn man die Lage genau betrachtet, sieht man klar, daß nicht Wir Poale-Zion die entscheidenden Faktoren in Palästina sein werden, sondern die bürgerlichen Zionisten. Daß diese unsere Projekte nieiht einmal anhören wollen, haben wir auf der Londoner Konferenz gesehen;. Tatsache ist es, daß in Palästina der Sozialismus noch nicht eingeführt werden kann, u(nd wegen kleiner Reförmehen lohnt sich ein Zusammenarbeiten m'it bürgerlichen Elementen nicht. Auch die rußländischen Poale-jZion planen die Entsendung einer Kommission nach Palästina; wir müßten also abwarten, bis die Kommunikationsmöglichkeit eine proportionelle .Zusammensetzung der Kommission durch alle Landesparteien ermöglicht. Wir Amerikaner dürfen keine Sonderstellung einnehmen, weil wir größere Geldsummen aufbringen können. ♦ Die Kommission muß den ^Grundsatz aufstellen, daß die Führung von diplomatischen Verhandlungen, die Schaffung von Finanzinstituten und die Ordnung der Immigration und Kolonisation keineswegs in ihre Kompetenz fällt, sondern in die der bürgerlichen Eelmente[. Ihre Aufgabe ist die Organisierung einer sozialistischen Partei gegen die bestehende ^Achdutrt Awodäh", die systematische Organisation der immigrierenden Arbeiter zur Vermeidung übermäßiger Ausbeutung, die Schaffung von Gewerkschaften auf dem Boden des Klassenkampfes, die Aufklärung der Araber und Jemeniten, die sozialistisch-revolutionäre Propaganda unter den Eingewanderten usw> / Die ganze Arbeit der Kommission muß sich bloß auf Arbeiterinteressen emtredk'en, dann wird sie nicht bloß dem Namen nach eine Arbeiterkommission sein, sondern Wird im Einklang stehen mit den Begriffen des revolutionären Slozfelfis|m!us[.- Kreiskonferenz in Krakau. Die zweite Kreiskonferenz unserer Genosssen in Westgalizien wurde am 7. und 8. September 1919 in Krakau abgehalten. Dem Berichte entnehmen wir folgendes: In diesem Kreise haben wir in 26 Städten 2600 Mitglieder, außerdem 19 Jugendorganisationen,, welche 2000 Jugendliche zählen. . Unter der Leitung der Partei stehen 16 Konsumvereine, 14 Kooperativen und in 28 verschiedenen Berufsorganisationen 2450 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter. Bei der Konferenz selbst wären 52 Delegierte aus 15 Städten und ein Vertreter des Warschauer Zentralkomitees, Gen. Zerubabel. Hervorzuheben wäre die Diskussion über die Taktik der Gewerkschaften. Gen. Birnhack (der Eeferent) stand auf dem Standpunkt der früheren unparteiischen österreichischen Zentralverbände. Die Mehrheit der Genossen äußerten sich dahin, daß die Gewerkschaften keine Unterstützungsvereine bleiben dürfen, sondern der Mittelpunkt des revolutionären Klassenkampfes der Arbeiterschaft werden müssen. Auch die Frage der Jugendorganisationen wurde auf der Konferenz behandelt. Es wurde beschloßen einen 75.000 Kronen-Fond zu begründen zur Herausgabe der „Arbeiterzeitung" als Tagblatt, den „Kämpfer" hingegen einzustellen. Ins neue Kreiskomitee wurden gewählt die Genossen: Dr. Margulies, Freund, Klarberg, Ruhner, Wellner (Krakau), Laufbahn (Debica), Chomet (Tarnow), Knebel, Braun (Neu-Sandec) und Fisch (Rzeszov). Amsterdamer Brief. Wir haben folgenden Brief erhalten: , Amsterdam, den 15. Sept. 19194 Sehr werte Genossen! Vorerst muß ich, als iVbrsitzender des hiesigen „. . ...............Vereinfs . . . ..." Euere Tätigkeit Kerzlichst begrüßen und unsere völlige Uebereinslimmung mit der Richtung der ,,Freien Tribüne" zum Ausdrucke bringen. Euere prinzipiell kommunistische Haltung bei der Stockholmer Beratung hat bei der weitaus überwiegenden Zahl unserer Genossen Begeisterung erweckt. Sie habert beschlossen, Euch zum Zeichen ihrer Sympathie eine monatliche Subvention von Kl 100^— zu schicken. Die ersten 100 Kronen werdet Ihr vermutlich gleichzeitig mit meinem Briefe erhalten?. 'v . <\ i» ,: Wir könnten die ,,Freie Tribüne" zu Hunderten verbreiten, aber wir stehen unter strengster Bewachung, so daß selbst unsere besten Genossen sich hüten müssen, dieses , verfemte" Blatt zu abonnieren. Doch hoffe ich, Euch demnächst einige Adressen bekanntgeben zu können. . ► Mit sozialistischem Gruß J. Parteikonferenz in Lemberg, Das provisorische Parteisekretariat in Lemberg hat für den 17. und 18. Oktober eine Parteikonferenz der ostgaltaischen Organisationen einberufen mit folgender Tagesordnung : 1. Eröffnung. 2. Wahl des Präsidiums, Feststellung der Geschäftsordnung. 3. Berichte des provisorischen Parteisekretariate3 und: einzelner Organisationen. 4. Die politische Situation und unsere Taktik. 5. Unsere wirtschaftlichen Aufgaben. 6. Unsere Kulturarbeit. 7. Unsere Palästinaarbeit. 8. Organisation und Presse. 9. Wahl des Parteisekretariates. 10. Eventuelles. Anträge zur Tagesordnung und Resolutionen müssen bis spätestens 29. September dem provisorischen Parteisekre^ tariat überreicht werden. Mit Sitz und Stimme können an der Konferenz teilnehmen: Die Mitglieder des provisorischen Parteisekretariates, alle Mandatare der Partei in öffentlichen Institutionen*, fon jedem Kreiskomitee ein Delegierter, gewählte Delegierte. Organisationen bis 100 Mitglieder schicken einen, jedeweiteren 100 Mitglieder noch einen Delegieren. Wahlberechtigt sind nur diejenigen Genossen und Genossinnen, welche die Parteisteuer entrichtet haben. Voranzeigen. lud. sozial. Arbeiterpartei Poale-Zion. Bezirfcsprganisatioiv Leopoldstadt. (Caf6 Stefanie) II, Stefaniesträße 2. Die Trauerfeier für den verstorb. jüd. Dichter Jakol>- Draesobn findet nicht Samstag, sondern Sonntag, 28. September um 4 Uhr nachmittags statt. Genossen, ehret das- Andenken unseres verstorbenen Dichters durch Euer Erscheinen. Dienstag, 30. September, ,6 Uhr abends, in unserem Vereinslokal Fortsetzung der Diskussion über das Referat Dr. Sokal über die Allweltlichkeit. Samstag, 4, Oktober, 6 Uhr abends, in unserem Vereinslokal, Vortrag Gen. Alexander: Deutschösterreich nach dem Frieden. ß a^s tag, den 18. Oktober 1919, um halb 7 Uhr abends, findet in den Reichshallen, I., Dorotheergasse 4, ein V o'r i r ag s a b e n d mit anschließendem Tain'z s^att. — Kartei* zu 4 1<j im Sekretariat, II.. Glockengasse 6, in der Arbeiterküche, II.. Blumauergasse 1, in den Bezirksorganisationen sowie im Theaterkartenbüro Aida, II., Taborstr. — Die Mitglieder werden aufgefordert, sich beim Verkaufe der Karten rege zu beteiligen. Akademischer Verband jüdischer Sozialisten Poale-Zion^ Montag, um 3 ,Uhr nachm.. Ausschußsitzung im Parteisekretariat, II. Glockengasse 6/17, Auch diejenigen Genossen, die im neuen Ausschuß mitarbeiten wolle^ werden ersticht, pünktlich zu erscheinen. *) Wir entnehmen diesen Diskussionsartikel, der sich gegen den Plan des Z. Y*. unserer amerikanischen Bruderpartei richtet, eine eigene amerikanische Untersuchungskommission nach Palästina zu senden, der Nr. 26 des „Jid. Kempfer", NCw-York(. 1 t Die Beiirksorganisation Innere Stadt veranstaltet im Komödienhaus, Wie 3, IX., Naßdorferstraße 4, eine Erstaufführung vtifi ivi i r el e e r o s von J. Gordin. D^r Zeitpunkt der Aufführung ist von der Dauer der Lichtspa* maßnahmen abhängig. Karten an den Kassen de3 Komödienhauses, im Kartenbflio „Aida% II., Täborstraße 5, im Parteilokal, II., Glockenga«se 6/17 und ina Lokal der jüd. Arbeitorküche, IL, BlumauergA8s?e!. Sammelt Abotwtjttn für tut Wl =TÄÄ" Herausgeber und rerant wörtlicher Redakteur Arnold Deutsch Druck ron Josef H o y e r, Wien, IX., Liechteniteimüraße 3

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